Spatenstich in Loßburg: Vorfahrt für Naturschutz und Landschaftspflege

Spatenstich mit Landesminister Peter Hauk (vierter von link)
Christiane FreyEinen vollen Terminkalender hatte Landesminister Peter Hauk (CDU) am vergangenen Freitag. Bevor es zur Eröffnung der Gartenschau im „Tal X“ging, legte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz noch einen Stopp in Schömberg ein, um am Spatenstich für ein wegweisendes Vorhaben teilzunehmen.
Das Zusammenlegungsverfahren Loßburg-Schömberg wurde bereits 2018 nach dem Flurbereinigungsgesetz im Rahmen des sogenannten Schwarzwaldverfahrens angeordnet. Vereinfacht ausgedrückt sollen hier Maßnahmen der Flurbereinigung umgesetzt werden, um die vorhandenen Wege zu ertüchtigen, Freizeiteinrichtungen zu modernisieren und neue einzurichten und den Umbau der Plenterwälder hin zu mehr Klimaresistenz voranzutreiben.
In den Jahren 2019 bis 2023 wurde der Ausbauplan aufgestellt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt, nun beginnen die Maßnahmen.
Oberstes Ziel ist Ausbau der Wege
Der Vorsitzende der Teilnehmergesellschaft, Ernst-Ewald Armbruster, zeigte auf, welche Dimensionen dieses Vorhaben hat. „Eine Gesamtfläche von rund 2054 Hektar, davon etwa 87 Prozent Wald, mit einem hohen Anteil an naturnahen Beständen, hauptsächlich in der Bewirtschaftungsform der Plenterwälder, ist betroffen. Darin befinden sich drei Wasserschutzgebiete, ein FFH-Gebiet, zwei Landschaftsschutzgebiete, zehn Naturdenkmäler, geschützte Streuobstbestände, Offenland- und Waldbiotope“.
Oberstes Ziel sei der Ausbau der Wege, überwiegend auf vorhandenen Trassen, um Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege schneller umsetzen zu können. Ein Beispiel- der schnellere Abtransport von Schadhölzern der so ermöglicht werde.
Plenterwälder sollen Klimaresilienter werden
Ortsvorsteher Karl Pfau sagte: „Der Spatenstich ist der Beginn der ersten Tranche, wir freuen uns, wenn bald weitere folgen“. Dies versicherte ihm Hauk. „Wenn die erste Tranche beginnt, kommen auch die folgenden“.
Der Minister hofft, mit diesen Maßnahmen auch die Plenterwälder in ihrer Klimaresilienz zu stärken, „denn wir wissen nicht, ob die sonst noch 100 Jahre durchhalten“, so Hauk. Auch berichtete er von einem Pilotprojekt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg, mit dem die Wasserspeicherfunktion der Wälder verbessert werden soll. Durch die Anlage von Gräben solle mehr Wasser direkt in die Wälder abgeleitet werden, zugleich sollten aber auch Starkregenereignisse besser gemanagt werden.
Für den Loßburger Bürgermeister Christoph Enderle ist dieser Spatenstich ein wichtiger Schritt zur Entwicklung im ländlichen Raum.
Viele Vereinbarungen für nächste Stufe schon unterzeichnet
Birgit Seitz vom Flurbereinigungsamt bekannte indessen, „wir hätten uns in dieser ersten Tranche mehr gewünscht“. Aber bei so vielen beteiligten Privateigentümern sei das schwer.
Im ersten Schritt werden nun 1,6 Kilometer Schotterweg Richtung Lohmühle erneuert und die alte Haselmaushütte an anderer Stelle wiederaufgebaut. Für die nächste Stufe ist Seitz optimistisch, es lägen schon viele unterzeichnete Vereinbarungen vor.