Ausstellung in Hechingen
: Stille Frauen und ruhige Räume in der Villa

Tönerne Frauen, die in sich ruhen, und Raum-Gemälde, die in ihrer Farbigkeit geradezu vibrieren – dennoch passt gut zusammen, was von Sonntag an in der Villa Eugnia zu sehen ist.
Von
Klaus Stopper
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Skulpturen von Marina Sailer und Gemäde von Silfia Siemes sind von Sonntag an in der Hechinger Villa Eugenia zu sehen. Die Kombination der Arbeiten dieser beiden Künstlerinnen ergibt ein lebendiges Seherlebnis.

Klaus Stopper

„Himmel und Erde“ ist der Titel der Ausstellung in der Hechinger Villa Eugenia, die mit der Vernissage am Sonntag, 26. Oktober, um 14 eröffnet wird. Zu sehen sind dort Gemälde von Silvia Siemes und Skulpturen von Marina Sailer. Beides sind Frauen mit beeindruckender Künstlerinnen-Biografie, und wie so oft in der Villa, gehen auch diesmal Skulpturen und Gemälde eine sehr gelungene Verbindung ein.

Prunkvolle Räume in ungewöhnlichem Malstil

Die in Weißrussland geborene Silvia Siemes hat in Karlsruhe und Düsseldorf Kunst studiert, was Meisterschülerin bei A. R. Penck, wurde durch zahlreiche Stipendien gefördert und ist mit ihren Arbeiten in vielen Sammlungen vertreten. Was sie in der Villa zeigt sind häufig prunkvolle Räume, die in einem sehr ungewöhnlichen Malstil dargestellt sind. Was auf den ersten Blick wie klassischer Fotorealismus in hoher Könnerschaft aussieht, löst sich beim näheren betrachten in ein Geflecht sehr abgegrenzter Linien auf, die eher an den Pointillismus erinnern. Nur eben mit Linien statt Punkten.

Bilder vibrieren geradezu vor Farbe und Energie

Das lässt die Bilder geradezu vor Farbe und Energie vibrieren. Vergoldete Säulenaufsätze scheinen helles Sonnenlicht zu reflektieren, und obwohl viele Bilder keine Personen zeigen, scheinen sie belebt, so, also ob die Bewohner nur kurz weggegangen wären.

Oder haben ich sich in die Galerie-Räume hineinbegeben? Die Skulpturen von Marina Sailer in der Villa-Ausstellung jedenfalls wecken solche Gedanken. Aus Ton geformt und mit Tonfarben auch in sehr dezenter Färbung, wirken sie trotz der Sprödigkeit des Materials Ton enorm lebendig, die Skulptur fängt sie jeweils im Ablauf einer Bewegung ein, irgendwie scheinen sie nur mal kurz nachdenken zu müssen, wie es denn nun weitergeht. Unwillkürlich entstehen vor dem geistigen Auge des Betrachters aus der Kombination von Figuren und Gemälden flüchtige Geschichten.

Vor Bildhauserstudium Ausbildung an Porzellanfachschule

Marina Sailer hat zunächst eine Ausbildung an einer Porzellanfachschule absolviert und anschließend in Bremen Kunst studiert. Lehraufträge, Stipendien, die Teilnahme an vielen Kunstmessen und Symposien füllen ihre Biografie.

Die Ausstellung in der Villa Eugenia ist bis einschließlich Sonntag, 30. November, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Villa Eugenia zu sehen. Dass es da in der Rotunde auch Kaffee und Kuchen vom Förderverein gibt, macht einen Besuch doppelt lohnend.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.