Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen
: Mehr junge Leute ohne Job - trotz tausender freier Stellen und Ausbildungsplätze

Der aktuelle Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen für den Monat Juli zeigt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Region. Welche Altersgruppe vor allem betroffen ist.
Von
red/rwe
Zollernalbkreis
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ARCHIV - 27.04.2016, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: ILLUSTRATION - Ein Stempel mit der Aufschrift "Arbeitslos" ist am 28.04.2016 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) zu sehen (gestelltes Foto). (zu dpa: «Aus nach fast 500 Jahren: Papierfabrik macht dicht») Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Stempel mit der Aufschrift „Arbeitslos“. Der Juli-Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen zeigt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Region. Das betrifft vor allem eine Altersgruppe. (Symbolfoto)

Jens Büttner/dpa
  • Arbeitslosenzahl in Balingen-Reutlingen stieg im Juli auf 20.750, Quote bleibt bei 4,3 Prozent.
  • Saisonale Effekte zum Ferienstart wirken – 4730 Neumeldungen, 4631 Beendigungen.
  • Vor allem unter 25-Jährige betroffen, oft nach Schul- oder Ausbildungsende.
  • Nachfrage der Betriebe zieht an – neu gemeldete Stellen rund 28 Prozent über Vormonat.
  • Über 5000 offene Jobs, 2408 unbesetzte Ausbildungsstellen; regionale Unterschiede bei Kreisen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Region Balingen-Reutlingen, zu der der Zollernalbkreis gehört, ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli leicht gestiegen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit waren 20.750 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind 0,4 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl um 0,6 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote blieb dennoch unverändert bei 4,3 Prozent.

Der Anstieg fällt damit schwächer aus als in den vergangenen Jahren. Zum Start in das zweite Halbjahr ist eine Zunahme der Arbeitslosigkeit allerdings saisonal üblich. Zu Beginn der Ferienzeit melden sich regelmäßig mehr Menschen arbeitslos. In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 4730 Personen neu arbeitslos, 4631 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Vor allem mehr junge Menschen betroffen

Ein Großteil des aktuellen Anstiegs entfällt auf junge Menschen unter 25 Jahren. „Unter den knapp 90 neuen Arbeitslosen sind allein rund 80 junge Leute“, sagte Markus Nill, Leiter der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen. Als Grund nennt die Arbeitsagentur vor allem die Übergangszeit zwischen Schulabschluss oder Ausbildungsende und dem Einstieg in den Beruf. Auch Quartalskündigungen vor den Sommer- und Handwerkerferien spielten eine Rolle. „Das sind aber meist gut ausgebildete junge Leute, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und in der Regel schon bald wieder ihre Arbeitslosigkeit beenden können“, betont Nill.

Trotz der gestiegenen Zahl an Arbeitslosenmeldungen sieht die Agentur den Arbeitsmarkt weiterhin als aufnahmefähig. So fanden im Juli auch deutlich mehr Menschen einen neuen Arbeitsplatz als im Vormonat. Zugleich zog die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder an.

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Besonders deutlich zeigt sich das bei den offenen Stellen: Die Zahl der neu gemeldeten Jobs lag um rund 28 Prozent höher als im Vormonat. Insgesamt sind bei der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen derzeit mehr als 5000 freie Stellen registriert.

Gute Chancen für Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt

Für junge Menschen auf Ausbildungsplatzsuche bleibt die Situation in der Region rechnerisch günstig. Von ursprünglich 3618 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern haben zwar bislang 1334 weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden. Gleichzeitig wurden jedoch 6099 Ausbildungsstellen gemeldet, davon sind aktuell noch 2408 unbesetzt.

Zwar liegt die Zahl der offenen Stellen unter dem Niveau des Vorjahres. Dennoch stehen die Chancen für Jugendliche nach Einschätzung der Arbeitsagentur weiterhin gut.

Unterschiedlich verlief die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen. Im Bereich des Bürgergelds und der Grundsicherung nach dem SGB II sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni um 160 Personen. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem SGB III stieg sie dagegen um knapp 250 Personen. Hier schlägt sich vor allem die Zunahme der Arbeitslosmeldungen bei Frauen und jüngeren Menschen nieder, teilt die Agentur mit.

Regionale Unterschiede in den Landkreisen

Zur Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen gehören die Landkreise Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und der Zollernalbkreis. Regional entwickelte sich der Arbeitsmarkt unterschiedlich.

Während die Arbeitslosigkeit in den Geschäftsbereichen Münsingen und Sigmaringen im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert blieb, stieg sie in Reutlingen und Tübingen jeweils um rund 110 Personen. Rückgänge verzeichneten dagegen Balingen mit knapp 90 und Albstadt mit knapp 60 Arbeitslosen weniger.