Hohe Kosten für Klassenfahrten
: So reagieren die Schulen im Kreis Freudenstadt

Immer mehr Familien haben finanziell zu kämpfen. So versuchen die Schulen im Kreis Freudenstadt, dass sich trotzdem jedes Kind die Schulmaterialien und Klassenfahrten leisten kann.
Von
Carolin Schöffler und Florian Ganswind
Oberndorf
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Viele Eltern schämten sich, finanzielle Schwierigkeiten offen anzusprechen. Dabei gibt es Unterstützungsmöglichkeiten.

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Steigende Preise machen auch vor Schulmaterialien und Klassenfahrten nicht halt. Die Schulen im Kreis Freudenstadt beobachten zunehmend, wie sehr manche Familien unter der finanziellen Belastungen leiden.

„Das spüren wir im Bereich der Klassenfahrten seit einigen Jahren etwas mehr als es vorher der Fall war, natürlich etwas verstärkt seit der recht hohen Inflation vor drei Jahren“, bestätigt Bernd Geiser, Leiter des Gymnasiums in Dornstetten.

Unsere Redaktion hat daher bei den Schulleitern im Kreis nachgefragt, wie ihre Schulen Familien mit finanziellen Schwierigkeiten unterstützen, damit sich trotzdem jedes Kind die Schulmaterialien und Klassenfahrten leisten kann.

Lernmittelfreiheit an Schulen in Baden-Württemberg

„Um die Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten, haben wir in Baden-Württemberg die Lernmittelfreiheit, durch die Schulbücher den Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Götz Peter, Geschäftsführender Schulleiter für Horb, Empfingen und Eutingen.

Das bedeutet, Schüler müssen nur Gegenstände, wie Stifte, Hefte oder Lineale selbst kaufen, erklärt Marco Finkbeiner, Leiter des Richard-von-Weizsäcker-Gymnasiums in Baiersbronn. Doch was, wenn selbst dafür das Geld zu knapp ist?

Lehrer greifen auch mal in die eigene Tasche

Die Kepler-Werkrealschule in Freudenstadt bemühe sich laut Leiterin Sybille Rothe um „kostenarme Materiallisten“. Einige Materialien stelle die Schule auch leihweise zur Verfügung – hin und wieder auch aus dem schuleigenen Fundus oder privatfinanziert von Lehrern.

Die Realschule Dornstetten weise laut Schulleiter Eugen Blumenstock darauf hin, vorhandene Materialien aus den Vorjahren weiterzuverwenden. Die Eduard-Spranger-Schule in Freudenstadt geht indessen mit digitalisiertem Beispiel voran. Hier ersetzen die von der Schule gestellten Laptops vieles an Papier und Heften, erklärt Leiter Antonio Jakob.

Kosten für Klassenfahrten auf „erschreckenden Niveau“

Bei den Klassenfahrten geht es jedoch um ganz andere Summen. Die Kosten für Schullandheim- und Studienfahrten steigen jährlich an und sind „auf einem erschreckenden Niveau angekommen, was uns massive Sorgen macht“, erklärt Matthias Zeller, Leiter der Falkenrealschule in Freudenstadt.

Gleichzeitig würden kostengünstigere Angebote, wie der Schüleraustausch mit Frankreich, jedoch immer weniger nachgefragt. Zu oft hätten die Schüler Angst, dass das Essen nicht schmeckt oder der Wohnungsstandard nicht dem Gewohnten entspricht, so Zeller. „Die Kosten lägen hier aber nur rund halb so hoch. Dies ist wirklich sehr schade.“

Fahrtenprogramme müssen eingeschränkt werden

Die Eduard-Spranger-Schule habe daher bereits vor einigen Jahren ihre Studienfahrten umgestellt: „Von immer höher und weiter, zu zunächst innerdeutschen Zielen“, so Jakob. Die Johannes-Gaiser-Realschule in Baiersbronn tue es ihr laut Rektorin Karin van Kemenade gleich.

Auch in Dornstetten versuchen das Gymnasium und die Realschule die Kosten möglichst gering zu halten. „Dennoch sind wir in der Preisgestaltung von externen Faktoren abhängig“, erklärt Realschulleiter Blumenstock.

Fördervereine unterstützen finanziell

Sollten die Kosten trotz aller Bemühungen dazu führen, dass ein Kind nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen könnte, „helfen Schulfördervereine auf Antrag gerne und übernehmen einen Teil der Kosten oder ermöglichen einen zinslosen Kredit“, so Peter. Dies versicherten alle Schuleiter einstimmig auf Nachfrage unserer Redaktion.

Da sich die Eltern jedoch oft schämten, sei eine gute Vertrauensbasis zu ihnen und den Kindern sehr wichtig, damit finanzielle Probleme offen angesprochen werden, erklärt Kemenade.

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