Kreistag entscheidet am Montag
: Werden im Kreis Freudenstadt zwei Recyclinghöfe geschlossen? Jetzt gibt es eine neue Entwicklung

Werden die Recycling-Center in Altheim und Betzweiler geschlossen? Darüber berät der Kreistag am Montag. Schon vor der Sitzung gibt es eine neue Entwicklung.
Von
Niklas Ortmann
Kreis Freudenstadt
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Recyclinghof Freudenstadt

Wie sich der Abfallwirtschaftsbetrieb im Kreis Freudenstadt künftig ausrichten soll, wird in der Kreistagssitzung am Montag entschieden.

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  • Kreistag berät am Montag über Schließungen in Altheim und Betzweiler.
  • Ausschuss-Kompromiss: Zwei Schließungen, drei Umwandlungen zu Recycling-Stationen.
  • Elektroschrott dann nur noch in ausgewählten Orten, nicht mehr in kleineren Stationen.
  • Freie Wähler wollen keine Schließungen – alle 19 Standorte als Stationen erhalten.
  • Streit um Öffnungszeiten und Kosten: Verwaltung nennt bis zu 250.250 Euro Mehrkosten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aus fünf sind zwei geworden. Nachdem die Kreisverwaltung die Schließung der Recycling-Center Nordstetten, Altheim, Betzweiler, Schwarzenberg und Seewald vorgeschlagen hatte, einigte sich der Technische Ausschuss auf einen Kompromiss: Geschlossen werden sollen nur noch Altheim und Betzweiler.

Die anderen drei Standorte sollen in Recycling-Stationen umgewandelt werden – wie auch die bisherigen Recycling-Center in Dettingen, Alpirsbach, Schopfloch, Salzstetten, Glatten und Bad Rippoldsau. Die Folge dieser Änderung: Die Annahme von Elektroschrott ist an den genannten Orten dann nicht mehr möglich. Sowohl Recycling-Center als auch Recycling-Stationen sollen einheitlich freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet sein.

Dass dieser Vorschlag nicht geräuschlos vom Kreistag abgenickt werden würde, war abzusehen, wurden die Änderungen bereits im Ausschuss kontrovers diskutiert. Die Fraktion der Freien Wähler positioniert sich schon einige Tage vor der Sitzung eindeutig dagegen: „Warum gerade Altheim und Betzweiler ihre Standorte verlieren sollen, während andere zunächst zur Schließung vorgesehene Standorte erhalten bleiben, ist den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern schwer vermittelbar“, heißt es in einem Änderungsantrag.

Aus fünf sollen null werden

Aus fünf sollen null werden: Die Freien Wähler sprechen sich komplett gegen Schließungen aus. Die umstrittenen Standorte Nordstetten, Altheim, Betzweiler, Schwarzenberg und Seewald sollen stattdessen allesamt als Recycling-Stationen weitergeführt werden. Den Vorschlag, dass künftig nur noch in Freudenstadt, Baiersbronn, Dornstetten, Empfingen, Eutingen, Horb, Loßburg und Pfalzgrafenweiler Elektroschrott angenommen wird, befürwortet die Fraktion.

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Für den Samstag sieht der Antrag eine einheitliche Öffnungszeit bis 13 Uhr vor, was einer Verkürzung um eine Stunde gegenüber dem Beschlussvorschlag, aber einer Verlängerung um eine Stunde gegenüber den bisherigen Öffnungszeiten entspricht.

Die Öffnungszeiten haben großen Einfluss auf Personalbedarf und -kosten: Die Verwaltung rechnet beim aktuellen Beschlussvorschlag, der die Schließung von Betzweiler und Altheim und Öffnungszeiten am Samstag bis 14 Uhr vorsieht, mit jährlichen Personalmehrkosten von rund 206.000 Euro. Würden die Standorte nur bis 12 Uhr geöffnet sein, wären es nur rund 68.000 Euro.

Weil unklar ist, wie sich eine Öffnung bis 13 Uhr bei Beibehaltung aller Standorte auswirken würde, beauftragen die Freien Wähler in ihrem Antrag die Verwaltung, den zusätzlichen Personalbedarf und die Personalmehrkosten vor der Abstimmung darzustellen.

Die Sitzungsvorlage bietet hierfür Anhaltspunkte. So rechnet die Verwaltung bei wie bisher acht Recycling-Centern und elf Recycling-Stationen, wie sie sich die Freien Wähler wünschen, mit einem Personalmehrbedarf von 3,5 Stellen und Mehrkosten von 250.250 Euro, wenn samstags bis 14 Uhr geöffnet ist. Würde die Öffnungszeit auf 12 Uhr verkürzt, wären es „nur“ 1,4 Stellen und 100.100 Euro mehr.

Bei einer Öffnung bis 13 Uhr läge die Summe also irgendwo dazwischen und jedenfalls nicht deutlich über den 206.000 Euro und 2,88 Stellen, die bei der Schließung von zwei Standorten und Öffnungszeiten bis 14 Uhr fällig würden.

Ob mit diesem Modell das Ziel des Kreises, „den Betrieb dauerhaft mit ausreichend personellen Ressourcen sicherzustellen“, erreicht wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist: In jüngster Zeit kam es immer wieder zu kurzfristigen Schließungen der Recycling-Center. Die Verwaltung begründet diese mit Personalausfällen, bedingt durch das übergeordnete Problem des Fachkräftemangels.

Die Freien Wähler, denen auch Loßburgs Bürgermeister Christoph Enderle angehört, dessen Gemeinde die Schließungspläne träfen, sehen in ihrem Vorschlag einen guten Kompromiss: „Unser Maßstab ist eine solidarische Lösung für den ganzen Landkreis: alle 19 Standorte erhalten, samstags länger öffnen und den Personal- und Kostenaufwand transparent vergleichen“, heißt es in dem vom Fraktionsvorsitzenden Tore-Derek Pfeifer unterzeichneten Antrag, über den in der Sitzung am Montag diskutiert werden wird.