Gruppe aus Owingen: Wanderverein hat Alpentour über rutschige Bretter gewagt

Die sechsköpfige Wandergruppe des Owinger Wandervereins war zusammen mit ihrem Wanderführer Bernd Stotz (rechts) in den Berchtesgadener Alpen unterwegs. Im Hintergrund sieht man den Hohen Göll (2522 Meter Höhe).
Hans WeippertDie erste Station war das Besucherzentrum am Obersalzberg. Von hier aus ging es mit Spezialbussen der Kehlsteinlinie auf einer Panoramastraße hinauf zum Parkplatz Kehlsteinhaus. Mit dem unterirdischen Lift, der in circa 40 Sekunden 124 Höhenmeter überwindet, erreichte die Wandergruppe das Kehlsteinhaus ohne Anstrengung. Das im Jahr 1938 fertiggestellte Gebäude war ein Repräsentationshaus des NS-Regimes und dient heute als Gastwirtschaft mit beeindruckenden Ausblicken auf die Berchtesgadener Bergwelt und die Gegend um Salzburg.
Routenwechsel wegen des unsicheren Wetters
Nach wenigen Metern standen die Owinger Wanderer am Gipfelkreuz des Kehlsteins in 1837 Metern Höhe. Hier beginnt der Kehlsteinrundweg am Mannlgrat. Dieser beschreibt eine Schlaufe in ständigem Auf und Ab zwischen dem Gipfel des Kehlsteins und dem Hohen Göll. Zahlreiche Stufen, künstliche Tritte, Stahlseile und Handläufe sorgten für sicheren Halt. Laut der Mitteilung des Owinger Wandervereins war die Wandergruppe – im Gegensatz zum Trubel rund ums Kehlsteinhaus – dort fast allein auf weiter Flur.
Nach einer Einkehr, der Rückfahrt mit dem Bus und einer kurzen Autofahrt zum Parkplatz Hinterbrand folgte eine halbstündige Wanderung zum Dr. Hugo-Beck-Haus, wo die erste Nacht verbracht wurde. Die Unterbringung sei fast schon luxuriös gewesen, da die Gruppe das gesamte Dachgeschoss für sich alleine hatte.
Am zweiten Tag ging es hinauf auf den Jenner. Der Aufstieg betrug circa 850 Höhenmeter. Eine willkommene Unterbrechung war die Einkehr auf der Mitterkaseralm: Vom Gipfel des 1874 Meter hohen Jenner genoss die Gruppe den Panoramablick auf den fjordartigen Königssee, den Watzmann und Berchtesgaden sowie hinüber zum Kehlsteinhaus. Auf dem Rückweg kehrte die Gruppe in der Jenneralm ein: Das Timing war laut dem Wanderverein perfekt, da es stark zu regnen begann. Übernachtet wurde dann anschließend im Schneibsteinhaus.
Der dritte Tag sollte eigentlich die Königsetappe mit der Überschreitung des Gipfels des Schneibsteins werden, angesichts starker Regenfälle in der Nacht und der unsicheren Wettervorhersage hat sich die Gruppe aber entschlossen, den „Normalweg“ zur Gotzenalm zu nehmen.
Beeindruckender Ausblick auf den Watzmann
Bis zur Priesbergalm war der Weg dann auch normal, doch dann wurde der Pfad immer schmaler und ausgesetzter. Zahlreiche Stellen mit Drahtseilen, rutschigen Holzbrettern und kleinen Holzbrücken erforderten volle Konzentration und Trittsicherheit, heißt es weiter. Immerhin war der Weg danach kürzer als ursprünglich geplant. So blieb genügend Zeit für einen Abstecher zum Aussichtspunkt Feuerpalfen.

Auf ihrer Tour durch die Berchtesgadener Alpen bekamen die Owinger Wanderer auch beeindruckende Aussichten in die Bergtäler zu sehen – wie hier vom Aussichtspunkt Feuerpalfen.
Foto: Hans Weippert„Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben“, sagte ein Teilnehmer spontan. Und tatsächlich war laut Wanderführer Stotz der Tiefblick zum Königssee und St. Bartholomä atemberaubend. Auf der Gotzenalm gab es die dritte und letzte Übernachtung, nachdem man die Sonnenstrahlen auf der Terrasse mit Blick zum Watzmann – dem höchsten Gipfel im deutschen Teil des Gebirges – genossen hatte.
Der letzte Tag begann mit einer Wanderung auf einem Fahrweg, gefolgt vom Auf- und Abstieg zur Königsbachalm. Nach einer Einkehr ging es weiter zur Mittelstation der Jenner-Seilbahn. Der Weg zum Parkplatz mit den Autos der Teilnehmer war dann nicht mehr weit. Im Gegensatz zur Anfahrt mit zahlreichen Staus lief die Rückfahrt laut Stotz problemlos.