Heimatbücherei und Zollernalbkreis: Artenschutz für alles Hohenzollerische?


Wenn unten im Tal der Nebel die Sicht nimmt, schaut oben das Wahrzeichen des Zollernalbkreises hervor. Hohenzollern ist aber weit mehr als allein die Burg!
Dieter Habernickel (Archiv)Die geplante Auslagerung der Hohenzollerischen Heimatbücherei ins Zentrum am Fürstengarten bringt die Original-Hohenzollern in Alarmbereitschaft, wenn nicht sogar in Rage. Das nicht auch noch, ruft zumindest ein Teil der Bevölkerung. Es handelt sich schließlich um sorgfältig bewahrte Relikte einer ziemlichen Besonderheit, über die der Landkreis Zollernalb bislang seine schützende Hand hält.
Ab in den Krankenhauskeller mit der Historie?
Dabei geht es um weit mehr als nur um wehmütige Rückblicke auf zwei Bonsai-Fürstentümer, die bis 1850, als die Preußen kamen, als Kleinstaaten gelten konnten. Die penibel gehüteten Erinnerungen sollen vom oberen Stockwerk der Zulassungsstelle in der Heiligkreuzstraße (deren Uhr ebenfalls tickt) an den Stadtrand verlagert werden, ins frühere Krankenhaus. Die Unterbringung dort, so wird berichtet, ist alles andere als passend und abgelegen im tiefen Keller. Das Krankenhaus ist ein Relikt aus der Zeit, bevor man auch noch den Landkreis abgeben musste. Immerhin käme, wenn denn dem Umzug zugestimmt wird, ein Überbleibsel zum anderen.
Das Vergraben der Vergangenheit kann aber doch nicht im Sinne des Zollernalbkreises sein, der seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig das Zusammenwachsen seiner württembergischen und seiner hohenzollerischen Teile bemüht. Muss man extra um Artenschutz für Hohenzollern bitten und vor dem Plattmachen der Lokalgeschichte warnen? Es scheint so. Dann appellieren wir gleich noch ans Nachdenken: Andere Landkreise wären vielleicht stolz darauf, eine solche Besonderheit wie die einstigen Hohenzollernschen Lande bei sich zu haben: ein Alleinstellungsmerkmal, das man unbedingt und endlich auch touristisch erschließen müsste.
HCH am Auto heißt nicht nein zum Zollernalbkreis
Bei allem geht es weniger um ein Nein zu Württemberg (weil diese Zeiten längst vorbei sind), und mehr um das Ja zu Hohenzollern: Die vielen HCH-Kennzeichen sind auch so interpretierbar, dass man nicht gegen den BL-Zollernalbkreis ist, sondern sich ein Stück Heimat bewahren will; oder eine Besonderheit, wenn man ein Zugezogener ist.
Noch ein Beispiel? Sie lesen es in diesem Moment: Die Hohenzollerische Zeitung trägt diesen Titel weiterhin bewusst und stolz, ist jedoch mit der Südwest Presse Zollernalbkreis und dem Schwarzwälder Boten zum kreisweiten Organ geworden. Bewahren, aber nicht auf der Stelle treten!
Der Landkreis soll seine Extras behüten
Der Umzug der Hohenzollerischen Heimatbücherei darf nicht einfach so abgenickt werden. Es wäre ein Doppelfehler: Die speziellen Extras des Landkreises würden völlig falsch behandelt, und gleichzeitig wäre es ein ganz übler Stimmungskiller für die hohenzollerischen Zollernälbler.
