Ganztagsbetreuung Hechingen
: Gute Nachrichten für Erstklässler: 8 bis 16 Uhr montags bis freitags – kein Problem

Die Grundschule und die Stadt haben ihre Hausaufgaben längst erledigt: Wenn die insgesamt 185 Kinder mit ihren Erstklässlerschultüten anrücken, haben ausnahmslos alle, deren Familien es wollen, einen Ganztagsbetreuungsplatz. Dem Rechtsanspruch ist Genüge getan.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Man kann ja mal an der Zeitmaschine drehen. So wurde in den 60er-Jahren eingeschult: korrekt frisiert, Hochwasserhosen, die Oma mit auf dem Schwarzweißfoto.

Man kann ja mal an der Zeitmaschine drehen, gell?! So wurde in den 60er-Jahren eingeschult: korrekt frisiert, der Schulranzen aus echtem Leder, die Oma musste unbedingt mit aufs  Schwarzweißbild.

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  • Hechingen erfüllt den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler ab 8 bis 16 Uhr.
  • Angebot gilt organisatorisch nur an der Schlossbergschule, freitags ergänzt die Stadt bis 16 Uhr.
  • Aktuell nutzen 36 von 185 Erstklässlern das Angebot, am Schlossberg sind das 38 Prozent.
  • Unterrichtsbereich ist kostenfrei, Mittagessen kostet extra, Freitag 12–16 Uhr: 13 Euro monatlich.
  • Ab dem Schuljahr 2027/2028 wird die Ganztagsschule in Wahlform am Schlossberg eingeführt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zollernstadt erfüllt vom Start weg im Schuljahr 2026/2027 den vom Land verordneten Rechtsanspruch. Der besagt, dass alle Mädchen und Buben in den Klassen, in denen der sogenannte Ernst des Lebens beginnt, einen langen Schultag über rundum versorgt sind. Und das durchaus sinnvoll und sogar am Freitagnachmittag. Den integriert die Stadt Hechingen freiwillig ins Angebot. Beim Land nämlich endet die Schulwoche bürokratisch freitags um 12 Uhr. Nicht so unterm Zoller! Es soll schließlich noch Menschen geben, die auch am fünften Werktag der Woche bis zum Abend arbeiten müssen.

Hechingen kann jedem Kind einen Platz anbieten

Weil wir doch noch mehr die guten Nachrichten betonen wollten. Das ist eine davon: „Wir können aktuell jedem Kind einen Platz in der Ganztagsbetreuung anbieten.“ Das sagt Marc Meßmer, der städtische Bereichsleiter Bürgerdienste, zum Schuljahresstart in dieser Woche. Die quer durchs Land aufgeworfene Frage, ob es funktioniert mit dem Rechtsanspruch, und das Dekret wieder nur ein Papiertiger ist, wäre damit für die Gesamtstadt Hechingen positiv beantwortet.

Gewisse Sorgen dürften nach den Erfahrungen aus dem Kita-Bereich zu Recht entstanden sein. Denn bei den Kindergärten schaffen es die meisten Kommunen wegen Platz- und Personalmangels eben nicht, alle von den Familien vorgebrachten Wünsche zu erfüllen. Manche Eltern greifen dann zum äußersten Mittel und klagen den Kita-Platz ein. Das muss, um es ein weiteres Mal und dick zu unterstreichen, beim Erstklässler-Rechtsanspruch in Hechingen keinesfalls sein.

Freilich ist es bei weitem nicht so, dass der komplette Jahrgang der insgesamt 185 Erstklässler ganztagsbetreut werden muss. Es sind vielmehr nur 19,5 Prozent der Erstklässler in der Gesamtstadt. Wer kann Prozentrechnen? Die Stadt liefert: 36 der 185 Einschulungskinder wissen in der Rundumbetreuung, was sie montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr zu tun haben beziehungsweise nachmittags machen können.

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Hechingen ist Schulstadt. Auch bei den Grundschülern. Die werden in den nächsten Jahren immer mehr und immer mehr. Im Bild: Die Einschulungsfeier der Grundschule Hechingen im September 2025.

Hechingen ist Schulstadt. Auch bei den Grundschülern. Die werden in den nächsten Jahren immer mehr und immer mehr. Im Bild: Die Einschulungsfeier der Grundschule Hechingen im September 2025.

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Allerdings gilt angesichts der zahlreichen Hechinger Grundschulstandorte eine bedeutende Einschränkung: Die Ganztagsbetreuung gibt es aus organisatorischen Gründen ausschließlich am Schlossberg. Dort sind, inklusive Juniorklasse (das sind die der 1. Klasse vorgeschalteten Förderschüler), fürs neue Schuljahr 95  Erstklässler vermerkt. Die 36 Ganztagsschüler bedeuten bei 95 Schlossberg-Erstklässlern dann immerhin 38 Prozent.

Rundumversorgung nur am Schlossberg möglich

Familien, deren Nachwuchs vom Wohnort her die Außenstellen Sickingen oder Zollerschule oder die Grundschule Stetten/Boll besuchen sollten, müssen ihr Kind notgedrungen an der Schlossbergschule angemeldet haben. Der Stichtag war im März. Wer neu nach Hechingen zieht, wird selbstverständlich auch danach berücksichtigt.

Den lieben, langen Tag an der Schule

Die Ganztagsbetreuung, finanziert vom Land, ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. Das nennt man den „Unterrichtsbereich“. Hechingen hängt einen „Betreuungsbereich“ dran, damit es auch wirklich fünf komplette Tage werden: Freitags von 12 bis 16 Uhr ist damit ebenfalls gesichert. Der Unterrichtsbereich ist für die Familien kostenfrei, abgesehen vom Mittagessen. Den Freitagnachmittag müssen sie mit 13 Euro monatlich mitfinanzieren.

Die Zeit am Nachmittag soll wohlgemerkt sinnvoll verbracht werden. Es gibt einen Mix aus Lernen und Nichtlernen; Sport und andere Bewegung lassen grüßen. Dafür holen Stadt und Schulleitung insbesondere die Fachkräfte des Hauses Nazareth an den Schlossberg. Aber auch Vereine und Kirchen können sich einbringen.

In den nächsten Jahren werden es mehr Kinder werden

Sind die knapp 20 Prozent Rechtsanspruchwahrnehmung jetzt viel oder nicht so viel? Sicher ist, dass die Zahlen steigen werden, sagt Bereichsleiter Marc Meßmer. Die Anmeldezahlen würden sich in den kommenden Jahren „analog zur Entwicklung seit der Einführung eines Anspruchs auf einen Betreuungsplatz in den Kitas schrittweise und spürbar erhöhen“, lässt die Stadtverwaltung wissen. Das ist kein Rätselraten, weil man die Kita-Zahlen im Rechner hat. Und die sagen voraus, dass deutlich stärkere Geburtenjahrgänge auf die Grundschule zukommen. Außerdem wächst im riesigen Neubaugebiet „Killberg IV“ Haus um Haus. Zwar nicht so rasch, wie erhofft, aber doch stetig. Also noch mehr Kinder. Noch einmal Marc Meßmer: „Prognostisch wird von einem Anstieg auf bis zu 50 Kinder je Klassenstufe in der Ganztagsbetreuung an der Grundschule am Schlossberg ausgegangen.“

Die Ganztagsschule in Wahlform kommt

Aber auch dann wackelt in Hechingen die Erfüllung des Rechtsanspruchs nicht. Denn am Schlossberg ist ab dem Schuljahr 2027/2028 per Stempel vom Land die Ganztagsschule in Wahlform. Allen Schülerinnen und Schülern kann in dieser Schulform ein Ganztagsbetreuungsplatz garantiert zur Verfügung gestellt werden. Die Kinder können am Schlossberg aber auch nach wie vor einen Halbtagsschulunterricht besuchen.

Bisherige Betreuungsangebote bleiben noch

Ist denn wirklich kein Haken an der Hechinger Sache? Offenkundig nicht. Denn die bestehenden Betreuungsangebote für die älteren Grundschüler werden keinesfalls zugunsten des neuen Angebots beschnitten. Verlässliche Grundschule und Erweiterte verlässliche Grundschule bleiben! Allerdings müssen sie entsprechend der Zunahme der Ganztagsbetreuung ja gar nicht mehr angeboten werden. Übersetzt: Die jetzigen Erstklässler werden Zweit-, Dritt- und Viertklässler und haben den Rechtsanspruch weiterhin im Schulranzen.

Info: 185 Erstklässler gibt es in der Gesamtstadt. Zu den 95 am Schlossberg kommen 27 in Sickingen, 24 in der Zollernstraße und 36 in Stetten. Und noch drei an der Albert-Schweitzer-Schule.