Nachruf auf Otto Maier: Früherer Gruoler Ortsvorsteher verstorben

Otto Maier war 17 Jahre lang Ortsvorsteher von Gruol. Nun starb er im Alter von 78 Jahren.
Privatfoto/PrivatfotoAls er im Juli 2006 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig den Stab des Ortsvorstehers an Otto Schneider weiterreichte, kommentierte Otto Maier seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik mit der für ihn typischen Art von Humor: Er habe jetzt das „Metall-Alter“ erreicht, sagte er seinerzeit bei seiner eigenen Verabschiedung – mit Silber im Haar, Gold in den Zähnen, Titan in den Hüften und Blei in den Füßen.
1980 erstmals in den Gemeinderat gewählt
1980 war Otto Maier für eine Legislaturperiode als Vertreter Gruols in den Haigerlocher Gemeinderat gewählt worden – und insofern auch schon als beratendes Mitglied im Ortschaftsrat politisch aktiv.
1989 gelang ihm dann beides, die Wahl in den Gemeinde- und Ortschaftsrat. Das Vertrauen in Otto Maier war so groß, dass er auf Anhieb zum Ortsvorsteher gewählt wurde. Ein Amt, dass er 17 Jahre lang mit großer Umsicht ausübte.
Ein echter Bauland-Politiker
Vor allem wenn es um Bauland ging, nutzte er die Gunst der Stunde. Hätte Otto Maier im Auftrag der Stadt nicht klug die sich bietenden Gelegenheiten zum Grundstückskauf genutzt, hätten niemals so zügig im „Hofäcker“ und „Auf Hirschen“ Baugebiete erschlossen werden können. Eine Politik, von der Gruol bis heute profitiert. Aber nicht nur in der Baulandpolitik dachte Maier perspektivisch. Auch der Kauf des Saalbaus Löwen durch die Stadt fiel in seine Amtszeit oder die Erweiterung des Kindergartens. Dazu kam 1994 die 900-Jahr-Feier Gruols.
Vielleicht war ihm die Kommunalpolitik bereits in die Wiege gelegt, als er am 15. Juli 1946 als Sohn von Eugen und Maria Maier auf die Welt kam, sein Vater war nämlich von 1954 bis 1962 Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde.
Viel für das Vereinsleben übrig
Nach der Volksschule und einer kaufmännischen Lehre in der örtlichen Baufirma Schneider (ab 1963) kam Otto Maier 1967 zu den Apollo-Mineralquellen nach Bad Imnau. Dort bildete er sich zum Betriebswirt weiter und brachte es bis zu seiner offiziellen Rentenantritt 2006 zum Versandleiter.
Otto Maier war auch ein echter Vereinsmensch und in allen örtlichen Vereinen Mitglied; von 1977 bis 1987 leitete er als Vorsitzender den Kleintierzuchtverein – eine Zeit, in der das Züchterheim entstanden ist. Im SV Gruol war er einige Jahre Schriftführer.
Mit seiner Frau Augusta drei Kinder groß gezogen
1969 heiratet er seine Frau Augusta, eine geborene Straubinger aus Weildorf. Kennengelernt hatten er und sie sich auf der Fasnet im Weildorfer „Schützen“. Im neugebauten Eigenheim in der Haagstraße zogen das Ehepaar die Söhne Jochen und Oliver und Tochter Silke groß – alle leben heute nicht mehr in Gruol, sondern in Bratislava, Radolfszell und Öhringen. Im Laufe der Jahre durften sich Otto und Augusta Maier über insgesamt vier Enkelkinder freuen.
Gestorben ist Otto Maier am Nikolaustag, 6. Dezember, in seinem eigenen Zuhause. Bis zuletzt fürsorglich betreut von seiner Ehefrau. Mit ihr, Schwester Annemarie Schellhammer und allen Angehörigen trauern viele Weggefährten.