Bundeswehr im Zollernalbkreis
: Artilleriebataillon 295 übt den Ernstfall

Die Bundeswehr zeigt wieder mehr Präsenz in der Region. Sichtbar wurde das bei der jetzt gestarteten Übung „Starker Löwe“.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Major Carlo Heimerdinger (rechts) sondiert mit seinen Soldaten die Lage. Auf dem Salzverladegelände der Wacker Chemie AG in Stetten quartierte sich die Raketenartillerie für eine Nacht ein.

Kost

Im Rahmen der anderthalbwöchigen Übung bezogen verschiedene Batterien (Einheiten) des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt für eine Nacht Stellungen an verschiedenen Plätzen im Zollernalbkreis und Nachbarkreis Sigmaringen.

400 Soldaten und Soldatinnen sowie Reservisten waren in die Übung involviert, die ihr Zentrum auf dem 116 Quadratkilometer großen rheinland-pfälzischen Truppenübungsplatz Baumholder in der Nähe der Stadt Idar-Oberstein hat.

Während ein Teil der Fahrzeuge des Bataillons – vor allem das Raketenwerfersystem MARS 2 – schon bei Storzingen auf die Schienen verladen und per Bahn direkt zum Truppenübungsplatz transportiert wurde, machten die einzelnen Batterien in so genannten „Verfügungsräumen“ Zwischenstation.

Fünf Bundeswehr-Einheiten auf zwei Landkreise verteilt

Die erste Batterie (Versorgungsbatterie) und der Stabszug richtete sich auf dem Gelände der Firma Groz-Beckert in Albstadt ein, die zweite Batterie (eine Rohrartilleriebatterie) auf dem Gelände der Firma Schotter Teufel bei Straßberg, die fünfte Batterie (Aufklärungsbatterie) in der Straßenmeisterei der Stadt Sigmaringen und die vierte Batterie (Raketenartilleriebatterie) auf dem weitläufigen Gelände der Wacker Chemie AG in Stetten bei Haigerloch, auf der man normalerweise an Werktagen Lastwagen antrifft, die aus dem großen Silo Salz aufnehmen. Dort bezog die vierte Batterie mit neun Radfahrzeugen und insgesamt 60 Soldaten Stellung.

Aber warum hatten sich das Artilleriebataillon 295 – übrigens 1958 in Münsingen gegründet und damit der älteste Artillerieverband der Bundeswehr – ausgerechnet auf Industriegelände Stellung? Früher hat man die Bundeswehr doch bei solchen Übungen eher in Wald und Feld angetroffen?

Schutz vor Drohnen-Angriffen wird immer wichtiger

Batterie-Chef Major Carlo Heimerdinger liefert die Erklärung dafür, denn sie war Teil der Übung. In einem militärischen Ernstfall würden als Erstes die großen Kasernen Ziele von Angriffen. Also versuche man große Fahrzeuge und technische Einheiten in Bereichen unterzubringen, in denen es große Hallen oder Schleppdächer geben, die einen gewissen Schutz vor militärischer Aufklärung oder gar Angriffen durch Drohnen bieten.

„Hier in Stetten hätten wir uns sehr wahrscheinlich direkt im Bergwerk positioniert, aber das ging aus Gründen des Arbeitsschutzes leider nicht“, sagt der Major.

Für ihn und seine Soldaten war die Nacht auf dem Salzverladungsgelände insgesamt recht kurz. Schon am frühen Montagmorgen gegen 4 Uhr hieß es Sachen packen und nach Baumholder weiterfahren. Von dort aus geht’s am 3. Dezember wieder zurück auf die Schwäbische Alb.

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