Wildwechsel im Kreis Freudenstadt
: Auf diesen Strecken kracht es am häufigsten

Im Kreis Freudenstadt wird es in nächster Zeit zu mehr Wildwechsel kommen. Doch wieso? Was ist bei einem Wildunfall zu tun? Und welche Strecken sind besonders betroffen?
Von
Carolin Schöffler
Oberndorf
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Immer wieder kommt es im Kreis Freudenstadt zu Wildunfällen. Doch wo kracht es eigentlich am häufigsten?

Jennifer - stock.adobe.com

Man denke sich eine idyllische Szenerie: Die letzten Sonnenstrahlen glitzern auf dem Schnee, eine Straße schlängelt sich quer durch die dichten Tannenwälder, langsam steigt Nebel auf – und schon ist es passiert: der Wildunfall.

Immer wieder kommt es auf den Straßen im Kreis Freudenstadt zu Wildwechsel und daraus resultierenden Wildunfällen – für gewöhnlich vor allem im Frühling und Herbst. Kreisjägermeisterin Barbara Meyer-Böhringer ist sich jedoch sicher, dass die Straßenüberquerung von Wild auch in nächster Zeit wieder deutlich zunehmen werde. Doch wieso kommen die Tiere wieder vermehrt auf die Straßen, anstatt im geschützten Wald zu bleiben?

„Wenn der Schnee weg ist, wird es wieder bedeutend mehr werden. Es zieht das Wild auf die Seitenstreifen, auch aufgrund des Streusalzes. Der Bedarf an Salzaufnahme ist erhöht, wenn der Stoffwechsel wieder aktiviert wird. Dann ziehen die Tiere auf die Streifen, weil diese als erstes wieder grün werden und sie vom Salz angelockt werden“, erklärt Meyer-Böhringer.

Wie oft kommt es im Kreis Freudenstadt zu Wildunfällen?

Bisher wurden der Polizei im Januar 18 Wildunfälle im Kreis Freudenstadt gemeldet, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim auf Anfrage unserer Redaktion. Das sind vielleicht nicht besonders viele, das Jahr ist jedoch auch lange noch nicht vorbei.

Im Jahr 2025 wurden laut Polizeisprecher insgesamt 355 Wildunfälle polizeilich aufgenommen. Die häufigsten habe es dabei in den Monaten April (38), Mai (42), Juni (35), Juli (38) und Dezember (36) gegeben. Vergleichsweise häufig hat es in 2024 gekracht. Hier wurden der Polizei über das gesamte Jahr 409 Wildunfälle gemeldet. Im Jahr 2023 waren es 352.

Dabei sei allerdings zu beachten, dass nicht bei allen Wildunfällen die Polizei verständigt wird, betont der Sprecher. Gerade Ortskundige verständigten oftmals direkt den zuständigen Jagdpächter.

Welche Strecken besonders von Wildunfällen betroffen sind

Auffallend viele Wildunfälle gibt es jedoch nicht nur in bestimmten Jahreszeiten, sondern auch auf bestimmten Straßen. Besonders von Wildunfällen betroffen seien im Kreis Freudenstadt laut Polizeisprecher die B 294 zwischen Lauterbad und Loßburg, die L 409 zwischen Aach und Glatten, die B 28 zwischen Aach und Freudenstadt und die Strecke zwischen Oberilflingen und Dürrenmettstetten.

Besonders von Wildunfällen betroffen waren auch die Strecke zwischen Empfingen und Betra, die B 28 Höhe Seehaus , die K 4780 zwischen Altheim und Ziegelhütte, die B 28 zwischen Bildechingen und Eutingen im Gäu, die K 4774 zwischen Erzgrube und Schorrental und die B 294 Höhe Igelsberg.

Was sollten Autofahrer bei einem Wildunfall tun?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Sollte es tatsächlich einmal zu einem Wildunfall kommen, was tun? Die Polizei rät bei einem Wildunfall zunächst die Unfallstelle abzusichern. Dafür sollte der Warnblinker eingeschaltet, die Warnweste angezogen und das Warndreieck in ausreichender Entfernung zum Fahrzeug aufgestellt werden. Diese beträgt innerorts 50 Meter und außerorts 100 Meter. Auf der Autobahn sollte das Warndreieck in mindestens 150 Metern Entfernung zum Fahrzeug stehen.

Anschließend sollte man die Polizei oder den Jagdpächter verständigen und sich eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Diese dient als Nachweis für die Kaskoversicherung, um Schäden durch Haarwild zu regulieren. Die Beschädigungen am Fahrzeug sollten fotografisch dokumentiert werden. Sollte das Tier noch an der Unfallstelle sein, rät die Polizei dazu, es nicht anzufassen.

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