Kein Wetterumschwung in Sicht: Waldbrandgefahr im Kreis Freudenstadt steigt

Aktuell meldet der Deutsche Wetterdienst eine mittlere bis hohe Waldbrandgefahr. (Symbolfoto)
Feuerwehr Goslar/dpaDurch die seit Wochen anhaltende Trockenheit im Südwesten und die kräftigen Winde ist die Waldbrandgefahr im Landkreis Freudenstadt auf ein hohes Niveau gestiegen. Das teilt das Landratsamt mit.
Aktuell meldet der Deutsche Wetterdienst einen Waldbrandgefahrenindex von drei bis vier, und somit eine mittlere bis hohe Waldbrandgefahr. Da in den nächsten Tagen kein Wetterumschwung in Sicht ist, wird dieser Zustand andauern, so das Landratsamt.
„Der Mensch ist in den meisten Fällen Auslöser für Waldbrände, daher möchten wir die Waldbesuchenden an ein paar Spielregeln für ihr Verhalten im Wald erinnern“, so Björn Uerpmann, stellvertretender Leiter des Kreisforstamts Freudenstadt.
Reisig enthält leicht brennbare Stoffe
Waldbrände entstünden häufig durch Unachtsamkeit, wie zum Beispiel durch eine weggeworfene Zigarettenkippe oder – was oft unterschätzt werde – durch parkende Fahrzeuge, wenn beispielsweise ausgetrocknete Bodenvegetation mit heißen Auspuffrohren in Kontakt kommt. Daher sei beim Ausflug ins Freie Achtsamkeit und Vorsicht geboten. Die durch Hitze und Wind ausgetrocknete Bodenvegetation der Wälder könne schnell Feuer fangen. Vor allem das Reisig von den Nadelbäumen, die im Kreis Freudenstadt häufig vorkommen, enthalte leicht brennbare Stoffe wie Terpentine oder ätherische Öle.
Offenes Feuer und Rauchen „absolut tabu“
Nicht zu unterschätzen sei auch der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko mache. Deshalb seien offenes Feuer und Rauchen im Wald absolut tabu.
„Wir behalten die Situation im Blick. Sollten die Trockenheit und damit verbunden die hohe Waldbrandgefahr weiterhin anhalten oder sogar noch steigen, müssen wir die erlaubten Feuerstellen im Wald sperren“, erklärt Uerpmann weiter.
Aktuelle Meldungen zur aktuellen Waldbrandgefahrensituation gibt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) unter wettergefahren.de
Vorsichtsmaßnahmen und das richtige Verhalten im Brandfall
Regeln
Folgende Regeln sind laut Kreisforstamt im Wald unbedingt zu beachten: Vom 1. März bis 31. Oktober sind offenes Feuer und Rauchen im Wald verboten. Feuer machen ist nur an fest eingerichteten, genehmigten Feuerstellen auf ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt. Aber auch hier gilt: um Funkenflug einzudämmen, nur kleine Grillfeuer entfachen. Feuer unter keinen Umständen unbeaufsichtigt lassen. Feuer vor dem Verlassen immer vollständig löschen. Grillen im Wald auf mitgebrachten Gartengrillgeräten ist nicht gestattet. Keine Fahrzeuge mit heißem Auspuff über trockenem Gras parken.
Im Brandfall
Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Wald- oder Flächenbrand kommen, ist sofort die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112 zu informieren. Wer es sich zutraut, kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen und unter Beachtung der Windrichtung, auch mit ersten Löschversuchen beginnen. Dabei helfen schon einfache Mittel wie grüne Äste zum Ausstreichen eines Bodenfeuers. Für eine Brandmeldung sind folgende Informationen wichtig: wo es brennt, was brennt, wer oder was betroffen ist und wer anruft. Der Anrufer sollte möglich auf die Rettungskräfte warten, um diese schnell zum Brandort zu geleiten.