Kleinod in Rangendingen
: In der Klosterkirche leuchten die Lampen – und sie heizen

Die Sanierung der Rangendinger Klosterkirche war in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand betrieben worden. Beim Tag des offenen Denkmals können Interessierte sie aus nächster Nähe erkunden. Was während des 13. Septembers rund um die Klosterkirche geboten sein wird.
Von
Alexander Kauffmann
Rangendingen
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Klosterkirche Rangendingen

Ein Schmuckstück ist die Rangendinger Klosterkirche nach der Sanierung geworden.

Alexander Kauffmann
  • Die Klosterkirche Rangendingen ist nach Sanierung wieder zugänglich – zentrales Ensemble vor Ort.
  • Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September: Besichtigungen von Kirche und Rathaus.
  • Orgel wurde zerlegt, gereinigt und klanglich verbessert, Schimmel gab es nicht.
  • Neue Infrarotlampen beleuchten und heizen, Steuerung per verstecktem Bildschirm.
  • Keller hergerichtet, früher Lagerraum; Führungen, Musik, Speisen und Weinprobe sind geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Rangendinger Klosterkirche ist ein einmaliges Kleinod und ja, eigentlich ist sie mehr als ein historisches Bauwerk. Sie bildet gemeinsam mit dem direkt angebauten Rathaus und der Kirche Sankt Gallus ein Ensemble, das den zentralen Ort in der Gemeinde gestaltet. Nicht umsonst liegt der Erhalt des sakralen Bauwerks zahlreichen Menschen am Herzen.

Mit viel Engagement setzte sich der eigens gegründete Förderverein für den Erhalt des Bauwerks ein. Und vielleicht stimmt es ja, dass die Klosterkirche nach der Sanierung noch schöner geworden ist. Besucher können sich während des „Tags des offenen Denkmals“ am 13. September sprichwörtlich ein eigenes Bild machen.

Ein Fachmann reinigt die Orgel

Betrachten könnten sie die Orgel, die im Dezember feierlich eingeweiht wurde. Ein Fachmann hat das Instrument vollständig zerlegt, gereinigt und den Klang verbessert. Schon zuvor befand sich das Instrument in gutem Zustand. Auch nach Jahrzehnten hatte sich kein Schimmel eingenistet, berichtet Walter Heilig, Vorsitzender des Fördervereins. Ein geschnitztes Holzgeländer schließt die weit in den Kirchenraum ragende Empore ab – eine beeindruckende Perspektive bietet sich Besuchern deshalb, wenn sie von vorn hinauf zur Orgel blicken.

Infrarot-Technik sendet wärmende Strahlen

Wer nach oben schaut, wird die runden Lampen sehen. Sie beleuchten den Kirchenraum, und sie heizen ihn. Das funktioniert über die eingebaute Infrarotheizung, die beim Auftreffen auf Oberflächen Wärme erzeugt. Dagegen haben klassische Heizungen einen entscheidenden Nachteil: Sie wirbeln Staub und Ruß auf und verunreinigen damit den Innenraum, erklärt Ortsbaumeister Jürgen Dieringer.

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Klosterkirche Rangendingen

Ein Fachmann hat die Orgel der Klosterkirche Rangendingen gereinigt.

Alexander Kauffmann

Mit einem in der Wand versteckten Bildschirm lässt sich nicht nur die Heizung steuern, sondern auch jeder einzelne Lichtpunkt. Wo vorher einzelne Birnen hingen, ist jetzt Technik verbaut, die sich in verschiedenen Helligkeitsgraden dem Tageslicht anpassen kann.

Altäre sind aus Holz geschnitzt

Ein interessantes Detail an der Klosterkirche sind die zahlreichen Schnitzereien aus Holz. Grund dafür ist, dass den Erbauern des Gebäudes mit der Zeit das Geld ausging. Als die Dominikanerinnen knapp bei Kasse waren, stellte sich die Frage, wie der Bau dennoch weitergehen konnte. Deshalb befinden sich zahlreiche Holzschnitzereien in der Kirche, darunter die beiden Seitenaltäre – die zwar nicht aus Marmor gefertigt wurden und dennoch ein eindrucksvolles kunsthandwerkliches Zeugnis des Glaubens darstellen.

Klosterkirche Rangendingen

Während der Hauptaltar der Klosterkirche Rangendingen marmoriert ist, bestehen die Seitenaltäre aus Holz.

Alexander Kauffmann

Praktisch ist sicher der neu geschaffene Durchgang von der Kirche zum Rathaus. Beide Gebäude gehörten früher zusammen und sind nach der Sanierung wieder eins. Trotz aller praktischen Vorteile: Standesamtliche Trauungen sind in der Kirche nicht möglich. Diese Ereignisse können laut Gesetz nur dort stattfinden, wo religiöse Symbole nicht vorhanden sind.

Auch der Keller lädt zum Verweilen ein

Im Gewölbekeller unter dem Kloster wären Trauungen aber potenziell möglich. Dort war früher Naturboden, den ein Bagger um rund 30 Zentimeter tiefer legte. Danach wurde der Bereich mit Platten verkleidet. Früher fungierte dieser Teil des Klosters als Abstellraum und Speisekammer. Um die Lagerung der Lebensmittel besser zu organisieren, ist das Gewölbe ausgestattet mit Haken, die von der Decke hängen und Nischen in den Wänden.

Klosterkirche Rangendingen

Das Gewölbe unter der Klosterkirche ist ebenfalls wieder hergerichtet. Auffallend: Die Lampen sind so angeordnet, dass sie die Besucher nicht blenden. In der Vergangenheit befand sich im Keller unter anderem eine Lagerstätte für Nahrungsmittel.

Alexander Kauffmann

Die Sanierung der Klosterkirche war notwendig geworden, nachdem sich der Zustand des Gebäudes zusehends verschlechtert hatte. Die handwerklichen Arbeiten waren wichtig, damit die statische Funktion wiederhergestellt wird, um so die Bausubstanz langfristig zu erhalten. Während des Tags des offenen Denkmals können Besucher das Ergebnis in Augenschein nehmen.

Von 11.30 Uhr an spielt der Musikverein Rangendingen

Der Tag des offenen Denkmals findet am Sonntag, 13. September, von 11 Uhr an statt. Besucher können Rathaus und Klosterkirche nach der Sanierung besichtigen. Von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr wird der Musikverein Rangendingen unterhalten.

Getränke wird der Sängerbund anbieten, Rote und Currywurst gibt es von der DLRG, Pommes und Hamburger von der Narrenzunft Jägi, und der SV Rangendingen bietet im sanierten Klosterkeller eine Weinprobe an.

Ab 14 Uhr können Besucher beim Förderverein Klosterkirche Kaffee trinken und Kuchen essen. Zudem bietet Restaurator Daniel Dieringer Führungen an.