Ortstafeln: In Killer hat schon wieder ein Ortstafel-Killer zugeschlagen

Dass Tempo 50 gefahren werden soll, gebietet üblicherweise an einem Ortseingang das Ortsschild. Aber das wurde in Killer zum wiederholten Male gestohlen.
Matthias Badura- In Killer wurde erneut das Ortsschild am Dorfeingang gestohlen – Ersatz kostet mehrere hundert Euro.
- Die Schilder verschwinden seit Jahren an drei Ortseingängen, eine Sicherungsmethode fehlt.
- Verschweißen half nicht, teils wurden Rahmen samt Fundament entfernt; Felslösung ist nicht zulässig.
- 2021 kam ein Schild nach öffentlichem Aufruf zurück. Mini-Sticker und Magnete gab es 2022.
- Deutschlandweit verschwinden etwa 3000 Ortsschilder pro Jahr, oft wegen kurioser Ortsnamen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was fehlt da mal wieder? Die Ortstafel des Burladinger Stadtteils mit dem prägnanten Dorfnamen Killer (Zollernalbkreis). Geklaut! Eine Stellungnahme von Ortsvorsteher Gerd Schäfer einzuholen, erübrigte sich. Er hätte dasselbe geäußert wie beim letzten, vorletzten und vorvorletzten Mal – und wie vor ihm sein Amtsvorgänger Josef Pfister. Wie oft die Schilder an drei Ortseingängen bereits bei Nacht entwendet wurden, lässt sich kaum mehr zählen. Es würde einer längeren Recherche bedürfen.
Eine Methode, die Schilder zu sichern, ist bisher nicht gefunden. Warum nicht die Tafeln mit der Halterung verschweißen? Nein, keine Chance. In dem Fall werden sie samt Rahmen und Fundament aus dem Boden gerissen. Das ist schon vorgekommen. Es gab auch die Idee, sie in einen massiven Felsbrocken einzulassen. Das sähe womöglich sogar hübsch aus, ist jedoch aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht zulässig.
Auf amerikanischer Plattform wiederentdeckt
Wo die Ortstafeln verbleiben, ist ungeklärt. An den Wänden von Partykellern? Ein Mitbürger von Killer berichtete vor längerer Zeit, er habe eines davon auf einer amerikanischen Verkaufsplattform entdeckt. Bestätigt ist seine Beobachtung nicht. Denkbar schon.
Nur einmal kehrte 2021 eines zurück. Die jugendlichen Täter auf ihren Zweirädern wurden gesehen, zwar nicht klar identifiziert, doch hätte man sie bei weiteren Nachforschungen sicherlich herausfinden können. Es folgte ein öffentlicher Aufruf von Ortsvorsteher Schäfer, wonach die Täter die Chance erhalten, das Schild zurückzugeben, bevor sich die Polizei mit harter Konsequenz an die Ermittlungen macht. Die Drohung wirkte. Eines frühen Morgens stand das gesuchte Diebesgut vor dem Eingang des Killer Bürgerhauses. Das war jedoch der einzige bekannte Erfolgsfall einer Wiedererlangung.
Es gab daneben einen anderen Versuch, Klauer abzuhalten. 2022 gaben Stadt- und Ortsverwaltung Sticker und Magnettafeln in Miniaturform des begehrten Ortsschildes heraus. Die waren stark nachgefragt und hielten nach dem Erwerb vielleicht den einen oder anderen ab, sich des Originals zu bemächtigen. Man weiß es nicht. Auf jeden Fall fehlt jetzt wieder eine Ortstafel. Ersatz zu beschaffen und neu anzubringen wird einige hundert Euro Kosten. Geld des Bürgers.

Killer Ortstafeln en miniature – im Kleinformat, für jedermann erhältlich.
Matthias BaduraIn Deutschland werden jährlich rund 3000 Ortsschilder gestohlen. Die meisten Opfer von „Souvenirjägern“ sind Gemeinden mit kuriosen, zweideutigen oder popkulturell relevanten Namen. Zu den Heimgesuchten gehören Sexau, Fickmühlen, Brasilien, Asbach, Kotzheim oder Petting. Alle diese Ortsnamen gibt es wirklich. Ihre Herkunft erklärt sich aus der Historie und einem vor langer Zeit vollkommen anderen Sprach- und Schreibgebrauch. So auch im Falle Killers. Der Name des Burladinger Stadtteils leitete sich von der mittelalterlichen Bezeichnung Kilwil ab – Kirchweiler.
Notbremse: Fucking wird zu Fugging
In Österreich wurde die Gemeinde Fucking derart von Schilderdieben heimgesucht, dass sie ihren Ortsnamen 2020 in Fugging ändern ließ. So schreibt sich die Gemeinde nach offizieller Umbenennung auch auf den Eingangstafeln.