Goldene Hochzeit in Alpirsbach: In 50 Jahren Ehe gab es nur einmal Streit

Das Jubelpaar Marina und Jürgen Schmidt im Partnerlook
Bürgermeisterin Vanessa Schmidt- Marina und Jürgen Schmidt feierten am 6. August Goldene Hochzeit in Alpirsbach.
- Bürgermeisterin Vanessa Schmidt gratulierte und überreichte Urkunde des Ministerpräsidenten.
- Das Paar stammt aus der Nähe von Dresden und reiste am 30. November 1989 aus der DDR aus.
- Jürgen arbeitete als Berufskraftfahrer, Marina als Krippenerzieherin und später in Alpirsbach.
- In 50 Ehejahren stritten sie nur einmal – Vertrauen und Harmonie sind für sie entscheidend.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 6. August feierten Marina und Jürgen Schmidt ihre Goldene Hochzeit. Zu diesem besonderen Ehejubiläum gratulierte Bürgermeisterin Vanessa Schmidt ihren „Namensvettern“ persönlich im Namen der Stadt. Sie überreichte einen Präsentkorb sowie die Glückwunschurkunde des Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und wünschte den beiden weiterhin viel Gesundheit, Glück und noch viele schöne gemeinsame Jahre in Alpirsbach.
Marina und Jürgen Schmidt stammen ursprünglich aus der Nähe von Dresden in der ehemaligen DDR. Kennengelernt haben sich die beiden bereits im Jugendalter: Am 2. Oktober 1972 trafen sie sich im Kino-Café. Marina war damals 15 Jahre alt, Jürgen 17. Vier Jahre später wurde in Sebnitz im Kreise der großen Familie geheiratet. Die Eheschließung war zu dieser Zeit auch Voraussetzung für eine gemeinsame Wohnung.
Erst Steinmetz, dann Berufskraftfahrer
Jürgen Schmidt wurde in Großröhrsdorf geboren. Nach seiner Ausbildung zum Steinmetz und einer Tätigkeit im Straßenbau wechselte er in den Beruf des Berufskraftfahrers (internationale Touren), den er rund 30 Jahre ausübte. Im Westen war er als Fahrer bei Möbel Moser in Waldmössingen tätig, bis er in den Ruhestand ging. Gelegentlich ist er heute noch für ein Autohaus im Abschleppdienst im Einsatz.
Marina Schmidt wurde in Sebnitz geboren und absolvierte in Großröhrsdorf eine Lehre zur Herrenschneiderin. Später ließ sie sich zur Krippenerzieherin umschulen. Nach der Ausreise aus der DDR arbeitete sie zunächst in der Jugendherberge Alpirsbach und später unter anderem im Verkauf eines Second-Hand-Ladens. „Wir haben eigentlich immer gearbeitet“, sagt sie rückblickend.
Ausreise aus der DDR hat Konsequenzen
Ein prägendes Kapitel ihrer gemeinsamen Geschichte war die Ausreise aus der DDR. Kurz vor der Wende stellten beide einen Ausreiseantrag. Für Marina hatte dies berufliche Konsequenzen: Sie musste ihre Tätigkeit in der Krippe aufgeben, da sie nach den damaligen Vorgaben der Behörden die Kinder nicht mehr „sozialistisch“ erziehen konnte. Am 30. November 1989 verließ das Ehepaar gemeinsam mit der Tochter die DDR.
Über Gießen, Wetzlar und Rastatt führte ihr Weg schließlich in den Schwarzwald. Zunächst kam die Familie in der Jugendherberge in Alpirsbach unter, anschließend bezog sie eine Ferienwohnung in Reutin und schließlich wurde sie auf dem Sulzberg sesshaft. Heute gehören neben der Tochter auch eine 23-jährige Enkelin und ein zehnjähriger Enkel zur Familie. Eine besondere Verbindung zum Hochzeitstag gibt es auch bei der Tochter: Sie hat vor 15 Jahren ebenfalls am 6. August geheiratet – genau wie ihre Eltern.
Gran Canaria war das Lieblingsreiseziel
Gemeinsame Hobbys und Unternehmungen waren den Schmidts immer wichtig. Beide gingen gerne zur Fasnet, unter anderem nach Winzeln. Marina näht, backt und kocht gerne und fertigte dabei die Fasnetskostüme für die ganze Familie und für Freunde. Auch das Reisen gehört zu ihren gemeinsamen Leidenschaften. Gran Canaria war lange Zeit ihr Lieblingsreiseziel. Seit rund 20 Jahren geht es im Spätherbst zum Wandern nach Südtirol. Früher durfte es dabei auch schon einmal über 2000 Meter hoch hinausgehen, heute wandern die beiden lieber in den tieferen Lagen.
Und was ist das Rezept für eine glückliche Ehe? „Tipps gibt’s da nicht“, sagt Marina Schmidt, für die vor allem wichtig ist, dem Partner vertrauen zu können – gerade, weil ihr Mann viele Jahre beruflich die ganze Woche unterwegs war. Jürgen bringt es auf den Punkt: „Es muss einfach harmonieren.“
Keine Zeit zum Streiten
In 50 Ehejahren gab es nach eigener Aussage nur ein einziges Mal Streit – und auch dabei ging es lediglich um eine Bagatelle. Mit einem Augenzwinkern sagen die beiden: „Wir hatten keine Zeit zum Streiten.“
Die Goldene Hochzeit wurde im Kreis von Familie und Freunden bei einem gemeinsamen Essen und anschließendem gemütlichen Beisammensein zu Hause gefeiert.

