Neururer in Ringingen: In Ringingen zeigt die Trainer-Legende, was der Bundesliga fehlt

Begrüßung im Weilerstadion in Ringingen (Hohenzollern). Sven Poschmann, Co-Trainer der Zweiten Mannschaft des SV Ringingen/FC Killertal 04, Sven Denkinger, Trainer der Ersten Mannschaft, Stefan Schoser, Mit-Vorsitzender des SV Ringingen und Peter Neururer.
Matthias Badura- Peter Neururer leitete ein intensives Training bei der SGM SV Ringingen/FC Killertal 04.
- Über 200 Zuschauer sahen Liegestütze, Dribbling und klare Ansagen – die Spieler hielten durch.
- Nach dem Training folgten Autogramme und Anekdoten aus seiner Laufbahn, teils mit Egon Flad.
- Neururer kritisierte Bundesliga-Trends: Videobeweis, Trainerrolle und Trinkpausen.
- Möglich machte den „Training Day“ Reifenhändler Oliver „Oli“ Betz über einen Gewinn.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beide Mannschaften waren angetreten; geschätzt über 200 Zuschauer schauten auf den Rängen zu; und selbst ein absoluter Fußball-Laie, der für unsere Redaktion mit dabei war, verließ das Gelände erst nach Stunden (absolut begeistert) – so ein Training gab's bei der Spielgemeinschaft SV Ringingen/FC Killertal 04 im Ringinger Weilerstadion (Zollernalbkreis) noch nie. Trainer-Legende Peter Neururer war gekommen, um die Übungen zu leiten. Außerdem Egon Flad, sein ehemaliger Spieler bei Schalke 04. Das wollte man sich nicht entgehen lassen. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht.

Die Trainer-Legende ließ die Jungs ordentlich schwitzen. Liegestützen sind gut, geben Kraft. Wenns nicht fürs Fußballspielen lang, dann um Klaviere zu schleppen.
Badura
Blick in die Zuschauerkulisse, insgesamt dürften es über 200 gewesen sein, die das Training im Weilerstadion miterleben wollten.
BaduraNeururer mampfte nach dem herzlichen Wiedersehen mit Egon Flad auf dem Parkplatz des Ringinger Weilerstadions zunächst eine Rote, dann nahm er die beiden Mannschaften ordentlich ran. Zuerst Aufwärmtraining. Alle zwei Minuten erscholl das Kommando: „Und jetzt wieder zehn Liegestütze!“ Das gefiel natürlich – dem Publikum. Als es ans Dribbeln oder Abspielen ging, hatten die Jungs bereits ordentlich rote Köpfe und schnauften merklich. Aber sie hielten durch. Peter Neururer kommentierte und korrigierte. Mal tat er das kameradschaftlich, mal mit deutlichen Worten. „Das war sch..., nochmal von vorn.“ So kennt man ihn, so mag man ihn.

Matthias Schuler wollte als Besucher ein Selfie von sich, Egon Flad und Peter Neururer haben. Er war nicht der einzige.
Badura
Drei Kämpen: Hans Lindner und Hans-Peter Rist wollten ebenfalls mit der Trainerlegende fotografiert werden. Die beiden vormaligen Spieler des Ringinger SVR wiesen darauf hin, dass sie demselben Jahrgang wie Peter Neururer entstammen: 1955.
BaduraAutogrammstunde im Vereinsheim
Am Schluss gab es ein Gemeinschaftsfoto, auf das selbstverständlich auch Oliver „Oli“ Betz gehörte. Der Reifenhändler hatte das Training vermittelt (wir berichteten). War damit Schluss? Nein. Neururer kam gleich darauf ins Vereinsheim zur Autogrammstunde. Viele drängten herzu und wollten bei der Gelegenheit zudem eine Unterschrift von Egon Flad haben, der neben dem Ex-Trainer am Tisch saß. „Bist du nicht eigentlich VfB-Fan“, fragte der Korrespondent unserer Redaktion einen Bekannten, der Neururer die Hand schütteln wollte. Der Bekannte lächelte: „Heute sind wir doch alle Schalker!“

Dieser junge Mann wollte die Unterschrift auf seinem Shirt haben.
Burladingen RingingenAuf die Fragen der Anwesenden hin erzählte Neururer nach der Autogrammstunde packend aus seiner Trainerlaufbahn bei Rot Weiß Essen, Blau Weiß Berlin oder beim VfL Bochum. Der 71-Jährige äußerte sich darüber hinaus kritisch über die derzeitigen Verhältnisse in der Bundesliga. Früher habe der Trainer eine Mannschaft zusammengestellt, heute würden das bekanntlich Präsidenten und Manager übernehmen. „Aber der Trainer soll dann die Verantwortung tragen.“ Ein Unding.
Ruckzuck kommen Beschwerden
Video-Beweis? Bei bestimmten Spielszenen seien die Aufnahmen hilfreich, aber grundsätzlich „falsch“. Heutige Trainingsmethoden? So eines, wie er es an dem Abend in Ringingen absolviert habe, als scharfer Hund, sei in der Bundesliga nicht mehr möglich. „Da kommen ruckzuck Beschwerden und der DFB.“
Trinkpause macht das Spiel kaputt
Was hält er von der in der zurückliegenden WM in den USA eingeführten Trinkpause? Gar nichts! Sie mache das laufende Spiel kaputt. Aber solange dort „ein Idiot wie Donald Trump herumläuft“ betrete er die Staaten ohnehin nicht mehr.
Neururer erzählte ebenso von persönlichen Niederlagen, Siegen, Rauswürfen, von großen Einnahmen, auf die wieder finanzielle Pleiten und Verzweiflung folgten. Nicht zuletzt schilderte er einen Herzanfall, bei dem er dem Tod von der Schippe sprang. „Geld kann man irgendwann genug haben. Gesundheit ist wichtiger.“ Oft band er in seine Erinnerungen Egon Flad ein. Der bestätigte die Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit bei Schalke. Nur über ein Handspiel konnten sie sich nicht einig werden. „Das warst doch damals du, Egon.“ „War ich nicht!“ Die Frage zog sich noch mehrmals durch den Abend und sorgte beim Auditorium für Heiterkeit.
Einmal tätigte Neururer eine Aussage, die man – wenn auch nur mit knapper Not – so interpretieren konnte, als ob er in absehbarer Zeit erneut nach Ringingen kommt. Da war SV-Mitvorsitzender Stefan Schoser natürlich sofort zur Stelle, um sich das schriftlich bestätigen zu lassen. Egon Flad wiederum gab auf der Stelle seine Zusage, in dem Fall als Co-Trainer zu assistieren. Ob es klappt? Wenn ja, kann das Duo mit der Rückkehr all derer rechnen, die am Dienstag dabei waren. Es war ein spannender, ein informativer und vergnüglicher Abend mit einem Profi der alten Schule, einem, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Selbst ein Teilnehmer, der sich sonst absolut nicht für Fußball interessiert, verließ das SV-Vereinsheim erst gegen 24 Uhr.
Offenkundig hat es Neururer gefallen
Peter Neururer saß da allerdings noch im Kreise von Egon Flad, Vorstandmitgliedern und Fans beim Schorle – das er selbst von jeher augenzwinkernd als „Apfelsaftschorle“ bezeichnet. (Auch wenn der Apfelsaft im Glas verdächtig wie Grauburgunder schimmert.) Am Stammtisch ließen währenddessen zu der vorgerückten Stunde Jungkicker Schlacht- und Hochrufe auf den Gast und ihre Spielgemeinschaft erschallen. Was für ein Lärm! Das störte den 71-Jährigen keineswegs. Eher im Gegenteil. Offensichtlich hat es auch ihm bei der SGM SVRingingen/FC Killertal 04 bestens gefallen.

Am Schluss des Trainings und vor der Signierstunde gab es ein Geschenk für den Gast. In die Kamera strahlen Guiseppe Vasi, Oliver Betz, der das Training mit Neuerer ermöglichte, Neururer und die SVR-Vorsitzenden Stefan Schoser und Stephan Salscheider.
BaduraOliver „Oli“ Betz machte es möglich
Das Training bei der SGM SV Ringingen 04/FC Stetten Killertal am Dienstag, 1. September, ermöglichte der Burladinger Reifenhändler Oliver Betz. Er hatte eine Verlosung von Reifen 1 Plus gewonnen. Der Partnergemeinschaft mit 700 Werkstätten gehört auch Betz an. Hauptpreis des Gewinnspiels ist jeweils ein „Training Day“ mit Peter Neururer. Das stiftete Betz in seinem Fall der SGM. Begleitet wird der vormalige Profi-Trainer bei den Trainingseinheiten regelmäßig von Guiseppe Vasi, Kundenbetreuer von Reifen 1 Plus. So auch in Ringingen.
