Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein: Mosaiklegen statt Smartphone: Riesenandrang beim Kindererlebnistag

Man muss vor allem den jüngeren Besuchern eine gute Show bieten: Beim Kindererlebnistag im Römischen Freilichtmuseum Stein waren die Gladiatoren los.
privat- Kindererlebnistag im Römermuseum Hechingen-Stein zog über 550 Gäste an.
- Kinder probierten römische Kleidung, Spiele, Mosaiklegen, Bogenschießen und Schmieden.
- Gladiatoren traten um 15 Uhr auf und erklärten Leben, Training und Kampf.
- Spielplatz entlastete Eltern – Römer-Quiz und Sagenerzähler Harto rundeten ab.
- Tag des offenen Denkmals: Brot im Holzofen und Mulsum-Tasting, Sonderausstellung läuft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn der Förderverein des Römischen Freilichtmuseums die an den Parkplatz angrenzenden Wiesen an der L 410 noch belegen muss, um die Autos der vielen Besucherinnen und Besucher unterzubringen, ist das ein hervorragendes Zeichen. Wer am vergangenen Sonntag die Villa rustica bei Stein besuchte, musste nicht unbedingt ein Faible für lateinische Inschriften oder 2000 Jahre alte Mauerreste mitbringen. Neugier genügte.
Ein hervorragend besuchter Programmtag
Mehr als 550 große und kleine Besucher nutzten den herrlichen Tag, um in die Welt der Römer einzutauchen. Statt nur durch das Museum zu schlendern, durften vor allem die Kinder selbst aktiv werden: römische Kleidung anprobieren, antike Spiele ausprobieren, beim Bogenschießen die eigene Treffsicherheit testen oder dem Schmied über die Schulter schauen, wie aus glühendem Eisen langsam ein brauchbarer Gegenstand entstand.
Der Kindererlebnistag zeigte dabei ganz nebenbei, dass Kinder durchaus bereit sind, sich längere Zeit mit einer Sache zu beschäftigen – wenn man sie nur machen lässt. Beim Mosaiklegen entstanden eigene kleine Kunstwerke, bei den römischen Spielen wurde ausprobiert und getüftelt, und beim Bogenschießen waren Konzentration und eine ruhige Hand gefragt.
Geschichte funktionierte an diesem Tag deshalb weniger als Unterrichtsstunde und mehr als Abenteuer: anfassen, ausprobieren, fragen und staunen. Auch beim Römer-Quiz waren kleine Geschichtsdetektive gefragt. Wer nach so viel Antike eine Pause brauchte, konnte den Geschichten von Sagenerzähler Harto lauschen – und dabei feststellen, dass die Menschen vor 2000 Jahren mindestens ebenso spannende Geschichten zu erzählen hatten wie heute.
Gladiator – kein entspannter Beruf
Besonders groß war die Aufmerksamkeit am Nachmittag. Um 15 Uhr rückten die Gladiatoren des Ludus Sumelocennae an. Sie erklärten, wie Gladiatoren lebten, trainierten und kämpften, und zeigten anschließend ihre Kampfkunst. Spätestens da dürfte dem einen oder anderen Nachwuchs-Römer klar geworden sein, dass „Gladiator werden“ im alten Rom zwar beeindruckend klang, aber vermutlich kein besonders entspannter Beruf war.
Damit die Eltern durchschnaufen können
Großen Zuspruch fand auch der weitläufige Spielplatz des Museums. Während die Eltern sich umschauten, miteinander ins Gespräch kamen oder eine Pause einlegten, wurde dort ausgiebig geklettert, gerutscht und gespielt. Der Spielplatz erwies sich damit einmal mehr als wichtiger Bestandteil des Familienangebots. Und er erfüllt eine Funktion, die vermutlich schon die Römer verstanden hätten: Nach einem erlebnisreichen Tag braucht auch der Nachwuchs irgendwann eine Beschäftigung – vorzugsweise eine, bei der die Erwachsenen kurz durchschnaufen können.
Bei vielen Kindern und auch Erwachsenen dürfte am Ende vor allem eine Erkenntnis hängen geblieben sein: Römerzeit kann richtig viel Spaß machen.
Die Römer machen mit beim Tag des offenen Denkmals
Schon an diesem Sonntag, 13. September, gibt es einen weiteren Anlass für einen Besuch im Römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein: Zum Tag des offenen Denkmals wird die römische Vergangenheit wieder ganz unmittelbar erlebbar. Dabei geht es dieses Mal auch um den Geschmack der Antike: Im Holzofen wird Brot nach römischer Art gebacken. Besucher können miterleben, wie mit einfachen Mitteln und nach historischem Vorbild aus Teig und Feuer ein Grundnahrungsmittel entsteht, das schon vor rund 2000 Jahren auf den Tisch kam.
Nur für Erwachsene: Mulsum-Verkostung
Für die erwachsenen Besucher gibt es außerdem ein Mulsum-Tasting. Mulsum, ein mit Honig und Gewürzen verfeinerter römischer Würzwein, gehörte zur antiken Ess- und Trinkkultur und bietet die Gelegenheit, die Römerzeit einmal auf ganz andere Weise kennenzulernen.
Geöffnet hat das Freilichtmuseum sonntags von 10 bis 17 Uhr und, wenn das Wetter passt, noch eine Stunde länger. Parallel zum regulären Museumsbetrieb ist derzeit die Sonderausstellung „Zwischen Göttern, Heilern und Skalpell – Antike Medizin“ zu sehen. Sie beschäftigt sich mit Heilern, medizinischen Vorstellungen und Behandlungsmethoden der Antike und ist noch bis zum 2. November geöffnet.
