Naturpark-Kindergärten: Gleich zwei Auszeichnungen gehen nach Bad Rippoldsau-Schapbach

Freuen sich über die Auszeichnung: Die Kinder der Kindergärten St. Cyriak und Klösterle, die Naturpark-Mitarbeiterinnen Susanne Wagner und Fränze Stein, Bürgermeister Bernhard Waidele, die Kindergarten-Leiterinnen Margit Bächle und Desiree Diniz-Miranda, die Vertreterin des Trägers der Erzdiözese Freiburg Elvira Gaus und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Oberes Wolftal Waldemar Schmid (von links).
Michael Keppler/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V.Wie funktioniert ein Sägewerk? Wo in der Region werden frische Lebensmittel hergestellt? Und wie kann die anfallende Müllmenge reduziert werden?
Diesen und weiteren Fragen sind die Kinder der katholischen Kindergärten St. Cyriak und Klösterle in Bad Rippoldsau-Schapbach bei ihren Naturpark-Projekten nachgegangen. Nun haben die Kindergärten alle Voraussetzungen erfüllt, um die Auszeichnung „Naturpark-Kindergarten“ zu erhalten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord hervor.
Auch in Hallwangen, Alpirsbach und Glatten gibt es Naturpark-Kindergärten. Die Zertifizierung ist fünf Jahre gültig.
Langfristiger Lerneffekt
Die Bereichsleiterin Bildung und Biodiversität beim Naturpark, Fränze Stein, überreichte die Urkunden und zwei Plaketten mit dem Schriftzug „Naturpark-Kindergarten“ an die Geschäftsführerin der katholischen Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg sowie die Kindergarten-Leiterinnen. „Die beiden Kindergärten zeigen eindrucksvoll, wie Kinder durch eigenes Tun, Forschen und Gestalten ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit entwickeln“, begründet Stein die Auszeichnung.

Ein großes Familien-Fest: Die Auszeichnung der beiden Katholischen Kindergärten St. Cyriak und Klösterle in Bad Rippoldsau-Schapbach als Naturpark-Kindergärten.
Foto: Michael Keppler/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V.Die Geschäftsführerin der katholischen Kindertageseinrichtungen in der Erzdiözese Freiburg, Elvira Gaus, hebt den langfristigen Lerneffekt hervor: „Das Naturpark-Konzept ermöglicht uns, Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer Tiefe und Lebendigkeit umzusetzen, die Kinder wirklich erreicht. Durch die achtsame Nutzung von Ressourcen und im Leben mit der Natur übernehmen sie praktisch von Anfang an Verantwortung für ihr Lebensumfeld. Durch die praktische Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft und im Handwerk lernen unsere Kinder nicht nur Zusammenhänge kennen – sie erleben Sinn, Herkunft und Verantwortung ganz praktisch“, beschreibt Gaus.
Kinder packen selbst mit an
In den Naturpark-Kindergärten kommen die Kinder hautnah mit den Besonderheiten ihrer Region in Kontakt, heißt es in der Mitteilung. Und sie dürfen selbst mitanpacken. „So entwickeln sie Neugier, Selbstvertrauen und ein Verantwortungsgefühl für ihre Mitwelt“, sagt Naturpark-Bereichsleiterin Stein.
Bei den verschiedenen Projekten lernten die Kinder unterschiedliche Baumarten, die Funktionen des Waldes und holzverarbeitende Berufe kennen. Sie besuchten das Sägewerk Künstle, die Schreinerei Müller und die Holzbau-Firma Herrmann. Sie erkundeten regionale Lebensmittel aus ihrem Dorf, besuchten Bauernhöfe, eine Metzgerei, den Dorfladen und pressten Apfelsaft, stellten Butter her, bereiteten Rühreier zu und fanden heraus, woher Milch, Fleisch und Eier stammen.
Verhalten reflektieren
Die Kinder lernten, Müll richtig zu trennen, seine Auswirkungen auf Natur und Tiere zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie sammelten Müll im Dorf und Wald, erforschten Recycling, reflektierten ihr Verhalten, bastelten, beobachteten Verrottung und besuchten die Müllabfuhr.
Das Element Wasser erforschten die Kindergartenkinder durch Experimente, Spaziergänge, den Bau eines Wasserrads und den Besuch der Kläranlage. Sie lernten den Wasserkreislauf, den sparsamen Umgang mit Wasser und seine Bedeutung für Mensch und Natur kennen.