Kommunalpolitik Haigerloch: Solarparks: Mehr Nach- als Vorteile?

Diese Fläche zwischen Kremensee und Trillfingen könnte für den Aufbau einer Agri-Solarparks in Frage kommen. Die Fläche liegt zwar nicht auf Harter Gemarkung, dennoch sieht der Harter Ortschaftsrat das Projekt mit einer gewissen Skepsis
Thomas KostNachdem die EnBW bereits auf einer Fläche zwischen Kremensee und Wachendorf (Gewann „Unteres Täle“) einen großen Photovoltaikpark zur Stromerzeugung bauen möchte, hat nun das Unternehmen „Solarernte“ den Bau von sogenannten Agri-PV-Anlagen ins Visier genommen. Einmal auf 23 Hektar Fläche zwischen Kremensee Hart und Trillfingen, ein anderes Mal auf 15 Hektar Fläche nahe dem Seehof (Gewann „Tunneläcker“).
Agri-PV-Anlagen bestehen aus Solarmodulen, die nicht direkt auf dem Boden, sondern etwa in zwei Metern Höhe oder noch höher stehen, so dass eine Bewirtschaftung oder Beweidung der Agrarflächen darunter weiter möglich bleibt.
Keine Fläche auf Harter Gemarkung tangiert
Wie man das bewerkstelligen könnte, das hatte „Solarernte“ bereits im Trillfinger Ortschaftsrat vorgestellt (wir haben berichtet). „Beide Flächen liegen zwar nicht auf Gemarkung Hart, allerdings liegen die Flächen am Kremensee direkt an unserer Grenze, deshalb werden wir informiert“, stellte Ortsvorsteher Thomas Bieger am Montag im Ortschaftsrat zwar klar, wollte aber dennoch ein Meinungsbild von seinem Gremium einholen.
Das sah den Aufbau solcher Solarparks in großem Stil mit Skepsis – zumal offenbar ein weiterer Projektierer („Feldwerke“ aus München) sich vorstellen könnte, zwischen Kremensee und Trillfingen auf privaten Flächen noch weitere PV-Anlagen zu bauen, so dass bei einer tatsächlichen Realisierung aller Projekte auf gut 85 Hektar nachher Photovoltaik-Module stehen könnten.
Gewinn an Gewerbesteuer, Verlust an Ackerboden
Zwar könnte die Stadt damit ihrer Gewerbesteuereinnahmen erhöhen, es gab aber auch kritische Stimmen wie die von Michael Schill, dass hier in großem Stil bester Ackerboden zugepflastert und der Anbau von Getreide für die Lebensmittelversorgung beeinträchtig werden. Das Argument, dass auf den Flächen unter den Modulen zum Beispiel auch Hühner gehalten werden könnten, zog bei Benjamin Beuter wenig. „Auf so einer Fläche wären das ja mehrere Millionen Tiere“, merkte er an.
Der Ortschaftsrat Hart möchte nun abwarten, wie das Thema in anderen Ortschaftsräten diskutiert wird, besprochen wird e das Projekt von „Solarernte“ beim Kremensee zum Beispiel auch im Haigerlocher Ortschaftsrat.