Horror-Crash bei Gruol
: Unfall mit drei Toten – Prozess am Amtsgericht Balingen

Ein Jahr nach dem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 463 nahe Gruol steht jetzt die juristische Aufarbeitung der Tragödie an.
Von
Thomas Kost
Haigerloch/Balingen
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Trümmer, Verletzte Tote: Selbst die Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Notärzte erleben nicht jeden Tag einen Unfall wie den, der sich im März 2025 auf der B463 bei Gruol ereignet hat.

Trümmer, Verletzte, Tote: Selbst Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Notärzte erleben nicht jeden Tag einen Unfall wie den, der sich im März 2025 auf der B463 bei Gruol ereignet hat.

Thomas Kost (Archiv)
  • Prozess nach Horror-Crash auf der B463 bei Gruol: Verhandlung am Donnerstag ab 10 Uhr.
  • Angeklagt ist der Mustang-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen und schwerer Körperverletzung.
  • Laut Polizei verlor er beim Überholen die Kontrolle und kollidierte teilfrontal mit einem Ford Tourneo.
  • Drei Insassen des Vans starben, zwei wurden schwer verletzt – auch der Fahrer des Mustang und seine Beifahrerin.
  • Acht Zeugen sowie zwei Sachverständige sind geladen, Abschluss an einem Tag ist geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer nach dem verheerenden Zusammenstoß am Morgen des 8. März 2025, einem Samstag, an Ort und Stelle gewesen ist, dem gehen die schrecklichen Bilder von damals bis heute nicht aus dem Kopf.

Zwischen dem „Brünnele“ und der Abfahrt nach Gruol hingen zwei völlig zerstörte Fahrzeuge – ein Ford Mustang Sportwagen und ein Ford Tourneo Minivan –  bergauf gesehen an der Leitplanke der linken Fahrbahnseite. Weit verstreuten sich die Trümmerteile auf der Fahrbahn der B463, die Feuerwehr hatte die Fahrgastzelle des Van mit den Toten darin mit Sichtplanen vor Schaulustigen abgedeckt, der Unfallbereich war weiträumig abgesperrt. Über 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Haigerloch, das DRK, vier Notärzte, sieben Rettungswagen und zwei Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Zwei sterben sofort, einer später

Wie konnte das geschehen? Der Ford Tourneo, so berichtete die Polizei in ihrem Unfallbericht nach dem Ereignis vor Jahresfrist, war auf der B463 aus Fahrtrichtung Empfingen in Richtung Haigerloch unterwegs. In Sekundenbruchteilen nahm das Verhängnis seinen Lauf. Ein Ford Mustang kam dem Van entgegen. Dessen Fahrer hatte offenbar bei einem Überholmanöver die Kontrolle über seinen Sportwagen verloren, war auf die Gegenfahrbahn geraten und dort „teilfrontal“ mit dem Van kollidiert. Dessen damals 44-jähriger Fahrer und sein 59-jähriger Beifahrer wurden durch die Wucht der Kollision sofort getötet. Ein 63-Jähriger auf dem Rücksitz des Vans starb kurz darauf im Krankenhaus, seine beiden Mitfahrer auf der Rücksitzbank, ein damals 23- und ein 27-Jähriger, wurden schwer verletzt. Aber auch der damals 32-Jährige am Steuer des Sportwagens erlitt schwere Verletzungen, ebenso seine Beifahrerin.

Was sich im Detail an diesem Tag abgespielt hat, das wird am Donnerstag in der Verhandlung ab 10 Uhr unter dem Vorsitz von Richterin Birgit Goßger im Saal 007 des Amtsgerichtes in Balingen geklärt. Die Anklage gegen den Mustang-Fahrer lautet auf fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung in drei Fällen und in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Überholvorgang „unter grober Außerachtlassung der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfalt“ stattgefunden habe.

Acht Zeugen sagen aus

Um Licht in den Ablauf des tragischen Geschehens zu bringen, sind acht Zeugen geladen. Dazu ein sachverständiger Zeuge und ein Unfallsachverständiger. Trotz dieses enormen Umfangs soll die Verhandlung binnen eines Tages abgeschlossen sein, eine Garantie dafür gibt es freilich nicht.

Der spektakuläre Fall hätte eigentlich schon in diesem März gerichtlich aufgearbeitet werden sollen. Wegen einer Erkrankung der Richterin musste der Verhandlungstermin aber kurzfristig verschoben werden. Im Falle eines Schuldspruchs droht dem angeklagten Mustang-Fahrer eine mehrjährige Haftstrafe.

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