Erster Dorfflohmarkt
: 100 Kaffeekannen und echte Schätze in Stetten

​Krimskrams und echte Schätze konnte man beim ersten Stettener Dorfflohmarkt entdecken. Und dabei trotz brütender Hitze miteinander ins Gespräch kommen.
Von
Hannes Reis
Oberndorf
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Angenehm schattig war’s bei Franz Bausinger, der Schätze „aus mehreren Generationen und Epochen“ anbot. Unter anderem konnte man Röhrenradios aus den 1950er-Jahren entdecken.

Hannes Reis

Auch das zeichnet die Stettener Dorfgemeinschaft aus: Eine neue Idee wie der Dorfflohmarkt wird zum Vorspiel des traditionellen Brunnenfestes der hiesigen Narrenzunft. Beide Veranstaltungen dienten am Samstag, 20. Juni, der Begegnung, des sich Kennenlernens – und förderten den Zusammenhalt.

100 Kaffeekannen – einechter Schatz

Dabei war schon der Flohmarkt ein Erfolg. Über das persönliche Angebot auf dem eigenen Grundstück konnte man sich näherkommen. Man gibt was von sich preis – Gegenstände, denen eine Geschichte anhaftet. So die 100 Kaffeekannen von Elisabeth Nemetz, die sie in den vergangenen 50 Jahren gesammelt hat und nun Fans und Sammlern anbot. Diese Kannen erinnerten etwa einen der Besucher an seine einstmalige Ferienarbeit in einer Oberpfälzer Porzellanfabrik. Natürlich kam das zur Sprache und dabei gaben beide Seiten auch etwas aus ihren persönlichen Erlebnissen „preis“.​

Im schattigen Hof von Franz Bausinger versammelten sich Gegenstände aus mehreren Generationen: beispielsweise standen Röhrenradios aus den 1950er-Jahren neben Fischertechnik-Bauteilen und Haushaltswaren.

Das Flohmarkt-Eldorado der Familie Müller, bekannt unter dem Namen „Alaska-Service“, bot für jeden etwas, insbesondere für echte Handwerker. Die Einnahmen, so hatten die Müllers angekündigt, spenden sie der Obdachlosenhilfe in Hamburg.

Pflumm: ins Bewusstsein der Menschen zu bringen

Ilse Pflumm, Initiatorin des Dorfflohmarkts, erklärte, es gehe bei dieser Veranstaltung darum, „den Bürger- und Heimatverein mit einem niederschwelligen Angebot, kostenlos und ohne Verpflichtungen ins Bewusstsein der Menschen zu bringen.“

Schöne Nebeneffekte dabei seien, dass man miteinander ins Gespräch und in Dorfecken kommt, in denen man sonst selten unterwegs ist. Aus dieser Grundidee der „Dorfgemeinschaftspflege“ heraus, erinnerte Ilse Pflumm, seien die „Irma-West-Fest-Umzugsgruppe“, die „Backgruppe“, „Stetten spielt“, „Stetten singt“ und das „Klostercafé“ entstanden. Wenn zudem die jüngere Generation zum Mitmachen im Bürger- und Heimatverein gewonnen werden könnte, meinte sie weiter, „wäre das toll.“

Angenehm schattig war’s bei Franz Bausinger, der Schätze „aus mehreren Generationen und Epochen“ anbot. Unter anderem konnte man Röhrenradios aus den 1950er-Jahren entdecken.

Foto: Hannes Reis

50 Haushalte, jegliche Altersgruppen und unterschiedliche Nationalitäten machten beim Dorfflohmarkt mit. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus. Viele wünschen sich eine Wiederholung der Aktion.

Hilfreich waren die unbürokratisch einfachen, in der Verantwortung der privaten Anbieter liegenden Grundregeln. Das finanziell große Geschäft hätten freilich die wenigsten gemacht, so Pflumm am Schluss rückblickend.

Parkplätze gesucht – zahlreiche Besucher kommen

Trotzdem und angesichts der großen Hitze war der Flohmarkt gut besucht. Zum Teil reisten Interessierte von weit her an. Das Parken geriet dann teils durchaus zum Problem. Beim anschließenden Brunnenfest (wir berichten noch) wurde teils angeregt über die Schätze geplaudert, die man sich gesichert hatte.

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