„Mental Health Days“ in Freudenstadt: Psychische Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit

Schirmherr und Oberbürgermeister Adrian Sonder bei der Eröffnung zusammen mit Initiatorin Fei Hong
Yuan Qi- In Freudenstadt trafen sich über 150 Fachleute, Gesundheitsvertreter und Bürger zu Mental Health Days.
- Im Fokus stand Prävention: Psychische Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit.
- Einsamkeit wurde als gesellschaftliche Aufgabe benannt – Kommunen sollen Begegnungsräume schaffen.
- Unternehmen stehen unter Druck durch Digitalisierung und KI, Gesundheit und Leistung bedingen einander.
- Beiträge reichten von Kunsttherapie bis Versorgungskette von Akut-Hilfe bis Rehabilitation.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Wie kann man psychische Gesundheit stärken, Einsamkeit entgegenwirken und Menschen in einer zunehmend herausfordernden Arbeits- und Lebenswelt unterstützen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die ersten „International Mental Health Days“ in Freudenstadt.
Die Veranstaltung brachte über 150 Fachleute aus Wirtschaft und Medizin, Vertreter des Gesundheitswesens sowie interessierte Bürger zusammen. Die große Resonanz und der intensive Austausch unterstrichen die Bedeutung des Themas für die gesamte Region.
Organisiert wurde die zweitägige Veranstaltung von der Gründerin des Vereins International Mental Health Network for Expatriates, Fei Hong, in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt und des Landkreises. Davon berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.
Für Oberbürgermeister Adrian Sonder ist es wichtig, „die psychische Gesundheit stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, Vorurteile abzubauen und einen offenen Austausch zu fördern“.
Fachleute aus Medizin, Gesundheitswesen und Wirtschaft beteiligten sich am Abend. Eine Ausstellung mit Arbeiten aus der Kunsttherapie des Klinikums Landkreis Freudenstadt ergänzte das Programm und gab Einblicke in kreative therapeutische Ansätze. Das Programm am Samstag war geprägt von praktischen Einblicken in unterschiedlichste Therapieformen. Außerdem las Sonder zum Thema „Zuversicht auch in schwierigen Zeiten“ aus seinem Buch.

Mental-Health-Experten und Abendbegleiter tauschten sich aus.
Yuan QiBei der Podiumsdiskussion am Freitagabend wurde deutlich: Psychische Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Entscheidend ist, Menschen dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und passende Wege im Umgang damit zu finden.
Ein zentrales Thema war die Prävention. Claus Bannert, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald, machte deutlich, dass das Thema „Zukunftsmut“ brauche. Für ihn ist es wichtig, die Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen weiter zu stärken. Gesundheitswissen sei bereits vorhanden, die Herausforderung bestehe jedoch darin, dieses Wissen in den Alltag zu übertragen.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Thema Einsamkeit und dessen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Dabei wurde betont, wie wichtig konkrete Begegnungsmöglichkeiten und niedrigschwellige Unterstützungsangebote sind. Menschen, die sich zurückziehen oder aus Scham keine Hilfe suchen, müssten aktiv erreicht werden.
Sonder: „Einsamkeit ist keine privatе Angelegenheit, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Unsere Kommunen können Begegnungsräume schaffen und soziale Teilhabe stärken – aber Hilfe wirkt nur, wenn sie die Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation abholt. Prävention muss deshalb früh ansetzen und gelebter Teil unseres Alltags werden: in Kindergärten, Schulen, Unternehmen und in der Nachbarschaft." Als Beispiel nannte er das Nostalgie-Café im Familienzentrum.

Bei der Podiumsdiskussion wurde deutlich: Psychische Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit.
Yuan QiEin weiterer Schwerpunkt war die psychische Gesundheit in Unternehmen. Wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und organisatorische Veränderungen stellen Beschäftigte und Führungskräfte vor große Herausforderungen. Die Diskussion machte deutlich, dass Gesundheit und Leistungsfähigkeit keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen. Stefan Beck, Bereichsleiter Global HR bei Arburg, und Vanessa Li von Bosch Service Solution gaben Einblicke in die Herausforderungen der Führungskräfte.
Abgerundet wurde der Abend vom Einblick in die psychologische Versorgung erkrankter Menschen. Birgit Schwärzler, Geschäftsführerin und Ausbildungsleitung der Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie, Wilhelm Dengler, Chefarzt i. R. der Psychiatrie Freudenstadt, sowie Dr. Rolf Senst, Chefarzt der De´lgnis-Fachklinik, zeigten die Wege und Herausforderungen von der Akut-Hilfe bis hin zur Rehabilitation. Trotz vielfältiger Angebote komme es darauf an, Unterstützungsleistungen besser miteinander zu vernetzen, Zugänge zu erleichtern und Menschen bei Bedarf rechtzeitig Hilfe zu ermöglichen.
