Präsentation auf der Gartenschau: Schwarzwaldverein Seewald stellt sein E-Dreirad-Tandem vor

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann probierte das E-Dreirad-Tandem bei der offiziellen Vorstellung persönlich aus und freute sich über das gelungene Projekt.
Monika BraunHoher Besuch hatte sich zur offiziellen Vorstellung des jüngsten Projekts des Schwarzwaldvereins Seewald angesagt. Landesverkehrsminister Winfried Hermann testete das neue E-Dreirad-Tandem auf der Aktionsfläche der Gartenschau persönlich und zeigte sich beeindruckt von der Idee.
Vereinsvorsitzende Petra Schnierle stellte das Projekt vor: ein barrierefreies, elektrisch unterstütztes E-Dreirad-Tandem, das es auch älteren oder beeinträchtigten Menschen ermöglicht, aktiv und gemeinsam unterwegs zu sein – auf Radwegen durch den Schwarzwald. Gebaut wurde dafür ein spezielles Gefährt von der Trike-Manufaktur BamBuk in Ottersweier, das sich besonders durch die Kippsicherheit auszeichnet.
Petra Schnierle führte aus, dass auch die Ortsgruppe Seewald mit zurückgehenden Mitgliederzahlen zu kämpfen habe. Also musste eine neue Idee her, um auch jüngere Menschen in den Verein zu holen.
Auch Nichtmitglieder können Tandem nutzen
„Das Fahrrad soll Jung und Alt zusammenbringen und kann sowohl von Mitgliedern als auch Nichtmitgliedern gegen eine entsprechende Gebühr ausgeliehen werden.“ Dass sich der Minister für so einen Termin extra Zeit nehme, zeige, dass Ehrenamt und Vereinsarbeit einen gewissen Stellenwert hätten, so Schnierle. „Wir wollen zeigen, dass auch ein kleiner Verein große Wirkung entfalten kann – mit Mut, Ideen und Ehrenamt“, ergänzte sie.
Torsten Hopperdiezel, ihr Stellvertreter und Initiator des Projekts, betonte, dass das Tandem mehr als nur ein Fahrrad sei – nämlich ein „soziales Werkzeug“. „Es bringt Menschen zusammen, macht Mobilität möglich und zeigt, wie gelebte Inklusion aussehen kann“, so der Vize-Vorsitzende.
Minister Hermann nennt Projekt „vorbildlich“
Sichtlich beeindruckt zeigte sich dann Minister Winfried Hermann auch im persönlichen Test. Nicht nur als Chauffeur testete er das Fahrrad, als Beifahrer konnte er auf einer flotten Runde erleben, wie kippsicher das Gefährt ist. „Der ist schon mit mir gerast“, lautete sein Kommentar hinterher.
„Ich kann nur dazu gratulieren, dass Sie so aktiv dabei sind, und Ihre Idee ist vorbildlich“, lobte der Minister. „So etwas könnte auch in anderen Orten ein gutes Projekt sein.“
Es gebe viele Menschen, die im Alter nicht mehr so aktiv sein könnten, so Hermann. Dieses Fahrrad, das Hightech vom Feinsten beinhalte, biete auch ihnen die Möglichkeit, mobil zu bleiben. „Vielen Dank an den Verein, tragen Sie es weiter, und ich habe großen Respekt vor dem, was Sie auf die Beine gestellt haben“, so der Landesverkehrsminister.
„Aktion Mensch“ finanziert mit
Das Fahrrad hat rund 21 000 Euro gekostet und wurde mit 19 700 Euro von der „Aktion Mensch“ gefördert, informierte Petra Schnierle. Es sei ein praktisches Beispiel für inklusive Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum, und neben der gesundheitlichen Wirkung stehe auch das soziale Miteinander im Mittelpunkt.
Das E-Dreirad-Tandem kann ab sofort über die Homepage des Schwarzwaldvereins unter www.schwarzwaldverein- seewald.de gebucht und gegen eine Nutzungsgebühr, die den Versicherungsschutz und die regelmäßigen Wartungen abdeckt, ausgeliehen werden. Der Verleih und kleine Reparaturen werden vom Verein ehrenamtlich übernommen.
„Wir möchten in Kooperation mit anderen Vereinen ehrenamtliche Piloten zur Verfügung stellen, so dass das Fahrrad auch von Personen mit Handicap und ohne Begleitung genutzt werden kann“, so Petra Schnierle abschließend. „Wir sind gespannt, wie unser Angebot angenommen wird und freuen uns, dass nun der Startschuss dafür gefallen ist.“