Stadtverwaltung bei Fischer: Lernen von der Industrie

Die Delegation der Stadt Freudenstadt mit der Geschäftsführung von Fischer Consulting.
Unternehmensgruppe FischerOberbürgermeister Adrian Sonder und die Amtsleiter sowie die Mitarbeiter der Stabsstellen waren auf Einladung der „fischer Consulting GmbH“ in Tumlingen. Die Delegation der Verwaltung ließ sich das „fischer ProzessSystem“ (fPS) der Unternehmensgruppe erklären und erhielt Einblicke in die Erfahrungen, die Fischer bei der Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz gesammelt hat, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Oberbürgermeister Adrian Sonder war beeindruckt: „Es ist großartig, dass wir so erfolgreiche Weltmarktführer im Landkreis haben und mit ihnen kooperieren können. Davon können wir nur profitieren. Die Ziele von Fischer und Stadt Freudenstadt sind praktisch dieselben: Es geht um den effizienten Einsatz von Mitteln, erfolgreichen Wandel und die stetigen Verbesserungen der Dienstleistungen und Produkte. Wir danken der Unternehmensgruppe Fischer für diese Möglichkeit.“
Das Unternehmen hat sich vor mehr als 20 Jahren auf den Weg gemacht, seine eigenen Prozesse stetig zu verbessern. Klares Ziel: Die Verschwendung von Ressourcen wie Arbeitszeit, Material und Geld fortlaufend zu verringern. Daraus entstanden ist ein eigenes Prozess-System für die gesamte Unternehmensgruppe. Darüber hinaus teilt die Fischer Consulting ihre Expertise auch mit anderen Organisationen und Unternehmen.
Digitalisierung als tiefgreifender Prozess
Für Sonder ist klar, dass Digitalisierung ein tiefgreifender Prozess ist, der viel Arbeit mit sich bringt, aber auch viele Chancen eröffnet: „Der Besuch bei Fischer hat noch einmal vor Augen geführt: Digitalisierung bedeutet nicht nur, auf Papier zu verzichten. Arbeitsabläufe müssen neu gedacht und organisiert werden mit dem Ziel, Mitarbeiter von Routinen zu entlasten, damit sie Zeit für das Wesentliche haben. Das betrifft auch Arbeitsplatz- und Raumkonzepte einer Verwaltung.“ Die Digitalisierung eröffne eine Fülle von neuen Möglichkeiten, um Abläufe schneller und einfacher zu machen, im Dienst der Bürgerschaft und der Organisationen im Gebiet der Stadt.
Melissa Junt, Leiterin Innendienst und fPS-Koordination bei Fischer Deutschland, ermutigte die Vertreter der Stadtverwaltung, neue Wege zu gehen. Ihre Empfehlung: „Einfach starten. Es ist besser, mit einer 80-Prozent-Lösung loszulegen und sie fortlaufend zu optimieren, als darauf zu warten, bis eine 100-Prozent-Lösung gefunden ist.“ Auf dem Weg ergäben sich ständig neue Ideen und Aspekte, wie sich Reibungsverluste im System vermeiden ließen.
Maximilian Bronner, Geschäftsführer Produktion und Technik, sowie Tobias Herwig, Geschäftsführer Fischer Consulting, ergänzten laut Pressemitteilung: „Man muss Freiräume schaffen, um über Verbesserungen nachdenken zu können. Es ist wichtig, zum Auftakt die Felder zu finden, auf denen man schnelle Fortschritte erzielen kann. Außerdem kommt es darauf an, herauszufinden, wo die Hauptprobleme liegen, damit man an den Ursachen arbeitet, nicht an den Symptomen. Daher ist auch eine fortlaufende Erfolgskontrolle unerlässlich.“ Ferner müssten Mitarbeiter mit Schulungen dazu befähigt werden, im Prozess und im neuen System mitarbeiten zu können.
Lob für die Stadt Freudenstadt
Wo und wie Fischer auf Künstliche Intelligenz setzt, erklärte Matthias Schneider, Geschäftsführer Digital Services/IT. Was die KI über die Stadt Freudenstadt wisse, sei ermutigend: „Im Prinzip hat die Stadt schon alles aufgebaut, was sie über einen Bürger-Chatbot auf ihrer Internetseite bräuchte.“ Auch Alexander Heinz, Senior-Projektmanager bei Fischer Consulting, würdigte die Anstrengungen der Stadt: „Mit dem, was sie schon erreicht haben, sind sie deutlich weiter als viele Industriebetriebe.“