Salzbergwerk Haigerloch-Stetten: Grubenwehr erhält zwei neue Fahrzeuge für Einsätze unter Tage

Die Grubenwehr des Salzbergwerks in Stetten hat zwei neue Fahrzeuge.
MarschalOft kommt es nicht vor, dass die Grubenwehr des Salzbergwerks in Stetten ausrücken muss – glücklicherweise. Doch für den Fall der Fälle liegt das Leben der Mitarbeiter des Bergwerks in ihren Händen. Etwa bei einem Brand unter Tage arbeiten die Angehörigen der Grubenwehr unter verschärften Bedingungen.
Damit die Wehr gut gerüstet ist, wurden die beiden mehr als 40 Jahre alten Fahrzeuge und ausgemustert und durch zwei neue ersetzt. Beide Fahrzeuge wurden am Freitagmorgen in einem Gottesdienst auf dem Werksgelände von Pfarrer Michael Storost eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Wobei das zweite Fahrzeug, ein Gerätewagen, erst in letzter Sekunde geliefert wurde. Der Gottesdienst hat gerade begonnen, als der Autotransportwagen beladen mit dem roten Rüstwagen in die Einfahrt bog. Pünktlich zum Ende des Gottesdienstes war das neue Fahrzeug abgeladen.
8 000 Liter Wasser
Beide Fahrzeuge haben bereits ein Eisatzleben hinter sich. Der kleinere Rüstwagen ist Baujahr 2025, der große Tanker 2001. „Aber beide sehen deutlich jünger aus“, stellte Standortleiter Volker Ehwald bei der Feierstunde mit der Grubenwehr und weiteren Mitarbeitern fest. 400 000 Euro hat die Firma Wacker für die beiden Fahrzeuge eingeplant, doch unterm Strich hat das Unternehmen sie für deutlich weniger Geld bekommen. Der Tanker kann bis zu 8 000 Liter Wasser befördern, was ein wesentliches Auswahlkriterium für das neue Fahrzeug war, weiß Frank Stocker, Oberführer der Grubenwehr. Schließlich herrschen unter Tage andere Bedingungen, die Wasserinfrastruktur sei deutlich schlechter als oberirdisch.

Pfarrer Michael Storost segnet das neue Einsatzfahrzeug der Grubenwehr.
Foto: MarschalWeil unter Tage eben verschärfte Bedingungen herrschen, erbat Pfarrer Storost gleich bei zwei Heiligen den Segen für die neuen Fahrzeuge: Der Heilige Florian ist Schutzpatron der Feuerwehrleute, die Heilige Barbara die Schutzpatronin der Bergleute. „Das ist wichtig, damit Sie unbeschadet ihrer Arbeit im Bergwerk nachgehen können“, meinte der Pfarrer.
Der Grubenwehr des Salzbergwerks gehören 24 Feuerwehrleute an. Dabei handelt es sich nicht um eine Berufsfeuerwehr, viel mehr sind die Mitarbeiter der Firma Wacker zusätzlich als Feuerwehrleute ausgebildet. „Wir sind organisiert wie eine freiwillige Feuerwehr“, erklärt Stocker. Geprobt wird einmal im Monat. Das meiste unter Atemschutz. Bei der Grubenwehr werden sogenannte Kreislaufgeräte verwendet, die bis zu vier Stunden Sauerstoff abgeben.
Einsatzgebiet unter Tage
Da sich das Einsatzgebiet auf das Werksgelände und das Salzbergwerk unter Tage beschränkt, hält sich die Zahl der Einsätze in Grenzen. Die meisten der Mitglieder dürften noch nie zu einem Einsatz ausgerückt sein, denn Stocker ist keiner bekannt in den vergangenen Jahren. Dennoch ist eine Grubenwehr verpflichtet für Bergwerke. Und das aus gutem Grund. Denn im Notfall herrschen unter Tage extreme Bedingungen und die Mitarbeiter sind einer besonderen Gefahr ausgesetzt.