SWEG-Streik
: Burladinger Eltern organisieren Schulfahrten selbst

Auf den bestreikten Gammertinger Schulbuslinien von Sigmaringen bis Hechingen wissen sich die Eltern zu helfen. Doch der Ärger ist groß.
Von
Matthias Badura
Burladingen
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Busstreik SWEG Elterntaxis Schulzentrum Burladingen

Am Donnerstagnachmittag drängelte sich der Abholverkehr vor dem Schulzentrum Burladingen.

Matthias Badura
  • SWEG-Streik legt Schulbuslinien zwischen Sigmaringen und Hechingen lahm.
  • Am Donnerstag, 5. November, und Freitag, 6. November, fuhren dort keine Busse.
  • Eltern organisieren Fahrten selbst, Schulbetrieb in Burladingen läuft nahezu normal.
  • Viele pendeln in Fahrgemeinschaften – WhatsApp-Gruppen helfen bei der Abstimmung.
  • Ordnungsamt duldete Halten vor der Schule wegen Ausnahmesituation, sonst drohen Knöllchen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Streik der SWEG-Beschäftigten auch am Standort Gammertingen (Kreis Sigmaringen). Am Donnerstag, 5. November, und Freitag, 6. November, fuhren und fahren zum dritten Mal seit Beginn des Schuljahres auf den Linien zwischen Sigmaringen und Hechingen (Zollernalbkreis) keine Busse, zumal Schulbusse.

Den Schulbetrieb belastet das nicht, prophezeite in Burladingen Gregor Mössmer, stellvertretender Leiter des Schulverbundes. Er sah sich am Donnerstag aufgrund der Erfahrung der zurückliegenden Warnstreiks bestätigt. „Die meisten Eltern organisieren die Fahrten selbst. Nur wenige Kinder kommen gar nicht.“ Er sprach wohlgemerkt vom Schulbetrieb, der nahezu wie gewohnt vor sich geht. Dass der nochmalige Streik die Familien erheblich belastet und „nervt“ – sei demgegenüber klar und bedauerlich.

Die Eltern schimpfen

Er lag richtig. Eine Umfrage unserer Redaktion ergab am Donnerstag am Schulzentrum Antworten, die zu erwarten waren. Die Eltern schimpften. „Das ist besch...“, ärgerte sich ein älterer Herr aus Hausen. Er sei „den ganzen Tag am Herumkutschieren“, wobei er nicht nur die eigenen Enkel chauffiere, sondern auch jeweils mehrere ihrer Hausener Mitschüler transportiere. Stünde er als Großvater und Rentner nicht zur Verfügung, hätte seine Familie ein Problem. „Die Eltern sind ja berufstätig.“

Es sei „schlimm“, beklagte sich eine weitere Frau aus dem Killertal. Auch sie nimmt in ihrem Van Klassenkameraden ihrer Kinder mit. Sie wechselt sich bei den Touren mit anderen Eltern ab. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet und schauen, wer jeweils fahren kann.“ Das bestätigt, was Mössmer sagt: Die Eltern organisieren sich untereinander.

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Die Mutter in dem Mehrsitzer fügte noch hinzu: „Und dafür bezahlt man Busgebühren.“ Knifflig sind Fälle, in denen ein Teil der Kinder eine der drei Burladinger Grundschulen besucht, ein anderer aber die Mittelstufen wiederum in Burladingen oder gar in Hechingen und Gammertingen. „Mann ist nur noch am Fahren“, so ein Vater.

Verständnis für die Streikenden

„Der SWEG würde ich ein Zeugnis mit einer 6 ausstellen“, erboste sich ein weiterer Mann aus dem Killertal. Zwei Befragte äußerten dagegen zwar grundsätzliches Verständnis für den Tarifkampf, der im Hintergrund läuft und die Gewerkschaft Verdi veranlasste, ihre SWEG-Mitglieder an verschiedenen Standorten im Land zum nochmaligen Streik aufzurufen. „In dem Betrieb ist für die Arbeitnehmer vielleicht manches nicht in Ordnung.“ Aber, so eine Burladinger Mutter – deren Kinder sonst ebenfalls den Schulbus benutzen: „Die sollen sich endlich mal einigen!“ Ihr gesamter Zeitplan gerate durcheinander. Sie sei ständig in der Hektik, Termine einzuhalten. Eine andere Mutter hat, wie sie berichtete, das Fahrzeug ihrer eigenen Eltern, Rentner, zur Verfügung gestellt bekommen. „Mein Mann arbeitet auswärts und braucht unser Auto.“

Am Donnerstag gegen 12 Uhr waren nicht viele Elterntaxis aus den Teilorten vor der Schule zu finden. Sie parkten aus Sorge vor Strafzetteln auf umliegenden Parkplätzen und warteten dort auf ihre Rückkehrer. (Bei der Albstraße, die am Schulzentrum vorbeiläuft, handelt es sich um eine Einbahnstraße mit Halteverbot.) Die Furcht war in dem Fall unbegründet. Das Ordnungsamt, befand sich zwar vor Ort, drückte aber ein Auge zu. „Wir dulden das aufgrund der Ausnahmesituation.“

Mittags trauten sich doch mehr auswärtige Eltern hier, und auf der verwaisten Bushaltelinie vor dem Hallenbad anzuhalten, um ihre Kinder einzusammeln. Erschwert und leicht chaotisch wurde die „Ausnahmesituation“ durch örtliche Elterntaxis für Kinder, die ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen könnten. Darum ist es grundsätzlich richtig und im Normalbetrieb sogar vorgeschrieben, auf umliegende Möglichkeiten auszuweichen. Sonst gibts „Knöllchen“.