Kirchenkonzert Haigerloch
: Der Musikverein Weildorf kann es einfach

Ein hoch motiviertes Orchester, ein souveräner Dirigent, eine rappelvolle Kirche: Das Kirchenkonzert des MV Weildorf war ein durchweg gelungenes musikalisches Ereignis.
Von
Birgit Fechter​
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Reife Leistung: Der Musikverein Weildorf gab ein beeindruckendes Konzert in der Peter-und-Paul-Kirche.

Birgit Fechter

Dirigent Florian Mayer hatte ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, und seine Musikerinnen und Musiker nahmen die Herausforderung an. Sowohl im Gesamtklang als auch in den einzelnen Registern gelang dem Weildorfer Orchester eine reife Leistung.

Schon das erste Stück „Alleluja! Laudamus Te“ von Alfred Reed, ein festlich strahlendes Werk, fand mit seiner Energie direkt den Weg ins Herz des Publikums. „Jede Note ein kleines musikalisches Hurra“, wie die durchs Programm führende Kathrin Fischer erklärt hatte, und sie hatte nicht zu viel versprochen.

„Lord of the Dance“ kennt fast jeder

Mit „Ross Roy“ von Jacob de Haan erzählte das Orchester die Geschichte einer Schule: Gemeinschaft, Lebensfreude: Die tänzerischen Elemente des Stücks wurden von den Musikerinnen und Musikern sehr gut herausgearbeitet.

Bei „Serenade“ von Derek Bourgeois, die der Komponist für seine eigene Hochzeit geschrieben hatte, wechselten sich fließende Melodien mit rhythmischen Überraschungen ab – eine besondere Herausforderung für das Orchester, die die Musiker „spielend“ meisterten.

Als Kontrast dazu erklang „Lord of the Dance“ von Frank Bernaerts, das die Zuschauer mit seinen zwingenden Rhythmen und einem furiosen Finale in den Bann zog. Ein ganz besonderes kirchenmusikalisches Erlebnis war „Crossbreed“ von Thiemo Kraas, eine Bearbeitung des Kirchenliedes „Segne du, Maria“. Das Thema erklang zunächst getragen und mit innigem Klang, um dann Fahrt aufzunehmen und mit beinahe jazzigen Rhythmen zu überraschen, bevor das chorale Thema wieder aufgenommen und in einem beeindruckenden Schluss mündete.​

Sinfonische Qualitäten

Das „Intermezzo Sinfonico“ aus der Oper Cavalleria Rusticana schwelgte in Klangfülle und gab dem Orchester die Gelegenheit, seine sinfonischen Qualitäten zu zeigen. Im „Finale from Symphony“ von Camille Saint-Saëns, arrangiert von James Curnow, kam neben dem Orchester auch die Orgel, gespielt von Elmar Schnekenburger zu ihrem Recht: Die Orgelsinfonie beginnt zurückhaltend und geheimnisvoll, um dann an Tiefe und Wucht zu wachsen und in festlicher Klangfülle zu enden.

Ein würdiges Finale unter ein beeindruckendes Konzert, das von den Besuchern mit begeistertem Applaus gefeiert wurde. Das konnte es aber natürlich noch nicht gewesen sein: Als Zugabe erklang „Nessun dorma“ (Keiner schlafe), die berühmte Arie aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini, bei dem das Orchester den Part des Tenors bis zum triumphalen „Vincero“ zum Schluss bravourös meisterte.

Talente des Musikvereins stellen sich vor

Der Vorsitzende des MV Weildorf, Andreas Trefz, dankte abschließend allen Beteiligten, besonders dem Dirigenten Florian Mayer und den Gastmusikern Elmar Schnekenburger und Thorsten Stifel sowie dem Sportverein Weildorf, der für die Bewirtung nach dem Konzert sorgte.

Die beiden Jungmusikerinnen und Jugend-Musiziert-Preisträgerinnen Hannah Belser und Emma Bausinger.

Foto: Birgit Fechter

Ein besonderes Schmankerl gab es für die Konzertbesucher obendrein während des Konzerts. Die Jungmusikerinnen Hannah Belser und Emma Bausinger haben nicht nur die D1-Prüfung bestanden, sondern einen ersten Preis bei „Jugend musiziert“ mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb gewonnen. Die jungen Saxofonistinnen gaben zwei Kostproben ihres beachtlichen Könnens und wurden mit viel Applaus belohnt.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.