Mutmaßliche Täter vor Gericht
: Hunderte Kilo Drogen nach Pfalzgrafenweiler geliefert

Das beschauliche Pfalzgrafenweiler ist offenbar zum Umschlagplatz für mehrere hundert Kilogramm Marihuana geworden. Der Fall beschäftigt derzeit das Landgericht Rottweil.
Von
Timo Beyer
Oberndorf
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Laut Anklage wurden hunderte Kilo Marihuana nach Pfalzgrafenweiler geliefert. (Symbolbild)

bellakadife - stock.adobe.com

Wenn in der Region über Drogenkriminalität berichtet wird, sind die Mengen, um die es geht, meist überschaubar. Geht der Polizei mal ein Kleindealer ins Netz, werden meist nur einige dutzend Gramm sichergestellt – wenn überhaupt.

Umso spektakulärer ist nun der Fall, der derzeit am Landgericht Rottweil verhandelt wird. Denn statt um ein paar dutzend Gramm geht es hier um mehrere hundert Kilogramm Marihuana, die offenbar nach Pfalzgrafenweiler geliefert und dort teils auch gelagert wurden.

Konkret dreht sich der Fall um insgesamt fünf Lieferungen, zu denen es laut Angaben des Landgerichts Ende 2020 gekommen sein soll. So wurden demnach am 20. September vier Kilogramm Marihuana von Ludwigshafen aus nach Pfalzgrafenweiler transportiert. Am 21. September sollen dann 129,7 Kilogramm Marihuana in Pfalzgrafenweiler gelagert worden sein.

100 Kilo zwischengelagert

29 Kilogramm davon haben sich offenbar im Besitz der mutmaßlichen Täter befunden – zum Weiterverkauf auf eigene Rechnung. Die restlichen 100,7 Kilogramm seien hingegen für andere Personen zwischengelagert worden, wie eine Sprecherin des Gerichts erklärt.

Eine weitere Lieferung gab es dann am 15. November. An diesem Tag sollen 51 Kilogramm Marihuana nach Pfalzgrafenweiler geliefert worden sein. Am 27. November sei dann eine weitere Lieferung erfolgt mit 76 Kilogramm.

Verbleib der Drogen ist unklar

Die größte den Ermittlern bekannte Menge traf dann am 16. Dezember ein: Sage und schreibe 153 Kilogramm Marihuana.

Und auch im Landkreis Calw waren die mutmaßlichen Täter offenbar aktiv. Allerdings ging es dabei nur um eine vergleichsweise kleine Menge. So sollen 4,6 Kilogramm Marihuana in Simmersfeld aufbewahrt worden sein.

Was aus den Drogen geworden ist – ob sie an Straßendealer in der Region verteilt wurden oder als Großlieferungen in andere Landesteile verkauft wurden –, ist unklar. Nur eins steht fest: „Aufgrund der Menge weiß man, dass es nicht für den Eigenbedarf war, sondern für den Weiterverkauf“, so die Sprecherin.

Woher stammt das Marihuana?

Offen bleibt auch der Ursprung der Drogen. Bekannt ist nur, dass in zwei Fällen das Marihuana aus Stuttgart gekommen ist. „Ob es in Stuttgart angebaut wurde, oder dort ein noch größerer Zwischenhändler war, ist derzeit noch unklar“, so die Sprecherin.

Angeklagt sind zwei Brüder, der eine 42 Jahre alt, der andere 34. Zunächst soll der 42-Jährige ohne seinen Bruder gemeinsam mit einem gesondert verfolgten Mittäter in die Lieferungen verstrickt gewesen sein. Bei zwei Fällen soll dann auch der 34-Jährige beteiligt gewesen sein. Mitangeklagt ist ein 52-Jähriger, der die mutmaßlichen Täter in drei Fällen unterstützt haben soll.

Auf eigene Rechnung

Hinweise darauf, dass die Männer Teil eines Netzwerks des organisierten Verbrechens sind, gibt es laut der Sprecherin nicht. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Brüder unabhängig von größeren Drogenschmuggelringen auf eigene Rechnung mit dem Marihuana gehandelt haben.

Die Anklageverlesung in dem Fall hat bereits am 16. Januar vor dem Landgericht Rottweil stattgefunden. Der nächste planmäßige Verhandlungstermin ist am 3. Februar. Dann haben die beiden Angeklagten die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

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