Nichtraucherschutz
: Klagen über Qualmerei auf der Junginger Freibad-Liegewiese

Hechingen, Jungingen, Burladingen haben das neue Rauchverbot auf öffentlichen Plätzen umgesetzt. Kontrolliert wird nicht. Das stieß auf eine massive Beschwerde.
Von
Matthias Badura
Hechingen/Jungingen/Burladingen
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Raucherzone im Junginger Freibad

Die Raucherzone im Junginger Freibad mit Aschenbecher. Nicht zu übersehen und klar ausgewiesen. Trotzdem halten sich nicht alle Raucher an das Rauchverbot rundum. Das Phänomen gibt es auch im Hechinger Freibad. Die Frage ist, wer kontrolliert, wer ruft die Zuwiderhandelnden zur Ordnung?

Matthias Badura
  • Neues Landesnichtraucherschutzgesetz gilt seit dem 1. Juni – Schutz von Kindern im Fokus.
  • Hechingen: Bushaltestellen und Spielplätze rauchfrei, Schulen ohne Raucherzonen, klar geregelt.
  • Freibäder: In Hechingen und Jungingen ist Rauchen auf Liegewiesen verboten, es gibt Raucherbereiche.
  • Kontrollen fehlen oft, Personal verweist bei ruhigem Betrieb auf Verbot und Zonen.
  • Beschwerde aus Jungingen: Rauch auch außerhalb der Zonen, nun zusätzliche Verbotsschilder.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das „novellierte Landesnichtraucherschutzgesetz“ trat am 1. Juni in Kraft. Wurde es durchgesetzt, wird es eingehalten? Die neue Regelung verschärft und erweitert die schon länger bestehenden Verbote, sich auf öffentlichen Plätzen eine Kippe anzuzünden. Geschützt werden sollen Orte, an denen sich insbesondere Kinder und Jugendliche aufhalten.

Raucherecken in Schulen „gab es nie“

Die Stadt Hechingen (Hohenzollern) hat daraufhin in Verbindung mit den Busunternehmen Bushaltestellen mit Aufklebern als rauchfreie Zone ausgewiesen. Auf Kinderspielplätzen, so Pressesprecher Thomas Jauch auf unsere Anfrage hin, bestand schon bisher ein grundsätzliches Rauchverbot. Dasselbe gelte für die Schulen. Dort durfte bereits bisher nicht auf dem Pausenhof gequalmt werden. „Offizielle Raucherecken gab es nie“, stellt Jauch klar.

Was das Freibad der Zollerstadt angeht, „war dort bisher Rauchen auf der Liegewiese erlaubt.“ Schon seit einigen Jahren sei aber die Fläche rund um den Kinderbereich als rauchfreie Zone ausgewiesen gewesen.

Bisherige Erfahrung: „Raucherzone wird akzeptiert“

Seit dem 1. Juni ist das Rauchen im Freibad prinzipiell verboten. Allerdings wurde gegenüber den Sommerumkleidekabinen ein Raucherbereich eingerichtet. Bis dato gebe es keine Probleme mit dieser Regelung. Die Raucherzone werde akzeptiert – so laut Jauch die Erfahrungen im Juli.

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Keine Kontrollen durch die Stadt

Extra Kontrollen zur Einhaltung des Verbotes in der Hechinger Öffentlichkeit sind jedoch vonseiten der Stadt keine vorgesehen – „weil personell nicht leistbar.“

Wird auf der Freibadwiese weiter „munter geraucht“?

Darüber, dass in Freibädern weiterhin auch außerhalb der dort eingerichteten Zonen Tabakdämpfe wabern, beschwerte sich eine Person bei unserer Zeitung. Besonders sei ihr das in Jungingen (Hohenzollern) aufgefallen. Dort werde auf der „ganzen Freibadwiese“ weiter „munter geraucht“. Vor dem Eingang gebe es zwar einen Schaukasten mit den Baderegeln „und viel Kleingedrucktem“, nirgendwo allerdings den Hinweis für die Raucher, dass das Rauchen auf der gesamten Liegewiese verboten sei. Einige würden sogar in nächster Nähe des Beckens „ungeniert“ ihrem Genuss nachgehen, so die Darstellung.

Szene aus dem Freibad Jungingen

Abseits der Raucherzone herrscht Badespaß: Paul, Moritz, Paul und Lenni stürzen sich in die Fluten.

Matthias Badura
Szene aus dem Junginger Freibad

Und sie sind gut angekommen! Am frühen Nachmittag herrscht im Becken noch nicht viel Betrieb. Doch die Saison läuft – natürlich aufgrund des Wetters – außergewöhnlich gut.

Matthias Badura

Wir sprachen mit dem Aufsichtspersonal und mit Kämmerer Manuel Kaupp, der momentan im Junginger Rathaus den im Urlaub weilenden Bürgermeister Oliver Simmendinger vertritt. Vonseiten des Personals hieß es uns gegenüber, man sei sehr wohl vereinzelten Beschwerden nachgegangen und habe die Zuwiderhandelnden aufgefordert, ihre Kippe im gut ausgewiesenen, klar erkennbaren Raucherbereich (einer auf der Terrasse, einer überdacht) zu Ende zu bringen. Aber man könne als verantwortliche Badeaufsicht am Becken, zumal in dieser gut besuchten Saison, nicht seinen Posten verlassen, um regelmäßig auf Patrouille über die weitläufige Liegewiese zu gehen.

Ähnlich nochmals Thomas Jauch in einer aktuellen Stellungnahme: „In Einzelfällen wird das Verbot missachtet. Bei Freibad-Vollbetrieb an Sommertagen, so wie es halt in den letzten Wochen war, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Zeit für entsprechende Kontrollen und Hinweise. Bei ruhigerem Betrieb weisen die Mitarbeiter gegebenenfalls Besucher, die auf der Liegewiese rauchen, auf das Verbot und die extra eingerichtete Raucherzone hin.“

Verbot sollte klar erkennbar sein

In Jungingen wird außerdem darauf aufmerksam gemacht, dass im Frühjahr der Zigarettenautomat am Eingang abgehängt wurde. Ein Verbotsschild auf der Wiese fehlte bisher allerdings tatsächlich. Aber eigentlich, meint Manuel Kaupp, sollte die neue Regelung auch so klar und deutlich erkennbar gewesen sein. Zumal sie in der Öffentlichkeit breit kommuniziert wurde. Trotzdem hat man jetzt zusätzliche Verbotsschilder aufgestellt. Er geht von möglichen Einzelfällen aus, kann sich aber nicht vorstellen, dass Jungingen ein Hotspot sei. Er selber, fügt der Kämmerer hinzu, habe bisher keine Raucher-Klagen vernommen.

Die Person, die sich bei uns meldete, ist hingegen der Ansicht, es sei sehr wohl die Pflicht des Personals, dafür zu sorgen, dass das Verbot umgesetzt wird. Dem halten aber auch Angestellte anderer Freibäder entgegen, dass Besucher, die  sich – zu Recht – gestört fühlen, die Nikotinler zunächst einmal selbst ansprechen könnten.

Kein Thema in Burladingen

Seliges Burladingen. „Bei uns ist das kein Thema, wir haben kein Freibad und keine größeren Parkanlagen“, sagt Ordnungsamtsleiter Martin Paulus. Das Verbot gilt natürlich auch im Stadtgebiet auf der Alb. Über Verstöße auf öffentlichen Plätzen, Schulhöfen oder an Bushaltestellen sei ihm jedoch bisher nichts zu Ohren gekommen.

Security kostet Geld

Andere Lösungen für Freibäder: Ein absolutes Raucherverbot verhängen. Diesen Weg haben verschiedene Kommunen beschritten. Andere schrecken davor zurück, um Gäste nicht zu vergrämen. Man ist auf die Einnahmen in den Bädern, die teuer verhalten werden müssen, angewiesen. Oder, zweite Möglichkeit: Angesichts überall herrschender Personalknappheit, eine Security mit der Kontrolle beauftragen. Das aber würde die Kosten erneut erhöhen.