Stettener Musikerkirbe
: Grandiose Abschiedsmusik für die Festhalle

Singen für die Seele, Blasmusik fürs Gemüt und Schnitzel für den Leib. Welch bekömmliche Mischung zur Kirbe, serviert vom Musikverein Stetten, letztmals in der dem Abriss geweihten Festhalle!
Von
Hannes Reis
Hechingen-Stetten
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Fetzig aufgespielt hat der Musikverein Zimmern bei der Stettener Musikerkirbe.

Fetzig aufgespielt hat der Musikverein Zimmern bei der Stettener Musikerkirbe.

Hannes Reis
  • Stettener Musikerkirbe verabschiedete die zum Jahresende schließende Festhalle.
  • Patrick Bopp leitete das Mitsingen am Klavier – breite Songauswahl mit Texten auf Leinwand.
  • Viele junge Gäste sangen mit. Bopp warb: „Jeder hat eine Stimme“, Fehler sind erlaubt.
  • Am Sonntag spielte der Musikverein Zimmern. Es gab Schnitzel, Kartoffelsalat und Maultaschen.
  • Nachwuchs zeigte sich stark: Jugendkapellen unter Sebastian Schorr, dazu Saxophonquartett und Flötentrio.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Bereits zum dritten und vorerst letzten Mal begrüßte der Stettener Musikvereins-Vorsitzende Frank Buckenmaier hocherfreut den musikalischen Tausendsassa Patrick Bopp in der voll besetzten Stettener Festhalle, die zum Jahresende geschlossen wird. Es war mitnichten eine Trauerfeier, eher eine Riesengaudi, ein ausgelassenes Singen aus voller Kehle, bis die Wände wackelten. Der bemerkenswerte Zuspruch für das offene Mitsingen zeigt sich nicht nur bei „Stetten singt“, sondern auch an diesem unvergesslichen Abend. Bopp verspürt in seinen Auftritten eine Sehnsucht nach einem Miteinander in Empathie und Menschlichkeit angesichts einer mehr von Trennung und Gegeneinander dominierten Zeit. Miteinander singen ist Balsam für die Seele, und der Stettener Kirbe-Abend stimmte hoffnungsvoll. Auffallend viele junge Sangesfreudige fanden sich ein.

„Jeder hat eine Stimme“

Patrick Bopps Grundansatz ist ein ganz einfacher: „Jeder hat eine Stimme, und wenn es die innere ist“. Er ermutigte alle, mitzusingen, Fehler zu machen, zweite und dritte Stimmen zu erfinden, ob absichtlich oder nicht, sei egal. Jede Stimme zähle für den Gesamtklang. Gesungen wurde alles, was gewünscht wurde, die gesamte Bandbreite an Pop- und Rocksongs und alten Schlagern. Die Texte waren an der Leinwand zu sehen.

„Gute Nacht, Freunde...“

Die Singshow moderierte und begleitete Bopp virtuos am Klavier. In Abwandlung des legendären Schlagers von Drafi Deutscher aus dem Jahr 1965, neun Jahre älter als die Stettener Halle, hätte man singen können: „Marmor, Stein und die Halle bricht, aber unsere Liebe nicht.“ Patrick Bopp verabschiedete sich von seinem unbändig singenden Publikum mit Reinhard Meys wunderbarem Lied „Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn…“ aus dem Jahre 1972, zwei Jahre vor dem Bau der Festhalle. Ein Wiedersehen mit Patrick Bopp bei der Eröffnung der neuen Festhalle wäre gewiss der sehnlichste Wunsch aller.

Am Kirbesonntag begrüßte der Musikverein die Gäste zum Frühschoppen mit schmissiger Blasmusik des Musikvereins Zimmern bei Bisingen. Unzählige Besucher ließen an diesem trüben, kühlen Herbsttag die eigene Küche kalt und genossen in der warmen Festhalle Schnitzel mit Pommes, hausgemachtem Kartoffelsalat und Gemüse-Maultaschen mit buntem Salat. Geduldig warteten Neuankömmlinge in der zeitweise voll besetzten Halle auf das leckere Mittagessen, bestens unterhalten vom benachbarten Musikverein.

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Der Nachwuchs tritt auf

Für eine exzellente Nachwuchsförderung im Mittelbereich Hechingen steht das musikalische Bündnis von fünf Musikvereinen: der Stadtkapelle Hechingen und den Musikvereinen aus Jungingen, Schlatt, Stetten und Boll, aufgeteilt in Jugendkapelle 1 mit den Jüngeren und Jugendkapelle 2 mit den Älteren. Sie traten selbstbewusst auf unter der umsichtigen Leitung von Sebastian Schorr, Solohornist der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Felix Pflumm, Co-Vorsitzender des MV Stetten, würdigte die tolle zweijährige Nachwuchsarbeit des Dirigenten.

Frisch präsentierte sich das Saxophonquartett der 3. Grundschulklasse Stetten/Boll unter der Leitung von Andrea Riedel bei seiner Premiere. Abschließend zeigte das Flötentrio, geführt von Kathrin Oswald, mutig sein Können. Eltern, Geschwister, Angehörige und Musikliebhaber feierten den musikalischen Nachwuchs und wurden mit Kaffee, Kaltgetränken und leckeren, selbstgebackenen Kuchen verwöhnt.

Wohin im nächsten Herbst?

Auf die Frage, wo die Stettener im kommenden Jahr die Musikerkirbe feiern werden, gibt es noch keine Antwort. Aber der Musikverein Stetten wird eine Antwort finden, frei nach Friedrich Hölderlin: „Wo Not ist, wächst das Rettende auch.“