Freilichtmuseum Hechingen-Stein
: Wenn die alten Römer die Nacht zum Tag machen

Zwei Tage lang volles Haus in der Villa rustica: Die finale Veranstaltung des Jahresprogramms war erneut ein riesiger Besuchererfolg.
Von
Sabine Stotz
Hechingen
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Was für eine beeindruckende Szenerie: Der Kampf der Römer, Alamannen und Kelten vor loderndem Feuer.

Was für eine beeindruckende Szenerie: Der Kampf der Römer, Alamannen und Kelten vor loderndem Feuer.

Sabine Stotz
  • Freilichtmuseum Hechingen-Stein zog beim Finale „Römer im Schein der Fackeln“ viele Besucher an.
  • Trotz Regenprognose klarte es auf – das Gelände füllte sich mit Lagern von Römern, Kelten und Alamannen.
  • Markt, Modenschau und Mitmachaktionen boten Einblicke in zivile und militärische römische Kultur.
  • Höhepunkte: Gladiatorenszene, Bogenschießen auf Kürbisse und „Pugna in luce ignis“ im Feuerschein.
  • Vorführung einer Belagerungswaffe: Der Scorpio schoss brennende Pfeile und setzte Strohballen in Brand.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit vielen Jahren bereits ist es ein Fest der Superlative, das es in der Villa rustica in Stein gibt: „Römer im Schein der Fackeln“. Es ist aber auch beeindruckend, wenn römische Legionäre auf Horden von Barbaren im Flackern der Fackeln aufeinander treffen. Wie damals sind es keine einstudierten Kämpfe, die da im Freilichtmuseum gezeigt werden. Und gerade das macht es so spannend und sehenswert.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob das geplante Fest der Römer in diesem Jahr buchstäblich ins Wasser fiele. Doch dann hatte der römische Wettergott doch noch ein Einsehen und es wurde zunehmend sonniger.

Auch in diesem Jahr hatten sich wieder viele begeisterte Römer, Kelten und Alamannen in Stein eingefunden. Das gesamte Museumsgelände wurde von Lagernden eingenommen. Mit großer Begeisterung erzählten und erklärten sie den zahlreichen Besuchern von ihrem historischen Hobby.

Akteure wollen Leben ins Freilichtmuseum bringen

Da gab es beispielsweise die Achte Legion Augusta, deren Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben das Museum mit den unterschiedlichsten Aktionen lebendig zu machen, und das ganz ohne Gage. Es ist eine richtige Altertums-Bewegung, die sich da seit vielen Jahren in Stein trifft, um gemeinsam ihr Hobby zu leben. Bereits am Freitagabend waren die Gruppen angereist und hatten ihre Zelte aufgebaut. Kein Wunder, denn die Fans der Antike kamen nicht nur aus weit entfernten deutschen Gegenden, sondern auch aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien.

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Die Römische Modenschau hielt so manches Detailwissen bereit. Von der Zivil- bis hin zur militärischen Kleidung.​

Die Römische Modenschau hielt so manches Detailwissen bereit. Von der Zivil- bis hin zur militärischen Kleidung.​

Sabine Stotz

Am Samstagnachmittag wurde dann der Markt eröffnet, auf dem man Repliken von römischen Fibeln, Wolltücher, Felle und Schwerter kaufen konnte. Bei der römischen Modenschau erklärten die Mitwirkenden sowohl die zivile, als auch die militärische Kleidung aus römischer Zeit. Die aufmerksamen Besucher erfuhren viel Interessantes, wie beispielsweise, dass purpurfarbene Kleidung damals für Reichtum stand. Der Grund:  je leuchtender eine Farbe war, desto teurer war es, den Stoff dafür herzustellen.

Was der modebewusste Römer trägt

Der klassische Soldat war jedoch im Rang nicht nur an seiner Kleidung, sondern auch an seinen Waffen erkennbar. Dazu gehörte zum Beispiel das Pilum, die Wurflanze, die durch ihre Pyramidenspitze eine äußerst effektive Waffe war, mit der die Römer ein ganzes Weltreich eroberten.

Die Begeisterung für ihr Hobby war bei jedem einzelnen der Darsteller zu spüren. Gerne beantworteten sie die vielen Fragen der Besucher. So mancher Zuschauer fing an zu frieren, als er die leicht bekleideten Gladiatoren auf dem Kampfplatz kämpfen sah. Dargestellt wurde die Szene eines Probekampfes zwischen einem gerade erst gekauften Sklaven, der zum Gladiator ausgebildet werden soll, und einem bereits freien Sklaven.

Bogenschießen auf Kürbisse macht Spaß

Wie damals wurde das Publikum gefragt, ob der neue Sklave sich in der Mine zu Tode schuften oder aber als Gladiator eine Chance auf ein freies Leben bekommen soll. Bei den unterschiedlichen Mitmachaktionen wurden Seile hergestellt, auf Kämmen gewebt oder auch Kräutersalz gemischt.

Die zahlreichen Besucher genossen im Freilichtmuseum Stein die besondere  Atmosphäre des römischen Marktgeschehens.​

Die zahlreichen Besucher genossen im Freilichtmuseum Stein die besondere  Atmosphäre des römischen Marktgeschehens.​

Sabine Stotz

Wer wollte, konnte außerdem das Bogenschießen auf Kürbisse ausprobieren, Glasperlen auffädeln oder Zinngießen.

Einer der Höhepunkte war die „Pugna in luce ignis“, das Schlachtspektakel im Feuerschein. Eine Kohorte von Römern kämpfte gegen eine Gruppe von Barbaren. Viermal griffen sich die beiden Gruppen an, mit Schild und Schwert.

Wie damals wurde das Publikum gefragt, ob der neue Sklave eine Chance auf ein freies Leben bekommen soll.

Zuvor waren aber mit Hilfe eines sogenannten Scorpio, der zentralen Belagerungswaffe des römischen Militärs, brennende Pfeile auf Strohballen geschossen worden, die diese dann in Brand setzten.

Die Römer im Schein der Fackeln jedenfalls beeindruckten die Zuschauer abermals über 2000 Jahre nach ihrer tatsächlichen Existenz in Stein.