Ehren(amts)tag in Rangendingen
: „Für dich. Für uns. Für alle“.

Erster bundesweiter Mitmachtag zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes. Auch in Rangendingen waren Organisationen und Vereine aktiv mit dabei.
Von
Klaus Stifel
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Beim DRK-Ortsverein Rangendingen wurde den interessierten Kindern, Jugendlichen (und natürlich auch Erwachsenen) vermittelt, welche Handgriffe im Notfall entscheidend sind.

Klaus Stifel

Der Ehren(amts)tag in Rangendingen wurde zu einem Tag der Wertschätzung – ein Tag, an dem sichtbar wurde, wie unverzichtbar das Ehrenamt für eine funktionierende Gesellschaft ist.

Er würdigt all jene, die ihre Zeit, Kraft und Fähigkeiten freiwillig einbringen: in Vereinen, im Rettungswesen, im sozialen Bereich oder in der Jugendarbeit. Ohne sie würde vieles schlicht nicht laufen.

Umso bedauerlicher war es, dass die Resonanz am Samstag deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Zwar spielte das Wetter mit, doch die Stände und Aktionen waren nur spärlich besucht. Bei den Organisatoren gab es lange Gesichter.

Gelebte Demokratie und Ehrenamtskultur

Auffallend war allerdings, dass Eltern mit ihren Kleinkindern den Weg zum „Demokratietag Grundgesetz“ fanden und damit dem Aufruf der Gemeinde und des Bundespräsidenten folgten. Für sie wurde der „Ehrentag“ zu einem kleinen Ausflug in gelebte Demokratie und Ehrenamtskultur. Präsent auf dem Schulhof und vor dem Feuerwehrgerätehaus waren aus Rangendingen das Deutsche Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr, der VdK-Ortsverband, der Sportverein und der Narrenverein aus Bietenhausen.

Am meisten Betrieb herrschte bei der Freiwilligen Feuerwehr. Vor dem Gerätehaus präsentierte sie mehrere Fahrzeuge, Einsatzkräfte erklärten Technik und Ausrüstung und zeigten eindrucksvoll, wie ein altes Auto oder ein Fahrrad mit der Spreizschere zerlegt wird. Am Spritzenhäuschen konnten Kinder ihre Zielsicherheit testen – ein Angebot, das sichtlich Freude bereitete. Gesamtwehrkommandant Christopher Birkle sah den „Ehrentag“ als Werbung für den „Dienst am Nächsten“. „Die Feuerwehr ist zum Helfen da, und das ehrenamtlich“, betonte Birkle. Zwar sei die Feuerwehr im Ort personell gut aufgestellt, aber Verstärkung könne man in Rangendingen, Bietenhausen und Höfendorf mit insgesamt 50 Aktiven und ebenso vielen Kindern und Jugendlichen durchaus gut gebrauchen. Ohne Ehrenamtliche würde, so Birkle, das Feuerwehrwesen nicht funktionieren. „Die Mitglieder üben ihren Dienst unentgeltlich neben Beruf, Familie und Alltag aus.“

Wie funktioniert Erste Hilfe?

So sah es auch die Bereitschaftsleiterin des DRK-Ortsverein Rangendingen, Daniela Widmaier. Doch auch beim DRK-Zelt blieb der große Andrang aus. Besucherinnen und Besucher konnten erleben, wie Erste Hilfe funktioniert und welche Handgriffe im Notfall entscheidend sind. Im DRK-Zelt wurden Blutdruck gemessen, Teddybären verbunden, die stabile Seitenlage geübt, der Notruf abgesetzt und an der Übungspuppe lebensrettende Maßnahmen realistisch trainiert. Auch das DRK Rangendingen stehe, so Widmaier, vor einer Herausforderung, die viele Hilfsorganisationen im ländlichen Raum betrifft: es fehlen aktive Mitglieder. Die Personaldecke in Rangendingen mit aktuell etwa zehn ehrenamtlichen Einsatzkräften sei ausbaufähig. „Das ist extrem wenig. Wir sind motiviert und engagiert, aber wir stoßen an Grenzen“, klagt Daniela Widmaier. Deshalb sei aus der Bevölkerung jede und jeder willkommen, ob groß oder klein.

Der Mensch im Fokus

Der Sozialverband VdK informierte über seine Arbeit und Beratungsangebote. „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, sagte das Ehepaar Maria und Werner Dietrich vom örtlichen VdK. In Vorstandschaften vieler Ortsverbände sei die Frauenquote immer noch zu niedrig, was aber in Rangendingen nicht so sehr der Fall sei. „Wir wollen, dass Frauen im VdK ein Ehrenamt übernehmen“, betonte Maria Dietrich. Der VdK mit seinen über 2,3 Millionen Mitglieder in Deutschland sei eine starke Solidargemeinschaft. Hilfe schenken und sich für Schwächere einzusetzen sei nur mit ehrenamtlich Engagierten möglich, betonte Werner Dietrich, der vom „Ehrentag“ mehr erwartet hat.

Sportlich wurde es beim Sportverein, der Geschicklichkeitsspiele für Kinder vorbereitet hatte. Jedes Kind erhielt eine Urkunde und eine Medaille. Antje Haug vom Vorschulturnen sagte: „Weitere Helferinnen und Helfer sind bei uns immer gefragt, und wir sprechen eine große Zielgruppe an.“ Schon Kinder ab zwei Jahren lernen im SVR mit Spiel und Spaß die Freude an Bewegung kennen. Auch der Narrenverein Bietenhausen erhofft sich von der Aktion neue Mitglieder. Ob der Bewegungsparcours aus Stelzenlauf, Dosen- und Ringwerfen, Sackhüpfen Wirkung zeigt, werde man sehen, so Vorsitzender Jonas Eberhart.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.