Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn: Christoph Jäger sieht Friedrichstal als Gewinner

Auf dem ehemaligen Sportplatz ist das „Xentrum“ der Gartenschau im Werden.
Helga MichelWie wird der Verkehr geregelt, wie sieht es aus mit der Einbindung der Menschen, die im Tal leben? Diese Fragen und andere beleuchteten bei einer öffentlichen Bezirksbeiratssitzung in Friedrichstal, die auf viel Interesse stieß, Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen, Bezirksbeiratsvorsitzender Christoph Jäger und Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt.
Möhrlen skizzierte kurz den Ist-Stand, ging unter anderem auf Ticketverkauf, Bürgerprojekte wie das Häkelprojekt und den Veranstaltungskalender mit mehr als 1300 Veranstaltungen ein, der nun online zu finden ist. „Sie müssen im Moment ein bisschen leiden“, räumte Möhrlen ein, dass die Bewohner Friedrichstals mit am stärksten tangiert sind. Sie erklärte auch, warum schon jetzt die Zäune gebaut wurden: Um die Flächen, auf denen bereits angesät ist, zu schützen.
Bei der Gartenschau, die sich über acht Kilometer von Freudenstadt bis Baiersbronn erstreckt, wird mit sechs eingezäunten Bereichen gearbeitet. In Friedrichstal, wo der ehemalige Sportplatz zur Hauptveranstaltungsfläche wird, gibt es vier Eingangdrehkreuze und drei Gastropunkte. Am Backhäusle bewirtet das Café Pause, an den beiden anderen Punkten die Cateringfirma „Aufgetischt“ von Philippe Frickert und eine Firma aus Ulm – letztere als einziger auswärtiger Gastronomieanbieter bei der Gartenschau. „Das heißt, Sie brauchen 143 Tage nicht zu kochen“, sagte Möhrlen augenzwinkernd.
„Anlieger frei“ im Tal
Klar stellte sie, dass es im Tal keine Parkplätze für Besucher der Gartenschau geben wird – mit Ausnahme von Behindertenparkplätzen. Die Besucherströme, ergänzte Burkhardt, werden auf die großen Parkplätze in der Aue in Baiersbronn und im Sulzhau in Freudenstadt geleitet.
Für Anlieger sind mit Ausnahme eines Wegstücks am Schmiedemuseum keine Straßen gesperrt. Im Tal wird „Anlieger frei“ gelten. Jeder, der hier wirklich zufahrtsberechtigt sei, könne auch reinfahren – von der Diakonie bis zu Ärzten. Es werde sich vielleicht nicht jeder, der kein Anlieger sei, daran halten, meinte Burkhardt. Doch wer trotz der Schilder ins Tal fahre, treffe dort auf Halteverbote im öffentlichen Raum. Diese gelten allerdings auch für Anlieger. „Wir werden den ruhenden Verkehr kontrollieren“, kündigte er an.

Im Gespräch (von links): Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt, Bezirksbeiratsvorsitzender Christoph Jäger und Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen
Foto: Helga MichelFür die Anlieger werden Anliegerausweise ausgegeben. „Es ist zu unserem Schutz, dass wir versuchen, die Leute draußen zu halten“, machte Jäger deutlich. Als die Bundesstraße gesperrt gewesen sei, „hatten wir auf einmal 3000 Einwohner hier“, erinnerte Jäger daran, dass viele während der Bauphase auf der B 462 trotz Verbots durch den Ort gefahren waren.
Sowohl Möhrlen als auch Jäger rührten nochmal die Werbetrommel für ehrenamtliches Engagement auf der Gartenschau. Es seien bisher 1100 Ehrenamtliche, aber es seien noch alle Türen offen für weitere Helfer. Die Gartenschau sei nachhaltig, so Jäger. „Wir sind die Gewinner, und ich bin gerne auf der Gewinnerseite.“ Der Bezirksbeiratsvorsitzende warb aber auch für die Dorfputzete, die am 26. April geplant ist, und dafür, sich im Bezirksbeirat zu engagieren.
Einmaliges Projekt
Aus den Reihen der Bürger gab es eine ganze Reihe von Fragen, aus denen auch Bedenken sprachen. So fürchtet eine Frau, dass es durch die erhöhte Taktung der Bahn zu mehr Staus kommt, wegen der Schranken. Da wurde die Zugänglichkeit der Schrebergärten – sie ist eingeschränkt – ebenso angesprochen wie der Kreisfischerverein, dessen Mitglieder laut Möhrlen auch während der Gartenschau ihrem Hobby nachgehen können. Und was passiert, wenn auf Privatgelände geparkt oder die Garage zugeparkt wird? Burkhardt riet zu Flatterband oder Pylonen. „Zur Not kaufen wir 1000 Aufsteller“, versprach Möhrlen.
„Die Gartenschau ist ein einmaliges Projekt. Wir wissen noch nicht, wie die Besucherströme sind“, erklärte sie. Deshalb werde das in den ersten Wochen genau beobachtet, um dann nachzujustieren.