Müll in Freudenstadt: Stadt will Zustand der Wertstoffinseln nicht einfach tolerieren

Machten gemeinsam sauber: Muhamet Berisha, Oberbürgermeister Adrian Sonder und Siegmund Kläger.
Rath/Stadtverwaltung- Freudenstadt kämpft mit illegalem Müll an Wertstoffinseln – trotz regelmäßiger Reinigung.
- OB Adrian Sonder räumt mit dem Baubetriebsamt auf und kritisiert die Zustände deutlich.
- Abgezogenene Altkleidercontainer: Laut Stadt hat sich die Situation seitdem spürbar verbessert.
- BBA-Team sammelt wöchentlich 1–2 Tonnen Abfälle ein, zwei Mitarbeitende sind zwei Tage gebunden.
- Stadt ruft zur Regelbefolgung auf und prüft Maßnahmen, um Sauberkeit und Ordnung zu sichern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf den Wertstoffinseln in Freudenstadt landet regelmäßig viel Müll, der dort nicht hingehört. Die Stadt Freudenstadt sorgt regelmäßig und mit viel Aufwand für Sauberkeit. Die Situation hat sich jedoch spürbar verbessert, heißt es in einer Pressemitteilung, seit die Altkleidercontainer abgezogen worden sind. Das ist die Erkenntnis von Oberbürgermeister Adrian Sonder, der jetzt erneut ist mit dem Baubetriebsamt auf Reinigungstour gegangen ist, um aufzuräumen und sich ein eigenes Bild der Zustände zu verschaffen.
Was sich den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebsamts (BBA) dort jedes Mal bietet: Kartons, bergeweise alte Kleider, Hausmüll, Gewerbeabfälle, leere Batterien, Sperrmüll und diesmal sogar ein Fahrradrahmen. Dabei stehen hier nur Recyclingcontainer für Altglas und Papier sowie Kartonagen. Das Schild mit Hinweisen, was hier entsorgt werden kann und was nicht, hängt direkt neben den wilden Abfallbergen.
Sonder will Zustand nicht einfach hinnehmen
„Das ist kein sehr einladender Eindruck. Tiefen Respekt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebsamts, die regelmäßig hier aufräumen. Aber diesen Zustand können wir nicht einfach hinnehmen“, wird Sonder zitiert.
Siegmund Kläger und Muhamet Berisha haben den Oberbürgermeister auf ihre Tour mitgenommen. Jede Woche fahren sie alle Containerplätze im Stadtgebiet an, um nach dem Rechten zu sehen und sauber zu machen. Zwischen einer und zwei Tonnen illegal entsorgter Abfälle schleppen und fegen sie jedes Mal zusammen. „Heute geht’s noch einigermaßen“, sagt Kläger. Sein Kollege ergänzt: „Wenn die Schulferien vorbei sind und alle wieder zu Hause, dann sieht das noch ganz anders aus.“

Ein Schild weist darauf hin, dass hier keine Altkleider entsorgt werden dürfen. Das passiert jedoch trotzdem.
Rath/StadtverwaltungDie Sauerei aufzuräumen – ob nun aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit angerichtet – kostet die Stadt und damit den Steuerzahler Geld. Zwei Mann sind jede Woche zwei Tage lang damit beschäftigt, sauber zu machen und den Abfall auf die Kreismülldeponie zu fahren. Die Betriebskosten für den Lastwagen kommen dazu. „Die Arbeitszeit und Mittel würden wir lieber in die Pflege der Grünanlagen investieren. Wir haben genug zu tun“, sagt Gabriele Zürn, Leiterin des BBA.
Oberbürgermeister greift selbst zu Schaufel und Besen
Regelmäßig gehen bei der Stadt Beschwerden und Hinweise auf Vermüllungen ein. Auch aus den Reihen des Gemeinderats kommt Kritik an den Zuständen. Passanten, die den Oberbürgermeister in der orangefarbenen Warnweste erkennen, drücken ihr Unverständnis für das Verhalten in Teilen der Einwohnerschaft und auch von Betrieben aus. Dass der Oberbürgermeister selbst zu Schaufel und Besen greift, finden sie hingegen super.

Müll
Rath/Stadtverwaltung„Als Stadt mit vielen Touristen und Tagesgästen können und wollen wir diese Situation nicht akzeptieren. Wir werden uns überlegen, was wir dagegen tun können“, so Sonder. Er ruft die Einwohnerschaft dazu auf, die Regeln einzuhalten: „Das Erscheinungsbild unserer Stadt geht uns alle an. Außerdem ist es eine Frage des Respekts. Wie wir mit unserer Stadt umgehen, das ist nicht nur eine Frage für die Verwaltung, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
An die Regeln halten
Die Stadtverwaltung will weiter am Thema dranbleiben und mit den beteiligten Partner Wege suchen, die Zustände zu verbessern. Die einfachste und günstige Lösung wäre es, wenn sich jedermann an die Regeln hält. „Sauberkeit und Ordnung haben einen Preis. Dies wird man an den städtischen Ausgaben in diesem Bereich sehen“, so Sonder.
