Repowering: Aus drei Windrädern auf dem Himmelberg soll ein neues werden

Die Windräder auf dem Himmelberg bei Melchingen galten bei der Inbetriebnahme als Sensation. Inzwischen sind sie veraltet und den Nachfolgegenerationen an Leistung weit unterlegen.
Archiv/Gudrun Stoll- Betreiber wollen den ältesten Windpark in Baden-Württemberg repowern.
- Drei alte Anlagen sollen einem neuen Windrad vom Typ Vestas V 172 weichen.
- Die Leistung steigt von 1,8 auf 7,2 Megawatt – geplanter Jahresertrag 21.000 Megawatt.
- Das neue Windrad würde 261 Meter hoch, die alten ragten bis 67 Meter.
- Gemeinderat reagiert wohlwollend, weitere Prüfungen im Genehmigungsverfahren folgen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist bekannt: Der Windpark auf dem Himmelberg in Melchingen (Zollernalbkreis) mit seinen drei Windmühlen ist der älteste in Baden-Württemberg und stellte seinerzeit politisch wie auch wirtschaftlich und technologisch eine Pionierleistung dar.
Nach 30 Jahren jedoch hat er ausgedient. Eine still stehende Windmühle musste im vergangenen Jahr ausgebessert werden, jetzt wäre die nächste an der Reihe. Wirtschaftlich ist die Anlage längst überholt, neue Generationen von Windanlagen liefern ein Vielfaches an Energie. Abbauen wäre eine Möglichkeit. Die Betreiberfirma Sowitec möchte jedoch einen anderen Weg gehen. Sie will „repowern“, heißt auf Deutsch: den vorhandenen Standort mit neuen und leistungsstärkeren Windrädern bestücken.
Windrädern? Wie Steffen Mauser, Abteilungsleiter für Projektentwicklung bei Sowitec, dem Burladinger Gemeinderat in der jüngsten Sitzung erläuterte, denkt sein Unternehmen daran, nur ein neues Windrad anstelle der bestehenden drei zu errichten.
Ein Vielfaches an Energie – und Höhe
Die vorhandenen drei Mühlen erzeugten eine Leistung von 1,8 Megawatt, die neue des Typs Vestas V 172 könnte 7,2 erbringen. Das entspräche einem Jahresertrag von 21.000 Megawatt. Neben der Leistung besteht allerdings ein weiterer Unterschied: Eos, Aiolos, und Helios ragten bis zur Flügelspitze 67 Meter in den Himmel. Der geplante Nachfolger würde es auf 261 Meter bringen!
Der Gemeinderat nahm das Vorhaben der Firma zur Kenntnis. Wohlwollend, darf man sagen. CDU-Stadträtin Dörte Conradi meinte, es sei grundsätzlich sinnvoll den ausgewiesenen Standort weiterzubetreiben. Allerdings hänge die Entscheidung zuletzt von der Meinung der unmittelbar betroffenen Bevölkerung in Melchingen ab. Weiter wünschte sie sich eine Simulation, wie das neue Windrad auf dem Himmelberg aussehen würde. Mauser versprach, das nachzuliefern.
Sorge um die Dorfentwicklung
Ortsvorsteher Horst Lamparth sagte, in Melchingen sei man seit 30 Jahren windkrafterprobt, und der Ortschaftsrat stehe dem „Repowering“ aufgeschlossen gegenüber. Bedenken hege man allenfalls, weil die neue Anlage die mögliche Ausweisung künftiger Wohngebiete unterhalb des Himmelbergs behindern könnte. Mauser sah hier grundsätzlich keine größeren Probleme. Gegebenenfalls gäbe es die Möglichkeit, das Windrad nachts abzuschalten.
Damit ist der Gemeinderat – wie zuvor schon der Ortschaftsrat Melchingen – in Kenntnis gesetzt. Es folgen weitere Prüfungen im Zuge des notwendigen Genehmigungsverfahrens.
