Schenkung Burladingen
: Der schönste Tag im Leben – Frau verschenkt Haus

Spende von Ingeborg Schmidt stärkt das Burladinger Bürgermobil und Projekte im Ortsteil Melchingen. Dafür wurde der pensionierten Ärztin großer Dank zuteil.
Von
Matthias Badura
Melchingen
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Ingeborg Schmidt trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Höhepunkt der Veranstaltung. Ingeborg Schmidt trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Burladingen ein, erhielt zudem Ehrennadel und Medaille der Kommune in Gold überreicht. „Es ist, als ob man den Nobelpreis bekäme“, sagte sie gerührt.

Matthias Badura
  • Eine pensionierte Ärztin vermachte ihr Haus der Stadt Burladingen – Erlös 200.000 Euro.
  • 150.000 Euro stärken „Bürger helfen Bürger“ und sichern Betrieb des Bürgermobils.
  • 50.000 Euro gingen nach Melchingen, wo der Verein „Dorfleben“ einen Treffpunkt schafft.
  • Die Geehrte erhielt Ehrennadel und Medaille in Gold und signierte das Goldene Buch.
  • Ein „Schwätzbänkle“ folgt im Frühjahr, die Lauchertmusikanten umrahmten die Feier.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Geehrte legte ihr Manuskript beiseite, sie sprach frei, aus dem Gefühl heraus. Was sie sich in ihrem Manuskript zurechtgelegt hatte, hatte nichts mit dem zu tun, worauf sie vorbereitet gewesen wäre. Die pensionierte Ärztin zeigte sich überwältigt, gerührt, beeindruckt. „Sie sehen mich wortlos, man fühlt sich, als ob man den Nobelpreis überreicht bekäme.“ Sie habe eine Schenkung zugunsten älterer Menschen machen wollen. „Ich hätte nie gedacht, dass dieser Impuls solche Formen annehmen würde.“

Gleichermaßen beeindruckt waren auswärtige Teilnehmer der Feier, darunter Mitglieder des Kreisseniorenrates: Über die Spende, die Ingeborg Schmidt der Stadt hatte zukommen lassen; über das, was die Stadt und der Ortsteil Melchingen daraus gemacht haben, über die Anstöße, die daraus hervorgingen, schließlich aber auch über die Feier selbst.

Hintergrund der Schenkung

Ingeborg Schmidt, die lange in Melchingen lebte, hatte ihr Wohnhaus im vergangenen Jahr der Stadt vermacht, mit dem Wunsch, man möge den Verkaufserlös – 200.000 Euro – der Seniorenarbeit in der Gesamtstadt zukommen lassen. Zuerst im Gespräch mit Bürgermeister Davide Licht, dann mit infrage kommenden Akteuren sowie Vertretern des Ortsteils Melchingen, voran Dorfchef Horst Lamparth, wurde vereinbart, dass der Verein „Bürger helfen Bürger“ 150.000 Euro erhalten soll, mit denen er zum einen den Betrieb für sein Bürgermobil sichert, das Geld zum anderen Teil für seine Seniorenarbeit, etwa in den beiden Altersheimen der Stadt, verwendet. Weitere 50.000 Euro kamen Melchingen zu, wo sich umgehend der Verein „Dorfleben“ gründete. Die Gruppe verwandte das Geld dazu, zunächst einen Platz mit einem „Schwätzbänkle“ zu schaffen, der zu einem Treffpunkt nicht nur für ältere Generationen werden soll. Der Platz, gelegen neben dem vormaligen Wohnhaus von Ingeborg Schmidt wurde – auch mithilfe von viel Eigenleistung und weiteren Sponsoren – bereits verwirklicht.

Daneben entwickelte der Verein weitere Aktivitäten und hat, wie man im Lauf des Abends erfuhr, genaue Vorstellungen für Veranstaltungen und Einrichtungen, die Alt und Jung miteinander verbinden sollen.

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Zunächst fand am Samstag die Einweihung des Platzes statt. Helmut Viesel (Platzbeauftragter) erläuterte dessen Entstehung, Ingeborg Schmidt durfte dann die Gedenktafel mit ihrem Namen enthüllen. Weiter ging es im Ehrenmarsch, die Melchinger Lauchertmusikanten vorneweg, in die geschmückte und voll besetzte Festhalle.

Einweihung Platz in Melchingen mit Ingeborg Schmidt

Der neu geschaffene Platz, der in Melchingen mit der Schenkung ermöglicht wurde. Das „Schwätzbänkle“ fehlt noch, Im Frühjahr soll es aufgestellt werden.

Matthias Badura

Bürgermeister Davide Licht erläuterte in seiner Laudatio, wie es zu der Schenkung kam und welche Schritte nötig waren, sie im Einvernehmen aller Beteiligten, rechtlich korrekt und dem Wunsch der Geberin folgend, umzusetzen. Er richtete seinen Dank an die Beteiligten, in besonderer Weise natürlich an Ingeborg Schmidt. Als Abschluss überreichte er ihr „in dankbarer Würdigung ihrer Verdienste“ die Ehrennadel mit Medaille in Gold der Stadt. Dem Dank schloss sich namens des Ortsteils Ortsvorsteher Horst Lamparth an.

Ein wohltuender Bazillus

„Dorfleben“-Vorsitzender Meinrad Hirlinger scherzte, die Spende der vormaligen Dorfmitbewohnerin habe einen Bazillus des Engagements in Melchingen freigesetzt. Er meinte damit die umfassende Unterstützung, die der Realisierung des neuen Platzes zugutekam, aber auch die Tatkraft, die sich mit der Gründung des Vereins entfaltete. Er hoffe, dieser Bazillus greife weiter um sich.

Karl-Moritz Kraus, Vorsitzender von „Bürger helfen Bürger“ legte nochmals dar, dass das Bürgermobil älteren Menschen ohne Fahrgelegenheit in allen Ortsteilen kostenlos und auch innerhalb der Ortsteile, wie er betonte, zur Verfügung steht.

Ehrenfahrgast auf Lebenszeit

Den Dank des Bürgervereins drückte Kraus aus, indem er Ingeborg Schmidt zum Ehrenfahrgast auf Lebenszeit ernannte. Das Mobil, ließ er ebenfalls wissen, habe die Geehrte an diesem Nachmittag an ihrem jetzigen Wohnort, einer Seniorenresidenz in Stuttgart, abgeholt. Man werde sie selbstverständlich erneut befördern, wenn das Schwätzbänkle im Frühjahr eingeweiht wird.

Mitglieder des neuen Melchinger Vereins stellen vor, welche Ziele man sich gesetzt hat und zeitnah umsetzen will. Krönender Höhepunkt: Ingeborg Schmidt durfte sich im Goldenen Buch der Stadt verewigen.

Abschluss: Der Lindenhof-Schauspieler Gerd Höfermayer trug vier Gedichte vor. Er war gleich mit der Gründung in den Verein eingetreten. Eine tolle Sache, wie er später im Gespräch mit unserer Redaktion meinte, ermögliche der Verein doch etwa ihm, sich stärker ins Gemeindeleben einzubringen.

Die Lauchertmusikanten umrahmten die Ehrung von Ingeborg Schmidt

Die Lauchertmusikanten umrahmten die Ehrung.

Matthias Badura

Bevor das Buffet eröffnete, spielten die Lauchertmusikanten nochmals auf. Schon zuvor hatte sich der gesamte Saal zu stehendem, lang anhaltendem Beifall für Ingeborg Schmidt erhoben. Als sie schließlich ins Bürgertaxi einstieg, verabschiedete sie sich mit den Worten: „Das war der schönste Tag in meinem Leben.“

Sie haben aus sozialen, tief humanitären Gründen gehandelt
Horst Lamparth
Ortsvorsteher Melchingen