Naturschutzbund in Schlatt: Zahl der Nachtfalter ist rekordverdächtig

Ein Klee-Gitterspanner, latenischer Name: Chiasmia clathrata
Herbert FuchsDie Entscheidung, den „Grillabend mit Mottenschau“ ungeachtet der unbeständigen Wetterlage und einzelner Regenschauern durchzuführen, erwies sich für die Organisatoren als richtig. Auch wenn wetterbedingt außer den Aktiven des Nabu und der AG Schmetterlinge nur wenige Naturinteressierte den Weg auf die „Kapfalm“ oberhalb von Schlatt fanden.
Dafür war die Zahl der vom „Leuchtturm“, einer mit dünnem Stoff umgebenen Lichtquelle, angelockten Arten und Individuen rekordverdächtig: Nach mehr als 60 Schmetterlingsarten, die bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr bestimmt wurden, waren es in diesem Jahr sogar 82 Arten, die durch das helle Licht angelockt werden konnten. Begünstigt wurde dies durch die stabilen Temperaturen, die nicht unter 15 Grad Celsius fielen.
Beeindruckend war insbesondere der Anflug von zehn Grasglucken, die auch „Trinkerin“ genannt werden. Diese Bezeichnung für den großen Nachtfalter geht auf die Beobachtung ihrer Raupen zurück, die Regentropfen von Grashalmen aufnehmen.
Mehr als 130 verschiedene Arten
Genauso begeisternd waren die mehr als 50 Individuen des wunderschönen Klee-Gitterspanners, eines tagaktiven Falters, der derzeit bei einem Spaziergang durch die Sommerwiesen vielfach aufgescheucht und aufgrund seines einzigartigen Aussehens auch gut bestimmt werden kann. Interessant ist nach Meinung der Mitglieder der Schmetterlings-AG im Zollernalbkreis, dass in der Gesamtsicht der Ergebnisse der beiden Jahre 2024 und 2025 mehr als 130 verschiedene Arten vermerkt werden konnten.
Dieser Umstand sei ein Hinweis auf die ökologische Bedeutung der Schlatter Heide und deren Artenvielfalt. Zugleich unterstreicht diese Vielfalt die Schutzbedürftigkeit und die Erforderlichkeit einer sorgfältigen Unterhaltung und Pflege dieser Naturlandschaft.