Ortsgeschichte von Hallwangen
: Das neue Heimatbuch ist ein Familienprojekt

Zum Ortsjubiläum geben Bärbel und Leonie Kalmbach das Heimatbuch „Mit Fritzi auf sagenhafter Zeitreise – Gemeinsam durch über 950 Jahre Hallwanger Geschichte“ heraus.
Von
Waltraud Günther
Oberndorf
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Ihr besonderes Heimatbuch ist fertig: Bärbel (links) und Leonie Kalmbach vor der Hallwanger Gedenkstele.

Montage: Sybille Kalmbach

Die Zusammenarbeit und Arbeitsteilung bei ihrem Generationenprojekt Heimatbuch hat vorzüglich geklappt, berichten die Autorinnen.

Während Großmutter Bärbel Kalmbach für den historischen Teil, die Rezepte, Anekdoten und die vielen alten Fotos aus Hallwangen zuständig war, übertrug Enkelin Leonie die Sage von der Entstehung des Klosters Engeltal in eine zeitgenössische Form und zeichnete dazu passende, aussagekräftige Illustrationen. Sybille Kalmbach, Leonies Mutter, war für das Lektorat zuständig.

Dieses „besondere Heimatbuch“, sei, so Leonie, aus der gemeinsamen Leidenschaft für die Geschichte Hallwangens entstanden. Die Arbeit daran habe ihr viel Freude gemacht, auch weil sie dabei viel Zeit mit ihrer Oma verbringen konnte.

Die Sage vom Huhn Fritzi

Im Buch wird die Sage vom Huhn Fritzi erzählt, das stolz auf seine adlige Abstammung von den Hofhühnern des Rudolfus de Haldewang ist. Fritzi nimmt die Leser mit auf eine Reise ins Jahr 1075, dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung Hallwangens.

Der Liebe wegen ist Ritters Rudolfus Tochter ausgerissen, sie findet Zuflucht in einem Kloster. Ihr Vater sucht sie verzweifelt. Da erscheint ihm im Traum ein Engel und weist ihm den Weg zur Tochter. Aus Dank stiftet er in Hallwangen das Kloster Engeltal, dessen Torbogen heute noch existiert.

Bärbel Kalmbach geht auf Hallwangens weitere Geschichte ein. So auf die Gewann- und Straßennamen, die von Hallwangens reicher Vergangenheit künden: etwa „Im Tiergarten“, weil dort die Tiere des Klosters waren, „Im Herrenfeld“ als Feld des Kaplans oder auf die Kirche mit dem Namen Engeltal. Auch der alte Flurname Hurenbrunnen – der Legende nach sollen sich dort Mönche mit den Hallwanger Nonnen getroffen haben – gehört dazu.

Alte Namen und Rezepte

Besonders wertvoll im Buch sind auch die vielen weiteren Informationen, die die rührigen Autorinnen gesammelt haben. Sei es der rekonstruierte Lageplan der an der damaligen Alten Weinstraße gelegenen „Hohen Burg von Hallwangen“. Oder die Berichte über Hallwanger Quellen und Brunnenstuben.

Auch fast vergessene schwäbische Ausdrücke wie „Hend’ra zvier“, „Waidag“ oder „Krombier“ werden im Buch wieder lebendig. Zum Nachkochen laden alte Rezepte aus Bärbel Kalmbachs Küche wie Nonnenfürzle, Arme Ritter, Linsen und Spätzle, Maultaschen, Lebkuchen und Engelwurz-Likör ein, während die alten Hallwanger Anekdoten von Waschweibern, vom alten Mose und vom Wößner Jakob den Leser schmunzeln lassen.

Ehrenbürger werden gewürdigt

Hallwangens Ehrenbürger, der Schriftsteller Heinrich Schäff-Zerweck, der Mäzen Wilhelm Diener und der frühere Ortsvorsteher Günter Kübler werden im Heimatbuch ebenfalls gewürdigt.

Besonders wertvoll ist dieses besondere Heimatbuch aber durch die alten Fotografien, die Bärbel Kalmbach in vielen Jahren gesammelt, archiviert und so vor dem Vergessen bewahrt hat: Fotos einer Hallwangerin in Sonntagstracht, von Waldfrauen bei der Arbeit oder vom alten Kurhaus.

Das in limitierter Auflage gedruckte Heimatbuch kostet 18 Euro. Verkauft wird es beim Jubiläum am 13. und 14. September am Stand der Familie Kalmbach oder direkt bei Familie Kalmbach, Am Kübelbach 6 in Hallwangen (E-Mail baerbel.kalmbach@gmx.de).

Zu den Autorinnen

Bärbel Kalmbach
(Jahrgang 1949) war viele Jahre lang Sekretärin im Hallwanger Rathaus. Später arbeitete sie als Pfarramtssekretärin, über 51 Jahre lang betreute sie die Hallwanger Bücherei. Sie ist Köchin, Naturpädagogin, Schriftstellerin und Heimatforscherin aus Leidenschaft.

Leonie Kalmbach
(Jahrgang 2004) studiert Szenische Künste mit den Schwerpunkten Theaterwissenschaften, Literatur und Kulturpolitik in Hildesheim und ist als junge Regisseurin als Teil zweier Theaterkollektive tätig. In ihrer Freizeit malt sie gerne.

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