Solarkreisliga Freudenstadt: Sieg geht diesmal nach Seewald – was an einem Sägewerk liegt

Preisverleihung bei der Firma Pfeifle-Holz (von links): Seewalds Bürgermeister Dominik Damrath, Geschäftsführer Thomas Pfeifle, Erster Landesbeamter Reinhard Geiser, Matthias Pfeifle, Waldachtals Bürgermeisterstellvertreter Dieter Fischer und Lene Steffen, Klimaschutzmanagerin Landkreis Freudenstadt.
Christine Lucha/Landratsamt- Seewald gewann die Solarkreisliga mit 258 Wp Zubau pro Einwohner, Waldachtal folgte mit 199 Wp.
- Basis sind installierte PV-Leistung und jährlicher Zubau je Einwohner, Daten aus offiziellen Registern.
- Großanlagen waren entscheidend – Pfeifle-Holz installierte 374 kWp und trug Seewalds Sieg mit.
- Waldachtal setzte 2025 vier Anlagen auf Gemeindedächern mit zusammen 406 kWp um.
- Pfeifle-Holz deckt rund 13 Prozent Eigenbedarf, speist Überschuss ohne Vergütung ins Netz ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald hat unter anderem im Landkreis Freudenstadt 2020 eine Solarkreisliga gestartet. Nach der Gesamtwertung des Jahres 2025 konnte die Gemeinde Seewald das Rennen mit 258 Wattpeak (Wp) Zubau pro Einwohner für sich entscheiden, gefolgt von der Gemeinde Waldachtal mit 199 Wp Zubau pro Einwohner.
Die Solarkreisliga basiert auf der gesamten installierten PV-Leistung sowie dem jährlichen Zubau auf Dächern und Balkonen, umgerechnet auf die Einwohnerzahl jeder Kommune. So ließen sich Regionen unterschiedlicher Bevölkerungsdichte und Größe fair miteinander vergleichen, heißt es in einer Mitteilung des PV-Netzwerks Nordschwarzwald. Grundlage für die Datenermittlung sind das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und die Erhebungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.
Auffällig sei, welche Rolle Großanlagen bei den Top-Platzierten spielen. So habe die Pfeifle-Holz GmbH & Co. KG mit der Errichtung einer 374 kWp-Anlage auf ihrem Firmengebäude im Schorrental einen entscheidenden Beitrag für die Gemeinde Seewald geleistet, heißt es weiter. Dies zeige, welche besondere Rolle Unternehmen, hier im Bereich der Holzverarbeitung, beim Ausbau der Solarenergie durch ihre großen Dachflächen zukomme.
Gemeindeeigene Dachflächen in Waldachtal
Auch die PV-Installation auf gemeindeeigenen Dachflächen kann zur Belegung der vorderen Plätze verhelfen, wie die Gemeinde Waldachtal zeigt. So wurden im Jahr 2025 vier Anlagen auf den Dächern des Bauhofs, der ehemaligen Feuerwehrgarage Oberwaldachtal sowie des Kinderhauses im Himmelreich mit einer Bruttogesamtleistung von 406 kWp installiert.
Er freue sich, die Anstrengungen der Kommunen, Privatpersonen und Unternehmen zum Solar-Ausbau auch anlässlich der Preisverleihung zu würdigen, so der Erste Landesbeamte des Landkreises Freudenstadt, Reinhard Geiser. Gerade in Zeiten knapper Kassen sei der Landkreis auf kreative Beiträge unter anderem der Akteure aus der Wirtschaft angewiesen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Maßnahmen des Landkreises wie der Solaratlas oder auch das ÖPNV-Taxi leisteten weitere Beiträge und würden kontinuierlich im Sinne der Effizienz weiterentwickelt. Und das Feiern der Erfolge dürfe bei all dem nicht vergessen werden, so Geiser.
Seewald Vorreiter in Sachen Energiewende
Die Freude über den Siegerpokal für das Jahr 2025 in Seewald sei groß und belege die Vorreiter-Rolle von Seewald in Sachen Energiewende. Die Klimaschutzziele habe seine Gemeinde bereits bei Weitem übertroffen, so Bürgermeister Dominik Damrath. Sein Dank gelte insbesondere dem Sägewerk Pfeifle-Holz, das den Mut gehabt habe, trotz zum Teil hoher bürokratischer Hemmnisse innovativ zu handeln und Projekte wie die Installation der Photovoltaikanlage konsequent umzusetzen. Damrath unterstrich, dass er sich auch künftig für spürbare Bürokratieentlastungen einsetzen wolle, damit Unternehmen mehr Handlungsfreiheit für ihre Entscheidungen erhielten.
Es freue ihn, dass die Gemeinde Waldachtal in der Solarkreisliga erfolgreich mitspiele, so Dieter Fischer, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde. Auch für Waldachtal sei CO2-Einsparung kein abstrakter Begriff, sondern aktive Gestaltung der Zukunft, so Fischer weiter. Seit über zehn Jahren setzten Verwaltung, Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft, darunter vor allem Vereinsvertreter, gemeinsam Maßnahmen zur Energiesenkung und Umstellung auf erneuerbare Energien um; hierfür brauche es Mut, Zeit, Geduld und Überzeugungskraft. Gestalten statt Abwarten sei die Devise, dies gebiete die Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen und die wirtschaftliche Vernunft.
Weg zur Inbetriebnahme kein Spaziergang
Der Familienbetrieb Pfeifle-Holz kann durch die Errichtung der 374-kWp-Anlage circa 13 Prozent seines eigenen Strombedarfs decken; man rechne mit einer Amortisationszeit von rund acht Jahren, etwas länger als vergleichbare Anlagen aufgrund der Tallage. Der Weg zur Inbetriebnahme der PV-Anlage sei allerdings kein Spaziergang gewesen, so Geschäftsführer Thomas Pfeifle.
Hauptmotivation seien die ab 2023 massiv gestiegenen Strompreise gewesen. Ursprünglich geplant sei eine PV-Anlage mit einer Leistung von 512 kWp gewesen; am Ende des gut zwei Jahre dauernden Prozesses habe man nur eine abgespeckte Version mit einzeln abschaltbaren Glas-Glas-Modulen realisieren können. Hürden habe es vor allem im Bereich des Versicherungsschutzes und der Netzanbindung gegeben.
Überschuss geht unentgeltlich ins Netz
An den fünf Arbeitstagen in der Woche werde der PV-Strom fast zu 100 Prozent selbst verbraucht; an den Wochenenden könne der Strombedarf des durchlaufenden Betriebs von acht Trockenkammern (etwa 80 kWh) während der Sonnenstunden durch die PV-Anlage abgedeckt werden. Der Überschuss werde jedoch unentgeltlich ins Netz eingespeist und belaufe sich in den ersten sechs Monaten seit Inbetriebnahme der Anlage auf rund 22.000 kWh, so Pfeifle.
Das PV-Netzwerk wolle mit der Solarkreisliga Erfolgsfaktoren für Solarstrom bekannter machen und stehe den Akteuren zudem unterstützend zur Seite, so die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Lene Steffen. Nach aktueller Aussage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg liege Land hinter dem notwendigen Ausbaupfad für die Photovoltaik zurück. Sollte der stockende Ausbau auch 2026 anhalten, seien die Landesziele Baden-Württembergs bis 2040 gefährdet. Auch vor diesem Hintergrund freue sie sich über Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen, die den Ausbau auch unter erschwerten Bedingungen vorantreiben. Sie halte es für besonders zielführend, wenn Klimaschutz, soziale Verträglichkeit und wirtschaftliche Stabilität gemeinsam und verantwortungsvoll betrachtet werden.
Kontakt und weitere Informationen
Photovoltaik-Netzwerk Nordschwarzwald für den Landkreis Freudenstadt: Lene Steffen, Telefon 07441/9201748, E-Mail steffen@kreis-fds.de
Energieagentur in Horb gemeinnützige GmbH: Telefon 07451/5529979, E-Mail info@eainhorb.de
Grundlegende Informationen zum Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg: www.photovoltaik-bw.de