Heimatverein Rangendingen
: Warum die Rangendinger das „R“ so ausgeprägt rollen

Alles auf Schwäbisch! Mit diesem Schwerpunkt haben die Rangendinger Heimatfreunde ihr 30-jähriges Bestehen begangen. Eine Liedermacherin und ein Sprachforscher bekamen viel Applaus.
Von
Roland Beiter
Rangendingen
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Die Liedermacherin Elena Seeger ist auch bekannt als Schwaben-Entertainerin und kam beim Heimatverein Rangendingen und dessen Jubiläumsgästen hervorragend an.

Die Liedermacherin Elena Seeger aus Hausen im Killertal, jetzt Stuttgart, ist bekannt als Schwaben-Entertainerin und kam beim Heimatverein Rangendingen und dessen Jubiläumsgästen hervorragend an.

Roland Beiter
  • Heimatverein Rangendingen feierte 30 Jahre mit Kulturabend rund ums Schwäbische.
  • Auftritt von Liedermacherin Elena Seeger und Vortrag des Sprachforschers Thomas Jauch.
  • Jauch erklärte Lautgrenzen und Regiolekte – einige Dialektmerkmale könnten verschwinden.
  • Warum Rangendingen das „R“ stark rollt, blieb offen, das Publikum reagierte humorvoll.
  • Der Verein betonte Integration, Ausstellungen brachten rund 20.000 Besucher ins Museum.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

30 Jahre! Dieses außergewöhnliche Jubiläum kann auch anders gefeiert werden, sagte sich der Heimatverein Rangendingen und lud zu einem Kulturabend mit der Liedermacherin Elena Seeger und dem Sprachforscher Thomas Jauch ein, bei dem sich alles ums Schwäbische drehte.

Zum Jubiläum ein Kulturabend im Gemeindehaus

Dass es sich bei Schwäbisch um die schönste Sprache der Welt handelt, davon ist die Schwaben-Entertainerin Elena Seeger überzeugt. Der Jubiläums- und Kulturabend im Gemeindehaus bot reichlich Gelegenheit, dass man genauso denkt. Allerdings, auch das wurde nicht verschwiegen, ist gerade das Verstehen der Schwaben zumindest der Sprache nach eine etwas komplizierte Angelegenheit.

Denn während sich die Liedermacherin mit Wurzeln im Killertal – genauer, in Hausen – recht humorvoll um den „poetischen Gebrauch“ des Schwäbischen kümmerte, blieb es Hechingens Stadtarchivar und Sprachforscher Thomas Jauch überlassen, der Herkunft und den regionalen Ausprägungen des Schwäbelns tiefer auf den Grund zu gehen.

Wie sich die verschiedenen Lautgrenzen und Sprachunterschiede überhaupt ausbildeten, darum kümmern sich seit 1850 diverse Mundartforscher; und dies sogar auf universitärer Ebene. Zwar verstehen sich die Schwaben untereinander überall, doch gebe es entlang der Lautgrenzen doch regionale Unterschiede. Dass sich wie auch andere kleinräumige Formen des Dialekts diese spezifischen Lautunterschiede des Schwäbischen irgendwann abschleifen und verloren gehen könnten, sähen die Sprachforscher laut Jauch als sehr wahrscheinlich an. Übrig bleiben dürften dann nur noch die sogenannten „Regiolekte“. Ein Dialekt, den man zur Not auch mal auf einem Amt sprechen könne, so Jauch.

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Und warum wird das „R“ jetzt so dramatisch gerollt?

Warum aber die Rangendinger das „R“ so ausgeprägt rollen, und ob es drei- oder gar sechsmal rollt, dafür blieb auch Thomas Jauch eine Auskunft schuldig. „Die Eigenheiten der Rangendinger Sprache dürften diese ja wohl selbst am besten kennen“, ließ er sich in diesem Fall auf keinen Erklärungsversuch ein.

Seit seiner Gründung vor 30 Jahren hat sich der Heimatverein auf die Fahnen geschrieben, Neubürger anzusprechen und damit einen Beitrag zu deren erfolgreicher Integration zu leisten, stellte der Vorsitzende Helmut Strobel bei seiner Rückschau fest.

Ausstellungen locken rund 20.000 Besucher an

Natürlich kümmert man sich um historische Themen, doch bieten die vielseitigen Ausstellungen stets auch Interessantes, um Rangendingen von außen besser kennenzulernen. Die im Heimatmuseum praktizierte Kombination aus Dauer- und Wechselausstellungen nannte Strobel ein außergewöhnliches und sehr erfolgreiches Konzept. Die selbst konzipierten und recherchierten 28 Wechselausstellungen haben über die Jahre hinweg rund 20.000 Besucher ins Museum geführt.

Es sei stets ein Dienst für die Heimat und deren Menschen gewesen, betonte Strobel. Genauso wollte der Verein auch den Kulturabend verstanden haben. Der war, inklusive des Umtrunks und für Schwaben eher ungewöhnlich, gänzlich gratis für die Besucher.

Komplimente von Bürgermeister Manfred Haug

An die erfolgreiche Integrationsarbeit knüpfte Bürgermeister Manfred Haug an. Der Heimatverein genieße ein hohes Ansehen weit über die Gemeindegrenze hinaus, sagte er. Es gelinge immer wieder, nicht allein den Blick auf die Vergangenheit zu richten, sondern diese auch in einen Kontext zur Gegenwart und in die Zukunft zu stellen: „Die Geschichte lehrt uns, aus unseren Fehlern zu lernen und diese möglichst in der Zukunft nicht mehr zu machen.“

Dann übernahm Liedermacherin Elena Seeger. Mal flott, mal bluesig, aber stets rhythmisch und selbst begleitet an der Gitarre und einer ziemlich lauten Tröte, nahm sie die Schwaben und ihre Eigenheiten meist liebevoll, aber auch nachdenklich und manchmal etwas sarkastisch auf den Arm. Sie klärte auf, was es mit dem „le“ auf sich hat, das der Schwabe ans Ende fast eines jeden Hauptwortes setzen kann, weshalb er mit dem Wort „Liebe“ so knausert, oder warum sie selbst jeden Abend so gespannt auf den „Nachtkrapp“ wartet.

So meditiert der Schwabe!

Die Hausenerin, inzwischen Stuttgarterin, gab nicht ernst gemeinte Ratschläge gegen die  Herbstdepression und erklärte, wie man auf Schwäbisch meditiert, also „gruabed“. Mit viel Humor nahm sie die Besucher im Gemeindehaus mühelos mit und ließ die Rangendinger beim „Jammer-Schwob“ sogar „bruddla‘“, was das Zeug hielt, um sie anschließend „oefach daza“ zu lassen. Sprich: Elena Seeger machte mit ihren Liedern den Abend zu einem gelungenen Erlebnis – volle Pulle schwäbisch.