Fahrdienst Burladingen
: Bürgermobil sucht weitere freiwillige Fahrerinnen und Fahrer

Der kostenlose Service schenkt älteren und gehbehinderten Menschen Mobilität– und ein offenes Ohr. Jetzt  könnte das Team Verstärkung gebrauchen.
Von
Matthias Badura
Burladingen
Jetzt in der App anhören
Bürgermobil Burladingen

Das Bürgermobil Burladingen nahm seine Fahrten im Mai 2024 auf. Es hat sich bestens etabliert. Die Mannschaft, eine Frau und neun Männer, könnten ehrenamtliche Verstärkung gebrauchen. Auf dem Bild: Harald Stauss, Fahrer, und die beiden Vorsitzenden des Bürgervereins, Karl-Moritz Kraus und Erwin Fischl – zugleich ebenfalls ehrenamtlicher Fahrer.

Matthias Badura
  • Bürgermobil Burladingen fährt seit Mai 2024 und sucht weitere freiwillige Fahrerinnen und Fahrer.
  • Der kostenlose Dienst richtet sich an ältere und gehbehinderte Menschen in allen Ortsteilen.
  • Monatlich finden bis zu 120 Fahrten statt – alle Fahrer haben einen Rot-Kreuz-Kurs absolviert.
  • Diskretion gilt strikt, und der Dienst ist Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr verfügbar.
  • Anmeldungen ideal zwei Wochen vorher. Kontakt: 07475/892-189 sowie Kraus und Fischl für Bewerbungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie erzählen ausführlich – von ihren Treffen, von ihren Konferenzen oder von ihrer gemeinsamen Einkehr bei den Burladinger After-Work-Partys. Aber von dem, worüber sie sich mit ihren Fahrgästen unterhalten, erzählen die ehrenamtlichen Fahrer des Burladinger Bürgermobils keinen Ton. Es gilt die eiserne Regel: „Was im Bürgermobil gesprochen, wird, bleibt im Auto.“

Erahnen lässt sich dennoch: Es entwickelt sich oft ein herzliches, persönliches Verhältnis zwischen Fahrgästen und Chauffeuren. Die Menschen, die das Taxi bestellen, sprechen über ihre Sorgen und Nöte, warum sie auf die kostenlose Fahrgelegenheit angewiesen sind und was sie beim Arzt, auf der Bank oder bei der Post zu tun haben. „Viele dieser meist älteren Leute haben nicht so viele Menschen, mit denen sie sich austauschen können“, weiß Teresa Burkart. Die stellvertretende Leiterin im Burladinger Ordnungsamt nahm während des Urlaubs für ihren Kollegen Alois Zink die Anfragen nach Fahrten entgegen.

Erwin Fischl, 2. Vorsitzender des Bürgervereins und ebenfalls Fahrer, berichtet in dem Zusammenhang – ohne Namen zu nennen –, es gebe bei voll besetzten Touren Gäste, die könnten auf der Rückfahrt als erste wieder zu Hause sein. Sie würden allerdings darum bitten, als Letzte abgesetzt zu werden – damit sie einmal wieder etwas von der Landschaft und den Stadtteilen sehen.

Die Verbundenheit ist wechselseitig. Wenn ein Dauerkunde oder eine Dauerkundin in dieser Woche keine Fahrt gebucht hat, erkundigen sich die Fahrer bei den Konferenzen: „Stimmt da etwas nicht, muss man da mal nachschauen?“

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.

Am besten zwei Wochen vorher anmelden

Anfragen sollten rechtzeitig erfolgen, am besten zwei Wochen vor dem Termin. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Wir sind aber flexibel“, fügt Karl-Moritz Kraus hinzu, Vorsitzender von Bürger helfen Bürgern, dem Verein, der das Mobil 2024 ins Leben rief. „Wir machen möglich, was möglich ist.“

Alle haben einen Rot-Kreuz-Kurs absolviert

Das Mobil hat sich etabliert. Bis zu 120 Fahrten übernehmen neun Männer und eine Frau monatlich. In den zurückliegenden, heißen Wochen wurden kurzfristig ein paar abgesagt. Im Grunde seien es jedoch kaum weniger als sonst gewesen. Wegen der Hitze und ganz grundsätzlich absolvierte das Team kürzlich einen ganztägigen Rot-Kreuz-Kurs. Den leitete Berthold Dietrich, pensionierter Rettungssanitäter und selbst im Fahrerteam engagiert. Die Truppe ist somit für Notfälle geschult. „Wir dürfen jedoch keine Krankentransporte übernehmen“, stellt Karl-Moritz Kraus klar.

Für Bürger aller Ortsteile da

Obwohl man sich in allen Burladinger Teilorten vorgestellt hat, gibt es noch weitere Dinge klarzustellen. Vor allem: Das Bürgermobil darf von Bewohnern aller Ortsteile angefordert werden; auch für Touren innerhalb der Ortsteile. „Das ist immer noch nicht richtig durchgedrungen“, so Erwin Fischl.

Sie sind im Augenblick zehn. Zwei der Kollegen mussten dieser Tage gesundheitsbedingt ausscheiden. „Wir könnten Verstärkung gebrauchen“, sagt wiederum Karl-Moritz Kraus. Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Im Grunde nicht viele: einen Führerschein, Kontaktfreudigkeit, gesunden Menschenverstand, Zuverlässigkeit und Diskretion. Denn: „Was im Bürgermobil gesprochen wird, bleibt im Bürgermobil.“

Diskretion ist selbstverständlich

Was wird geboten? Menschliche Begegnungen, das eine oder andere unerwartete Erlebnis (natürlich kleinerer, zumeist schöner Art) und die Kameradschaft im Team. Die sei hervorragend, sagen alle, die mitmachen. Eine Entlohnung erhalten die Chauffeure nicht. Sie verzichten sogar auf das Handgeld für einen Kaffee oder eine Brezel, von dem zu Beginn der Einrichtung einmal die Rede war.

Kraus merkt noch an, dass die „Dienstpläne“ individuell gestaltet werden. „Auch wenn jemand nur ein- oder zweimal im Monat eine Tour übernehmen kann, ist er oder sie herzlich bei uns willkommen.“

Anfragen bei Kraus und Fischl

Bewerben können sich weitere Fahrerinnen und Fahrer bei Karl-Moritz Kraus (0174/9516835) oder Erwin Fischl (0176/96203336), den Vorsitzenden des Vereins „Bürger helfen Bürgern“. Anfordern kann man das Bürgermobil unter 07475/892-189 am Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 11.30 Uhr. Es ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr einsatzbereit und steht Bürgerinnen und Bürgern ohne Fahrgelegenheit innerhalb der Gesamtstadt Burladingen zur Verfügung.