Kommunalpolitik Haigerloch
: Zum Jahresende macht Ashcroft Schluss

Kleines Erdbeben in der Haigerlocher Kommunalpolitik: Michael A.C. Ashcroft schmeißt als Ortsvorsteher der Kernstadt hin. Sein Rücktrittsgesuch liegt der Stadtverwaltung bereits vor.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Michael A.C. Ashcroft

Birgit Fechter

Was in den vergangenen Tagen im Städtle offenbar immer mehr die Runde machte, bestätigte der 65-jährige Fachanwalt für Familien- und Sozialrecht und Präsident des Chorverbandes Zollernalb/Sigmaringen am Wochenende auf Nachfrage unserer Zeitung. „Ich habe um die Entlassung aus meinem Amt bis zum Jahresende gebeten“, so Ashcroft.

Als Grund dafür gibt er seine körperliche Verfassung an. „Ich habe immer mehr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen“, erklärt der körperlich beeinträchtigte Kommunalpolitiker. Die Belastungen, die das Amt eines Ortsvorstehers mit sich brächten, würden für ihn allmählich zu groß.

Als Gemeinderat will Ashcroft weitermachen

Am Freitag hat er sein Entlassungsgesuch schriftlich bei der Stadtverwaltung eingereicht. Es beschränkt sich allerdings auf sein Mandat als Ortschaftsrat und sein Amt als Haigerlocher Ortsvorsteher, das er seit 2019 ausübt.

Sein bei der Kommunalwahl 2024 für die CDU errungenes Gemeinderatsmandat will er weiterhin ausüben. Vermutlich auch vor dem Hintergrund, dass er mit 3050 Wählerstimmen vor anderthalb Jahren das mit Abstand beste Ergebnis für die CDU erzielt hat. Nur Stephan Hojdem (Freie Wähler) schnitt mit 3619 Stimmen noch besser ab. Dem Haigerlocher Gemeinderat gehört Michael A.C. Ashcroft als Vertreter der Kernstadt übrigens schon die dritte Legislaturperiode in Folge an.

Bürgermeister Heiko Lebherz bedauerte in einer ersten Reaktion gegenüber unserer Zeitung Ashcrofts Entscheidung. „Ich hatte immer einen guten Draht zu und einen guten Austausch mit ihm“, erklärt der Bürgermeister.

Sondersitzung mit dem Haigerlocher Ortschaftsrat

Wie geht’s nun weiter? Vor der nächsten Haigerlocher Ortschaftsratssitzung am Donnerstag, 4. Dezember, soll es gemeinsam mit dem Bürgermeister eine Sitzung geben, in der man die Situation erörtert und nach Lösungen sucht.

Denkbar sind folgende Szenarien: aus dem Kernstadt-Rat findet sich jemand, die oder der bereit dazu ist, in Ashcrofts Fußstapfen zu treten. Ist dies nicht der Fall, könnte man auch aus der Stadtverwaltung jemanden abordnen, der die Amtsgeschäfte des Haigerlocher Ortsvorstehers führt. Diese Praxis gab es vor vielen Jahren schon einmal: Als der damalige Bad Imnauer Ortsvorsteher Siegfried Haid ( 2022) von seinem Amt zurücktrat, übernahm der Verwaltungsstellenleiter Thorsten Schönhuth für eine Übergangsphase die Geschäfte des Imnauer Ortsvorstehers und leitete die Sitzungen des Ortschaftsrates.

Nadine Reiband rückt in den Kernstadt-Rat nach

Aber auch ein drittes Szenario ist denkbar: Das Amt übernimmt jemand, der oder die bislang gar nichts mit dem Ortschaftsrat Haigerloch zu tun hatte. Die Person muss nicht mal bei der Kommunalwahl 2024 kandidiert haben – Voraussetzung ist natürlich, dass diese Person mit einer Wahl einverstanden wäre; oder plausible Gründe vorbringen kann, warum sie nicht zur Wahl steht. Und eine solche Person muss nach einer ersten kommunalrechtlichen Einschätzung von Bürgermeister Heiko Lebherz nicht zwingend in der Kernstadt wohnen, sondern nur aus dem Stadtgebiet kommen.

Es bleibt also spannend, wie die Nachfolgeregelung für Michael A.C. Ashcroft aussehen wird. Fest steht auf jeden Fall, dass erste Nachrückerin für sein frei werdendes Ortschaftsratsmandat Nadine Reiband ist, sie wurde 2024 für die Sozial-Ökologische Liste (SÖL) in den Gemeinderat gewählt. Am Ende wird über Ashcrofts Rücktrittsgesuch der Gemeinderat entscheiden. Dieser tagt am Dienstag, 9. Dezember.

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