Start ohne Schirmherr
: Warum war Manuel Hagel bisher nicht beim Schwarzwald Musikfestival?

Mitten im Wahlkampf hatte Manuel Hagel die Schirmherrschaft für das Schwarzwald Musikfestival übernommen. Das Auftaktkonzert verpasste er dann aber. Doch warum?
Von
Timo Beyer
Oberndorf
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Manuel Hagel ist Schirmherr des Schwarzwald Musikfestivals. (Archivbild)

Weißbrod/dpa

Breit lächelnd und etwas steif steht Manuel Hagel zwischen Ex-Oberbürgermeister Julian Osswald (CDU) und Intendant Mark Mast. Mit beiden Händen hält er sich die Broschüre des Schwarzwald Musikfestivals vor die Brust, für das er gerade eben die Schirmherrschaft übernommen hat.

Nur wenige Monate ist es her, dass das Foto geschossen wurde. Doch seitdem ist viel passiert. Damals war Hagel noch nicht Innenminister. Es war mitten im Landtagswahlkampf, Hagel war Spitzenkandidat der CDU. Der große Wirbel um seine Person rund um diverse Schulbesuche lag noch in ferner Zukunft.

Hagel hatte zu diesem Zeitpunkt ein ganz anderes Problem: Mangelnde Bekanntheit. Selbst viele Baden-Württemberger kannten den CDU-Kandidaten noch nicht.

Symbolische Position

Dazu muss man wissen: Eine Schirmherrschaft ist eine größtenteils symbolische Position. Der Glanz des Schirmherren soll abfärben auf die Veranstaltung und ein bisschen auch umgekehrt. Nicht verkehrt also, wenn man eine Wahl zu gewinnen hat.

Verpflichtungen sind mit der Schirmherrschaft eigentlich keine verbunden. Allerdings wurde damals in der mit dem Foto verschickten Pressemitteilung angekündigt, dass Hagel das Eröffnungskonzert der Veranstaltungsreihe besuchen werde. Doch vor rund zwei Wochen dann die Enttäuschung: Hagel ließ sich entschuldigen. Das Festival musste ohne den CDU-Politiker starten. Was war passiert?

„Es war die heiße Phase der Regierungsbildung und deshalb konnte er nicht kommen“, erklärt ein Sprecher Hagels auf Anfrage unserer Redaktion. „Es waren intensive Gespräche bis tief in die Nacht.“

„Es ist schade, dass er das nicht wahrnehmen konnte“, so der Sprecher. Das Eröffnungskonzert des Schwarzwald Musikfestivals sei aber nicht der einzige Termin gewesen, den Hagel habe absagen müssen.

„Intensivere Verhandlungen“

Doch warum hat Hagel dann überhaupt sein Kommen angekündigt? War nicht absehbar, dass auf die Wahl langwierige Koalitionsverhandlungen folgen würden? „Es waren doch intensivere Verhandlungen“, meint der Sprecher und lässt durchblicken: Wären die Verhandlung weniger intensiv gewesen, hätte Hagel möglicherweise Zeit gehabt. „Das war für uns alle gar nicht abschätzbar.“

Kurz nach dem Gespräch meldet sich der Sprecher dann noch mal und stellt klar: „Da Ende des Jahres 2025 der Terminplan für die Koalitionsverhandlungen noch nicht bekannt war, erfolgte die Zusage für eine persönliche Teilnahme auch nur unter Vorbehalt.“

„Ich werde auf jeden Fall versuchen zu kommen“

Julian Osswald, Verwaltungsratsvorsitzender des Festivals bestätigt auf Anfrage diese Schilderung. Hagel habe gesagt: „Ich werde auf jeden Fall versuchen zu kommen“, so Osswald. „Er hat das so formuliert, dass auch etwas dazwischenkommen kann.“

Warum in der Pressemitteilung stand, dass Hagel das Eröffnungskonzert besuchen wird, ohne Hinweis darauf, dass das noch gar nicht sicher ist, kann Hagels Sprecher nicht beantworten. „Zu Pressemitteilungen des Veranstalters können wir uns nicht verhalten.“

Osswald sieht indes in der Ankündigung kein Problem: „Ich habe die Formulierung nicht so gesehen, dass es nicht zu einer Entschuldigung kommen kann, weil es immer zu einer Entschuldigung kommen kann.“

„Er will auf jeden Fall hin“

Nun stellt sich vor allem die Frage: Wird Hagel den Besuch nachholen? „Er will das auf jeden Fall machen“, versichert der Sprecher. „Er will auf jeden Fall hin.“

Dass es aber auch wirklich so kommt, will er nicht versprechen. Es müsse sich ein Termin ergeben. Denn Hagel ist gerade erst Innenminister geworden. Entsprechend viele Termine kämen auf ihn zu.

„Am Ende ist es schwierig, eine hundertprozentige Zusage zu geben“, sagt der Sprecher. Schließlich könne zum Beispiel ein unvorhersehbares Ereignis dazwischenkommen, um das sich dann der Innenminister kümmern müsste. Nur so viel versichert er: „Wir priorisieren es auf jeden Fall.“

Und sollte Hagel doch keine Zeit finden, wäre er offenbar nicht der erste Schirmherr, der es nicht in den Schwarzwald geschafft hat. „Herr Kretschmann war auch schon Schirmherr des Schwarzwald Musikfestivals“, erinnert Osswald. „Und der ist auch nicht erschienen.“

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