Kunstsprechstunde in Hechingen
: „Wir wollen keine Eintagsfliege sein“

Charles Bamberger, der das „Mannheimer Auktionshaus & Dekor“ leitet, kündigt eine weitere Kunstsprechstunde in Hechingen an. Das Unternehmen wird der Zollernstadt erhalten bleiben: Es will in Hechingen eine Niederlassung eröffnen.
Von
Alexander Kauffmann
Oberndorf
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Charles Bamberger untersucht einen Gegenstand während einer Kunstsprechstunde.

Aaron Gärtner

Charles Bamberger leitet das „Mannheimer Auktionshaus & Dekor“ in der vierten Generation. Das Unternehmen betreibt mehrere Niederlassungen, unter anderem in Heidelberg und in Berlin – bald auch in Hechingen.

Nachdem die Kunstsprechstunde im November so große Resonanz fand, bietet Bamberger das Format erneut im charmanten Flair der frühklassizistischen Villa Eugenia an. Warum er hier in der Gegend „keine Eintagsfliege“ sein will, sagt er im Interview.

Herr Bamberger, die Kunstsprechstunde kommt erneut nach Hechingen, warum?

Weil es unsere Kundschaft, die aus der Gegend rund um Hechingen kommt, empfohlen hat. Viele Kunden sagten uns: ‚Ich muss gestehen, wir haben nicht viel mitgenommen, wir kennen Sie ja nicht‘. Wir wollen keine Eintagsfliege sein, denn nur so baut man Vertrauen und Kundschaft auf.

Rückblickend auf die Kunstsprechstunde im November 2024: Welcher Gegenstand hat sich in Ihre Erinnerung eingeprägt?

30 Goldmünzen. Es waren Sammelmünzen aus den 1950er-Jahren, ein sogenannter Krügerrand. Die Münzen kosteten damals 300 Mark, heute sind sie 3800 Euro wert.

Bekommen Sie bei Kunstsprechstunden auch Ramsch?

Ja, natürlich. Altes Porzellan, Teller und Tassen will heute in den meisten Fällen niemand mehr. Keiner will das Geschirr mehr von Hand abspülen, wenn man es auch in den Geschirrspüler stellen kann. Röhrende Hirsche als Motiv und Puppen sind Ramsch.

Manch ein Interessent könnte denken, dass ein Objekt zu geringfügig für die Kunstsprechstunde sein könnte. Wie sollten diese Personen vorgehen?

Wir bitten darum, dass die Kunden zuerst anrufen, sodass wir aussortieren können. Kunden können uns gegebenenfalls Bilder per WhatsApp oder per E-Mail zuschicken, damit wir eine erste Einschätzung vornehmen können. Es gibt aber auch Kunden, die ohne Anmeldung vorbeikommen, weil sie erstmal schauen wollen.

Gibt es eine Pflicht, Gegenstände zu verkaufen?

Es ist die gelebte Philosophie des Unternehmens, unsere Kunden bestmöglich zu beraten. Hat der Gegenstand einen Wert, gibt es verschiedene Wege, uns den Wertgegenstand zu überlassen. Unsere Expertisen sind stets kostenfrei und nicht verbindlich.

Was schätzen Sie: Wie viele wertvolle Kunstgegenstände landen versehentlich im Müll?

Sehr viele landen im Müll. Alte Kommoden, Betten und Biedermeier-Möbel sind heute nicht mehr gefragt. Wenn etwas geht, dann Art Deko und Bauhaus. Interessant sein könnten für uns dagegen auch Oldtimer und alte Whisky-Sorten.

Welche Fehler können Personen machen, die alte Sachen verkaufen wollen?

Wir warnen vor Zweizeilern wie ‚Frau Mustermann sucht Pelze‘. Da wäre ich vorsichtig, denn manch einer will in Wahrheit den Schmuck und wirft mit den Hinweisen auf Pelze, Spazierstöcke und Schreibmaschinen etwas wie einen Angelhaken aus. Das ist eigentlich eine bekannte Masche. Meist ist nur eine Handynummer angegeben, keine Adresse. Manche lassen diese Personen auch noch zu sich nach Hause. Unser Rat: Lassen Sie bei so etwas die Finger weg.

Auktionshaus wird in Hechingen eröffnet

Kunstsprechstunde
Die nächste Kunstsprechstunde in Hechingen findet am Samstag, 10. Mai, von 10 Uhr bis 17 Uhr. Wer einen Termin vereinbaren will, wendet sich telefonisch an unter Telefon 0621/48206919 oder 0176/60431432 oder info@kunstsprechstunde-am.de

Frühjahr 2026
 Das Mannheimer Auktionshaus will eine Niederlassung in Hechingen eröffnen. Derzeit lässt das Unternehmen nach geeigneten Räumen suchen. Sind diese gefunden, wird das Auktionshaus im Frühjahr 2026 mit einer Kunstsprechstunde eröffnet, so der Plan. Das Auktionshaus, das in Hechingen eröffnet werden soll, dient – dem Namen nach – zum einen als Ort, an dem Auktionen stattfinden werden, zum anderen als Verkaufsraum.

75 Jahre
 Das Unternehmen „Auktionshaus Mannheim & Dekor“ ist familiengeführt und seit 75 Jahren im Kunst- und Schmuckhandel tätig. Hervorgegangen aus einem in den 30er-Jahren entstandenen Kunsthandel am Viktualienmarkt in München, betreibt die Familie Bamberger mittlerweile in vierten Generation Niederlassungen in Berlin, Heidelberg, Miltenberg (Unterfranken in Bayern) – und bald auch in Hechingen Der Sitz des Unternehmens ist in Mannheim.

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