Kundgebung
: Demokraten setzen in Burladingen Zeichen gegen Rechtsextremismus

Der Ortsverband der Grünen hatte zu dem Treffen aufgerufen. Rund 70 Unterstützer kamen. Vier Redner sprachen gegen Fremdenhass und für Toleranz.
Von
Matthias Badura
Burladingen
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Demonstration gegen Rechtsextremismus in Burladingen

Auch die Gruppe der „Omas gegen Rechts“ waren zu der Kundgebung „Füßr Demokratie, Toleranz und Vielfalt; gegen Rechtsextremismus, Faschismus und Rassismus“ angereist. Viele Teilnehmer kamen aus umliegenden Gemeinden, Burladinger sah man nicht sehr viele.

Matthias Badura
  • In Burladingen demonstrierten rund 70 Menschen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie.
  • Eingeladen hatte der Grünen-Ortsverband, unterstützt von „Omas gegen Rechts“ aus Balingen.
  • Vier Redner betonten Dialog und Toleranz – auch bei harten Meinungen viel aushalten.
  • Musik von Rose und Kalle Merz begleitete die Kundgebung mit Liedern für ein friedliches Miteinander.
  • Künftige Aktionen finden wieder als „stille Mahnwachen“ auf dem Marktplatz statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Angesichts der Ergebnisse der jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin rief der Ortsverband der Grünen in Burladingen zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus und für Demokratie auf. Seit 2024 veranstaltet der Ortsverband „stille Mahnwachen“ im Sinne eines demokratischen Miteinanders.

Dieses Mal war das Treffen größer angelegt, drei Rednerinnen und ein Redner sprachen. Angereist waren rund 70 Unterstützer und Befürworter des Mottos aus der ganzen Region. Burladinger Mitbürgerinnen und Mitbürger befanden sich allerdings in der Minderheit. Anders als bei den sonstigen Mahnwachen waren außer den Grünen Peter Thriemer und Bernhard Hurm keine weiteren Burladinger Gemeinderäte anwesend.

Umrahmt wurde die Kundgebung musikalisch von Rose und Kalle Merz. Beide sangen, er begleitete an der Gitarre. Es erklangen Songs, die für ein friedliches Miteinander plädieren und eine Absage gegen Fremdenhass und Intoleranz erteilen.

Zunächst sprach Almut Petersen, Gemeinderätin aus Hechingen und Geschäftsführerin des Projektes „Refugio“. Wie sie sagte, sei es einfach, „dagegen“ zu sein. Es geht aber darum, sich für das „Dafür“ einzusetzen. Es gehe weiter darum, mit politisch Andersdenkenden zu diskutieren und ihnen zuzuhören.

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In dieselbe Richtung gingen die Gedanken der Grünen-Landtagsabgeordneten Cindy Holmberg. Man dürfe den Diskussionen mit Menschen, die sich an rechtslastigem Gedankengut orientieren, nicht aus dem Weg gehen. Dabei müsse man sich mitunter radikale Meinungen anhören – „und viel aushalten“. Doch es lohne sich zuweilen, weil man verschiedentlich doch an einen Punkt gelange, mit dem man das Gegenüber zum Umdenken bewegen könne. „Jeder Mensch ist es wert, gehört zu werden.“

Neid in der Gesellschaft

Sie berichtete weiter über jüngste Erfahrungen aus ihrem Urlaub, den sie in Mecklenburg-Vorpommern verbrachte. Sie könne die Frustration in darniederliegenden Regionen verstehen, daher gelte es, ländliche Regionen grundsätzlich zu unterstützen, damit die Menschen das Vertrauen in den Staat zurückgewinnen. Sie habe, sagte sie weiter, „das Gefühl, dass sich der Neid durch unsere Gesellschaft frisst“. Das müsse man ansprechen und dem entgegenwirken.

Oliver Simmendinger, Bürgermeister von Jungingen, fand es beunruhigend, dass die Stimmen gegen die Demokratie lauter tönen, als die dafür. „Dabei sind wir doch eigentlich mehr.“ Auch er sagte, man müsse diesen Stimmen widersprechen – aber mit demokratischem Anstand innerhalb der Spielregeln. „Unsere Demokratie lebt vom Streit – aber bitte im fairen Umgang miteinander!“ Zuletzt sein Aufruf, sich für die Werte einzusetzen, „die unser Land groß gemacht haben“.

Gabriele Seifert, Vorsitzende der „Omas gegen rechts“ aus Balingen, erklärte in einem Grußwort, sie und ihre Gruppe seien gern nach Burladingen gekommen. Und es freue sie, dass sich doch so viele der Kundgebung angeschlossen hätten. Sie warb für die kommenden Veranstaltungen ihrer Gruppe – und ebenfalls dafür, sich gegen rechte Tendenzen einzusetzen.

Künftig wieder als „stille Mahnwachen“

Annette Thriemer, Vorsitzende des Grünen-Ortsverbandes, zeigte sich anschließend zufrieden mit der Resonanz. Sie erinnerte daran, dass auch künftig Kundgebungen auf dem Marktplatz stattfinden. Dann allerdings wieder als „stille Mahnwachen“.