Tag der offenen Tür
: Hebammenpraxis in Hechingen feiert Neuanfang

Sie wollen für Schwangere ein Fels in der Brandung sein. Sechs Hebammen haben sich in Hechingen zu einer Gemeinschaft zusammengefunden und präsentieren sich am Samstag, 8. März, mit einem Tag der offenen Tür.
Von
Klaus Stopper
Oberndorf
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Sie machen in der Region Hechingen Mut für das Kinderkriegen: Petra Ströber, Monika Binder, Melanie Wolf, Anette Fellinger-Robertz, Anouk Hirt und Rebecca Schneider.

Stopper/Klaus Stopper

Vorfreude, Ängste, überschäumendes Glück, Verzagtheit – Schwangerschaften lösen oft ein Gefühlschaos aus. Die Hechinger Hebammenpraxis will hier ein Fels in der Brandung sein, damit das Kinderkriegen als etwas Schönes erlebt wird.

Sie wollen die Frauen sein, auf die sich Frauen verlassen können – „vom ersten Schwangerschaftstest an bis die Kinder laufen können“, sagt Rebecca Schneider. Gemeinsam mit Monika Binder, Sarah Pandtle, Helen Schnell und Petra Ströber bildet sie unter dem Namen „Hebammerei“ eine Praxis, die im Hechinger Gesundheitszentrum, also der ehemaligen Kreisklinik, ihre Räume hat.

Tag der offenen Tür mit Ausstellung

Das Team hat sich spürbar verändert, seit mit Annette Fellinger-Robertz und Gerlinde Hirsch zwei Hebammen in den Ruhestand gingen, die seit Jahrzehnten prägend waren. Diesen Umbruch haben sie nun genutzt, ihr Konzept weiterzuentwickeln und die bisher bestehenden Unterschiede bei ihren Zusatzqualifikationen durch Fortbildungen auszugleichen. So können sie sich nun viel besser gegenseitig bei Krankheiten, im Urlaub oder an Wochenenden vertreten.

Diesen Neuanfang feiern sie nun am Samstag, 8. März, von 13 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür in ihrer Praxis. Es gibt Führungen, Getränke und Kinderschminken. Und weil Bilder mehr sagen als tausend Worte ist auch die Fotografin Melanie Wolf dabei. Sie zeigt in einer Ausstellung unter dem Motto „Hebammenkraft“ Fotografien, die entstanden, als sie über zwei Monate hinweg die Hebammen bei ihrer Arbeit begleitet hat. Die Ausstellung hat an diesem Tag ihre Vernissage. Über ihre Zeit mit den Hebammen sagt sie: „Das war unglaublich bewegend, und ich war erstaunt, was zu dieser Arbeit so alles dazugehört.“ Mit ihren Fotos wolle sie die Bedeutung des Berufs der Hebamme in der Öffentlichkeit bekannter machen.

Nicht genügend Kapazität für alle Frauen

Auch wenn es zunächst lustig klingt, ist es eigentlich eine traurige Nachricht: Manche Frauen melden sich in der Praxis an, wenn sie gerade erst den Plan gefasst haben, mit ihrem Partner ein Baby zu zeugen. Der Grund: Es gibt viel zu wenig Hebammen.

„Wir haben nicht genügend Kapazität, um alle Frauen aufzunehmen“, bedauert Anouk Hirt. Sich früh anmelden, erhöht die Chancen. Viele Kurse sind im Angebot für die Zeit vor und nach der Geburt – wichtige Gelegenheiten für werdende Mütter und Väter, andere Frauen und Paare in der gleichen Situation kennenzulernen.

Und Hebammen hätten hier eine immer wichtigere Funktion: „Geburten fanden früher häufig im familiären Umfeld statt, man kannte Frauen, die einem etwas berichteten, man wusste viel mehr, was da passiert“, erzählt Petra Ströber. Heute würden solche Erfahrungen oft fehlen. „Das fangen wir auf mit unserer Zuwendung und unserer Erfahrung“, erzählt sie.

Kurse und Untersuchungen

Neben den vielen Kursen, die die Praxis in Kooperation mit unterschiedlichen Leiterinnen anbietet, gehören auch Untersuchungen zum Programm. In dem dafür vorgesehenen Raum der Praxis fehlen elektronische Geräte. Das wichtigste Untersuchungsinstrument einer Hebamme, „das sind unsere Hände“, sagt Rebecca Schneider. Wie sich ein Baby im Bauch entwickelt, lasse sich fühlen, Herztöne seien mit einem einfachen Rohr zu hören, es wird ganzheitlich beraten. „Es gibt Ängste, die wir nehmen wollen, und wir wollen Mut und Kraft vermitteln für das, was da ansteht“. Und natürlich begleiten die Hebammen auch die Geburt selbst. Auch sind sie oft ein Fels in der Brandung.

Wichtig ist ihnen: Ein Kind gebären ist ein natürlicher Vorgang, „und ein Kind im Bauch heranwachsen zu fühlen, es zu gebären und groß zu ziehen, das ist einfach etwas schönes, und wir wollen helfen, dass das auch so erlebt werden kann.“

Weitere Informationen gibt es auf die Homepage „hebammerei-hechingen.de“.

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