Zwischen B294 und Nagoldtalsperre: Warum bei Seewald ein Hubschrauber vier Wochen lang im Einsatz ist

Helikopter im Flug
Kreisforstamt- Ab Mittwoch fliegt ein Helikopter zwischen B 294 und Nagoldtalsperre für Waldkalkung.
- Betroffen sind 533 Hektar bei Eisenbach, Göttelfingen und Schernbach – Dauer etwa vier Wochen.
- Ausgebracht wird angefeuchteter Dolomit oder Dolomit-Holzasche, geliefert aus Empfingen.
- Ziel ist Bodenschutz: Versauerung mindern, Nährstoffe zuführen, Wald und Trinkwasser stärken.
- Wald wird zeitweise gesperrt; Staub kann auftreten, gilt aber als gesundheitlich unbedenklich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie das Landratsamt mitteilt, startet die Waldschutzkalkung rund um die Teilorte Eisenbach, Göttelfingen und Schernbach. Die regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung stärkt die Lebensgemeinschaft Wald. Gesunde Wälder und belebte Böden sind natürliche Wasserfilter und Garant für sauberes Trinkwasser, heißt es.
Über dem Wald zwischen der Bundesstraße B294 und der Nagoldtalsperre ist ab Mittwoch ein Helikopter zu beobachten, der den Wald mit Kalk, genauer gesagt mit fein gemahlenem Dolomitgestein oder Dolomit-Holzasche-Gemisch, berieselt. Das angefeuchtete Kalkmaterial beinhaltet neben Kalzium auch Magnesium, und über die Holzasche werden dem Waldboden die zusätzlich benötigten Nährstoffe Phosphor und Kalium zugeführt.
Wald zeitweise gesperrt
Das Material kommt aus einem Steinbruch bei Empfingen. Die Kalkung wird gezielt auf insgesamt 533 Hektar im Gemeinde- und Privatwald vorgenommen und dauert je nach Wetterlage etwa vier Wochen. Während der Maßnahme muss der Wald aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden. Waldbesuchende werden gebeten, die Sperrhinweise unbedingt zu beachten.
Auch kann es zu einer gewissen Staubentwicklung kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. Bereits der nächste Regenschauer wird den Kalkstaub in den Boden einwaschen.
Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat laut Mitteilung gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die vom Menschen verursachte Versauerung der Waldböden abmildert. Eine regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung trägt somit dazu bei, die standortstypische Bodenfruchtbarkeit wiederherzustellen. Über die Zuführung von basischen Nährstoffen werden die Bäume in Ihrer Vitalität und Widerstandskraft gegenüber Trockenheit gestärkt.
Gesunde Waldböden sind eine Grundvoraussetzung für ein vielfältiges Bodenleben und stabile Wälder. Wichtig ist außerdem die Ökosystemleistung der Waldböden als Trinkwasserfilter. Rund 70 Prozent unseres Trinkwassers im Land kommt aus bewaldeten Gebieten. Dabei ist für das Schutzgut Wasser ein gesunder Boden eine unerlässliche Voraussetzung.
Fast zweijähriger Planungsprozess
Der Bodenschutzkalkung geht ein fast zweijähriger Planungsprozess voraus. Grundlage ist ein bodenkundliches Gutachten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. Zur Kalkung vorgesehen werden generell nur Böden, bei denen eine starke Versauerung festgestellt wurde.
Im Rahmen der Planung werden die Belange des Arten-, Natur- und Wasserschutzes berücksichtigt. Bereiche, in denen zum Beispiel kalkungssensible Arten, Biotope oder natürlich saure Standorte vorkommen, werden bei einer Kalkung herausgenommen, als sogenannte Ausschlussflächen.
Eine Bodenschutzkalkung wird höchstens einmal alle 10 Jahre, abhängig vom Versauerungsgrad und der Bodenentwicklung, durchgeführt.
Zu 90 Prozent gefördert
Träger der Maßnahme ist die Gemeinde Seewald. Die Kosten der Bodenschutzkalkung belaufen sich auf rund 580 Euro netto pro Hektar. Die Europäische Union sowie der Bund fördern die Bodenschutzkalkung von privaten Waldeigentümern mit Betriebsgrößen von unter 30 Hektar mit 100 Prozent der Nettokosten. Private Waldeigentümer mit Waldbesitzgrößen ab 30 Hektar sowie der Seewälder Gemeindewald werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert.
