Radweg in Loßburg
: Das Überqueren war lebensgefährlich

Eine große Schar Gäste hatte sich eingefunden, um die Einweihung des neuen Teilabschnitts auf dem Radweg zwischen Loßburg und 24-Höfe zu feiern.
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(red/pm)
Oberndorf
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Beim Durchtrennen des roten Bands: Tobias Graf (von links), Phillip Blocher, Helmut Frey, Nathaniel Adrion, Gerd Class, Lukas Graf, Christoph Enderle, Karin Armbruster, Sebastian Rolfes, Benjamin Rath und Jochen Geßler.

Gemeinde Loßburg

Viele Anliegerfamilien, Vertreter von Bau- und Planungsfirmen sowie aus dem Ortschaftsrat, Ortsvorsteher Gerd Class, Tourismuschefin Karin Armbruster und Mitarbeitende aus der Verwaltung, konnte Bürgermeister Christoph Enderle an diesem verregneten Sommerabend begrüßen.

Schon im Jahr 2006, im Zuge des Ausbaus der Landesstraße 408, wurde auf einem Teilabschnitt zwischen Loßburg und dem „Äußeren Vogelsberg“ ein Fuß- und Radweg gebaut, der auch für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden konnte. Allerdings hatte dieser Weg einen entscheidenden Nachteil. Er endete auf der Höhe der Einmündung „Äußerer Vogelsberg“, dort mussten Fußgänger und Radfahrer die L 408 überqueren. Auf dieser Landstraße hat der Verkehr stark zugenommen, sie gilt als Rennstrecke auf dem Weg zur Autobahn A 81.

Enderle: „Für Familien war das lebensgefährlich“

Und kurz vor der erforderlichen Überquerung schränkt eine Kuppe die Sichtweite deutlich ein. „Für Familien mit Kindern war das lebensgefährlich“, beschrieb Bürgermeister Christoph Enderle die Situation an dieser Stelle. „Bis kleine Kinder nach dem Halt wieder auf dem Rad sitzen, ist der Autoverkehr schon da, das war ein unhaltbarer Zustand“, so Enderle. Nun wurde der bereits bestehende Fuß- und Radweg westlich der L 408 bis zum „Inneren Vogelsberg“ weitergeführt, damit entfällt die Überquerung der Straße.

Der gut ein Kilometer lange neue Weg wurde zu einem Teil auf Grünfläche neu gebaut, im zweiten Abschnitt wurde ein bestehender Schotterweg ausgebaut. Der neue Radweg folgt größtenteils dem Verlauf der L 408. Er ist 2,50 Meter breit und auf beiden Seiten mit jeweils 0,5 Meter Bankett eingefasst. Der an dieser Stelle bestehende Viehdurchlass wurde um einen knappen Meter auf 4,50 Meter erweitert.

Die Grünfläche stellten die beiden ortsansässigen Familien Graf und Blocher im Zuge eines Flächentauschs zur Verfügung. Dafür gab es ein großes Dankeschön vom Bürgermeister. „Der neue Teilabschnitt wertet den Radweg auf, und der stellt einen Beitrag zur Mobilitätswende dar“, verdeutlichte Christoph Enderle die Beweggründe für diese Maßnahme.

300 000 Euro kostet der neue Radweg

Enderle selbst war – ganz stilecht – trotz des regnerischen Wetters – mit „LoLa“, dem Loßburger Lastenrad, gekommen. „Loßburg ist auch die einzige Kommune im Landkreis, die Mitglied im Club der fahrradfreundlichen Kommunen ist. Und vermutlich auch die einzige, die in diesen schwierigen Zeiten noch einen Radweg einweiht“, erklärte er. Dafür hätte er im Ort auch viel Kritik einstecken müssen, frei nach dem Motto: „Wie kann man so das Geld rausschmeißen?“ Denn der neue Radweg hatte gut 300 000 Euro gekostet. Allerdings: Die zahlt komplett, also Planung und Ausbau, das Land Baden-Württemberg.

Enderle dankte Benjamin Rath von der Baufirma Rath, Sebastian Rolfes vom Planungsbüro Gfrörer und den Mitarbeitenden seines Bauamts, vor allem Bauamtsleiter Jochen Geßler, für dieses gelungene Projekt.

Radler bereits während der Feierstunde unterwegs

Ortsvorsteher Gerd Class und sein Helferteam hatten fürs leibliche Wohl und sogar für überdachte Sitzgelegenheiten gesorgt. So konnte zumindest einigermaßen trocken auf die vollendete Baumaßnahme angestoßen werden. Und während der Feierstunde waren schon einige Radler auf dem neuen Radweg unterwegs.

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