Frauenhilfe Freudenstadt: 169 Frauen berichten 2024 von erlebter Gewalt

Die Vorstandsfrauen Jana Dvorak-Lansloot, Ulrike Schweizer, Susanne Brückner und Martina Sillmann (von links)
Hubert SchweizerZur 18. Mitgliederversammlung der Frauenhilfe Freudenstadt trafen sich aktive und passive Mitglieder, um das vergangene Vereinsjahr Revue passieren zu lassen. Darüber wird in einer Pressemitteilung berichtet.
Vorstandsfrau Susanne Brückner erläuterte die personelle Ausstattung der Beratungsstelle. Seit Oktober werde eine Vollzeitstelle auf zwei hauptamtliche Beraterinnen in Elternzeitvertretung aufgeteilt. Fünf Frauen seien ehrenamtlich in der Beratung tätig. Eine Verwaltungskraft sei mit 30 Prozent beschäftigt. Insgesamt seien im Verein 1706 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden.
169 Frauen ließen sich 2024 im Zusammenhang mit erlebter Gewalt bei der Frauenhilfe beraten. 214 Kinder waren mitbetroffen. 20 Fälle kamen im Rahmen der Interventionsstelle in die Beratung. Interventionsstelle bedeutet, dass die Polizei das Einverständnis der Betroffenen vorausgesetzt, Kontaktdaten der Betroffenen weitergibt und die Frauenhilfe diese kontaktiert und ihnen Beratung anbietet. 2024 musste die Polizei bei zwölf Klientinnen Wohnungswegweisungen aussprechen. 31 Frauen entschieden sich wegen der erlittenen Gewalt zu einer Anzeige.
15 Workshops an Schulen
Das Präventionsprogramm „Liebe braucht Respekt“ sei sehr gefragt, betonte Ulrike Schweizer. 2024 fanden insgesamt 15 Workshops an Schulen statt. Für das kommende Schuljahr habe das Team erneut sehr viele Anfragen, wovon bereits 20 terminiert seien. Neu ist das Präventionsangebot für Organisationen und Unternehmen im Bereich sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
Silvia Braun betonte die Bedeutung einer guten Öffentlichkeitsarbeit, ohne die viele Frauen immer noch nicht wüssten, wo sie Hilfe finden können. Sie gab einen Überblick über einige der Aktionen im Jahr 2024. Ein kreisweites Projekt ist das Aufstellen von orange gestrichenen Bänken mit den Daten der Frauenhilfe und dem Aufdruck „Keine Gewalt gegen Frauen“. Sie sind inzwischen in Horb, Freudenstadt, Dornstetten, Pfalzgrafenweiler, Musbach und Baiersbronn zu finden.