Party mit Kopfhörern
: In Freudenstadt könnte es bald eine „Silent Disco“ geben

Viele feiernde Menschen, aber wenig Lärm: Das erhofft sich die Stadt von einer „Silent Disco“, sprich Kopfhörerparty. Ein solches Format wird nun für die Forbachgärten geprüft.
Von
Niklas Ortmann
Oberndorf
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Eine „Silent Disco“ – wie hier in Lahr – könnte es künftig auch in Freudenstadt geben. (Archivfoto)

Baublies

Es dürfte ein noch eher ungewohntes Bild sein: Tanzende Menschen, die draußen im Grünen eine Party feiern – aber von lauter Musik und wummernden Bässen ist keine Spur. Allenfalls das Mitsingen und -summen der Feiernden ist zu hören. Denn Musik hören diese trotzdem. Nur eben über Kopfhörer.

In Freudenstadt könnte es eine „Silent Disco“ bald in den Forbachgärten geben. Einen Antrag der Fraktion BA-Grüne zur Prüfung eines solchen Formats hat der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen bewilligt.

Der Antrag füge sich gut in das Veranstaltungsprogramm im Erlebnisraum „Tal X“ ein, das die Freudenstadt Tourismus aktuell konzeptioniere, schreibt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. Nicht zuletzt, weil die Nähe der Forbachgärten zu Wohnhäusern einen „sensiblen Umgang mit Lärmemissionen“ erfordere.

Marktplatz scheidet aus

Am Marktplatz, im Antrag auch als Standort vorgeschlagen, will die Stadt hingegen keine „Silent Discos“ veranstalten, „da die Größe des Platzes nach derzeitiger Einschätzung nicht im angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Besucherpotenzial steht“.

Der Gemeinderat konnte sich mit diesem Vorgehen offensichtlich anfreunden. Lediglich Raimond Lamparter (AfD) äußerte Sicherheitsbedenken: Dass die Feiernden Kopfhörer tragen, führe dazu, dass Warnsignale oder Notfälle schlechter wahrgenommen würden und damit verzögert reagiert werde.

Problem bei Inklusion?

Daneben brachte Lamparter auch das Thema Inklusion ins Spiel: Gehörlose Menschen könnten Musik über körperlich spürbare Resonanz und Vibration wahrnehmen – und diese Wahrnehmung entfalle bei Kopfhörerpartys. Der AfD-Stadtrat forderte daher neben einem Sicherheits- auch ein Inklusionskonzept.

Während Oberbürgermeister Adrian Sonder versicherte, dass man die Sicherheit im Auge habe, gab er zu, auf den Punkt Inklusion nicht vorbereitet gewesen zu sein. „Das nehmen wir mit“, antwortete er Lamparter.

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